Unfall und innere Krankheiten

  • H. Hildebrand

Zusammenfassung

Als vor etwa 40 Jahren die Unfallgesetzgebung geschaffen wurde, ahnte wohl niemand, welche große Rolle in der nächsten Zeit das Trauma in der Ätiologie der Krankheiten spielen würde. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß diese Rolle in den ersten Jahrzehnten nach Inkrafttreten der Gesetze gewaltig überschätzt wurde. Gab es doch schließlich kaum noch eine Krankheit, welche nach damaliger Ansicht nicht durch Unfall hervorgerufen oder verschlimmert werden konnte. Es wurde ohne viel Kritik verfahren und zuviel Wert auf die Meinung der Kranken gelegt. Gab ein Kranker an, er habe sich verletzt und seit der Verletzung bestünde seine Krankheit, so genügte dies meistens, um den Zusammenhag zwischen Krankheit und Verletzung anzunehmen. Dadurch wurde der Rentensucht wesentlich Vorschub geleistet und die Zahl bewilligter Renten wuchs in das Ungemessene! Bes. stark stieg die Zahl der Rentenempfänger bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, bei welcher die Kontrolle der Erwerbsfähigkeit durch die Lohnlisten fehlt. Es gab manche Familien, deren sämtliche Mitglieder Renten bezogen; sie hatten sich,,auf die Rentenseite gelegt“. Schließlich sah man ein, daß es so nicht weitergehen könne.

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Literatur

  1. 1.
    Barth, A.: Die Encephalographie in versicherungsrechtlicher Beziehung. Berlin: Rich. Schoetz 1929.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • H. Hildebrand
    • 1
  1. 1.MarburgDeutschland

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