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Die Leukocyten

  • R. Seyderhelm

Zusammenfassung

Im Gegensatz zu den Erythrocyten, die beim Menschen und den Säugetieren als kernlose Zellen nur mit beschränkter Lebensdauer im Blute kreisen, sind die weißen Blutkörperchen, die Leukocyten, morphologisch vollwertige Zellen, die, wenn man auch über ihre Lebensdauer und ihr definitives Schicksal im Organismus nichts Sicheres weiß, offenbar befähigt sind, weit längere Zeit ihre wichtigen Funktionen zu erfüllen. Gleichmäßig verteilt auf das gesamte Transportgebiet des Gefäßsystems, bilden sie in nahezu gleichbleibendem Verhältnis zu den roten Blutkörperchen (beim Menschen ca. 1 auf 1000) eine sich aus verschiedenen Untergruppen zusammensetzende Zellformation. Über die Einzelheiten ihrer Morphologie vgl. K. Bürker S. 46. Daß ihnen wichtige Aufgaben des Austauschs verschiedener Organbezirke obliegen, daß sie ganz analog der humoralen Vereinigung und Verteilung der Säfte verschiedenster Quellgebiete — als corpusculäre, cellu- läre Vehikel — zum gesamten Ufergebiet des Blutstroms Austauschbeziehungen unterhalten, erscheint von vornherein plausibel, wenn dies auch im einzelnen schwer zu beweisen und zu ergründen ist. Andererseits manifestiert sich ihre besondere Abhängigkeit vom Zustand der Strombahn, bzw. ihrer Ufer, aus der oft überraschend schnell eintretenden Verschiebung im Gesamtstromgebiet unter dem Einfluß von vasomotorischen Reizen, die die Gefäßwand betreffen können — sei es, daß es sich um eng lokalisierte Reize („Entzündung“), oder um allgemeine Reize handelt, die die vegetativen Zentren erregen (Shock bei Anaphylaxie usw.)

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • R. Seyderhelm
    • 1
  1. 1.Frankfurt a. MDeutschland

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