Advertisement

Zusammenfassung

Wenn man einen vollständig normalen, frischen Urin einer mikroskopischen Untersuchung unterwirft, so pflegt man auf gänzliches Fehlen irgendwelcher krystallinischer oder geformter Elemente zu rechnen. Diese Voraussetzung trifft aber nur in seltenen Fällen, und jedenfalls nur unter Anwendung gewisser Vorsichtsmaßregeln zu. Vor allen Dingen ist zu erwägen, daß, namentlich in den tieferen Harnwegen, eine fortdauernde Mauserung stattfindet — aus der Urethra stoßen sich immerwährend Epithelzellen ab, und bei Weibern gesellen sich diesen aus Vagina und Vulva stammende Beimengungen zu. So selten diese leicht erkennbaren Formelemente auch beim Mann Anlaß zu diagnostischen Irrtümern geben, so können sie immerhin den Unkundigen täuschen; daher kann, wo es sich um feinere Untersuchungen handelt, nur empfohlen werden, daß man solche an Katheterharn anstellt; bei Frauen wird in der Tat mitunter aus der makroskopischen Trübung und dem reichlichen, schneeweißen Sediment ein Blasenkatarrh gefolgert, der in Wirklichkeit gar nicht existiert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer Berlin 1911

Authors and Affiliations

  • C. Posner
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

Personalised recommendations