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Physiologie und Pathologie der Herzklappen

  • Fr. Moritz
Part of the Handbuch der Normalen und Pathologischen Physiologie book series (2664, volume 18)

Zusammenfassung

Zur Physiologie der Semilunarklappen des Herzens ist die breits angekündigte Arbeit von Hochrein aus meiner Klinik inzwischen erschienen1. Sie hat ergeben, daß das „intraprozessuale“, also physiologische Insuffizienzvolumen an der menschlichen Pulmonalis bei Durchströmung mit Wasser 0,5–0,15 ccm beträgt. Bei Durchströmung mit viscöserer Flüssigkeit (Ascitesflüssigkeit) verringerte sich, dieser Wert. Die bedeutsame, scheinbar paradoxe Erscheinung, daß die Klappen schon während des systolischen Einströmens der Flüssigkeit sich weitgehend ihrer Schlußstellung nähern, wird von Hochrein neben der von Ceradini betonten an der Bulbuswand rückwärts verlaufenden Strömung auf die Kontraktion des aus der Arterienwurzel in den weiteren Bulbus eingepreßten Flüssigkeitsstrahls bezogen, dem sich die Klappen durch Engerstellung anpassen. Der glatte, möglichst verlustlose Schluß der Semilunarklappen ist auf diese Weise auch von der Kraft abhängig, mit der der Ventrikel sein Schlagvolum in die Arterie einpreßt. Zu einem rein hydrostatischen Schluß der Klappen durch Überdruck von der Arterienseite her brauchte es, wie wir nachweisen konnten, unter Umständen eines Überdrucks von 30 cm Wasser. Andernfalls floß das Wasser ganz unter die Klappen zurück, ohne sie zu schließen. Bei rein hydrostatischem Schluß der Klappen würde der Insuffizienzverlust ca. 10% des Schlagvolums des Ventrikels betragen, während er so nur ca. 0,85% ausmacht.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1932

Authors and Affiliations

  • Fr. Moritz
    • 1
  1. 1.Köln (Rhein)Deutschland

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