Energieumsatz pp 260-298 | Cite as

Der Einfluß anorganischer Ionen auf die Tätigkeit des Muskels

  • S. M. Neuschlosz
Part of the Handbuch der Normalen und Pathologischen Physiologie book series (2664, volume 8/1)

Zusammenfassende Darstellungen

In diesem Abschnitte sollen die Wirkungen der wichtigsten Salze, Säuren und Basen auf den Muskel besprochen werden. Die in diesen enthaltenen Ionen müssen durchaus verschiedentlich beurteilt werden, je nachdem sie in den Körperflüssigkeiten normalerweise vorkommen oder nicht. Zur ersten Gruppe gehören von den Kationen das Natrium, das Kalium, das Calcium und allenfalls noch das Magnesium — das Eisen ist zwar auch ein physiologischer Bestandteil vieler tierischer Zellen, erscheint aber niemals in freier ionisierter Form in den Körperflüssigkeiten —, von den Anionen das Chlorid, das Phosphat, das Bicarbonat und Sulfat. Bei diesen Ionen können wir die Frage nach ihrer Bedeutung für den normalen Verlauf physiologischer Vorgänge, z. B. der Muskelkontraktion, stellen. Der von vornherein am natürlichsten erscheinende Weg, um zu einer Beantwortung dieser Frage zu gelangen, wäre die Untersuchung der Veränderungen, die die Muskeltätigkeit infolge ihrer Entfernung aus der umgebenden Flüssigkeit erfährt. Dieser Weg ist jedoch von den Physiologen erst verhältnismäßig spät eingeschlagen worden. Jahrzehnte hindurch wurde immer wieder der Versuch gemacht, die physiologische Wirkung irgendeines Ions auf den Muskel so festzustellen, daß man ihn mit einer reinen Lösung eines seiner Salze in Berührung brachte. Heute ist es uns vollkommen klar, daß auf diese Weise keine eindeutigen Befunde erzielt werden können. Die verwendeten reinen Salzlösungen verdanken ihre Wirkungen niemals ausschließlich den Ionen, die sie enthalten, sondern auch dem Mangel an anderen Ionen. Zu dieser Einsicht haben uns in erster Reihe die grundlegenden Arbeiten von Ringer und Loeb geführt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Zusammenfassende Darstellungen

  1. Eine auch nur annähernd vollständige Übersicht über das in diesem Abschnitt abgehandelte Gebiet gibt es noch nicht. Die ältere Literatur findet sich hauptsächlich in folgenden Werken zusammengestellt: Biedermann Elektrophysiologie, 5.89–94. Jena 1895.Google Scholar
  2. Heinz: Handb. d. exp. Pathol. u. Pharmakol. Bd. I, 2, S. 512–613. Jena 1905.Google Scholar
  3. Loeb: Dynamik der Lebenserscheinungen, S. 120–140. Leipzig 1906.Google Scholar
  4. Frey, M. V.: Allgemeine Physiologie der quergestreiften Muskeln, in Nagels Handb. d. Physiol. Bd. IV, S. 497–509. Braunschweig 1909.Google Scholar
  5. Über die neuere Literatur finden sich Angaben in HOEBER: Physikalische Chemie der Zelle und Gewebe, 5. Aufl., S. 629–640. Leipzig u. Berlin 1924.Google Scholar
  6. Forth, V.: Die Kolloidchemie des Muskels usw., in Asher-Spiros Ergebn. d. Physiol. Bd. 17, S. 428–438 u. 468–473. Wiesbaden 1919. ( Mit sehr ausführlichem Literaturverzeichnis.)Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1925

Authors and Affiliations

  • S. M. Neuschlosz
    • 1
  1. 1.Rosario de Santa FéDeutschland

Personalised recommendations