Stammesgeschichte und Verwandtschaft bei den Schmetterlingen

  • Martin Hering
Part of the Biologische Studienbücher book series (BIOLSTUD OBA, volume 3)

Zusammenfassung

Über die Entwicklung der Lepidopteren besitzen wir leider außerordentlich wenig positives Material. Fossile Funde sind nur so lückenhaft vorhanden, daß es nicht möglich ist, sich daraus ein geschlossenes Bild der Entwicklung der Ordnung zu machen. Die ältesten Lepidopteren, die wir kennen, stammen aus dem Jura; es sind eigentümhch plumpe, unseren jetzigen Limacodiden ähnliche Formen, die man in der Familie der Palaeontinidae (Gattung Palaeontina) zusammengefaßt hat. Aus der dann folgenden Kreidezeit sind keine fossilen Funde gemacht worden, was außerordentlich zu bedauern ist; gerade in jener Zeit hatten sich nämlich die Blütenpflanzen entwickelt, und wir wissen, in welch naher Beziehung die Schmetterhnge (als Imago) zu den Blüten stehen. Im Tertiär, das auf die Kreide folgte, finden wir die Schmetterhnge schon zu einer Höhe entwickelt, die der jetzigen entspricht. Schon die höchstentwickelten Lepidopteren treten uns entgegen, unter den Großschmetterlingen eine beträchtliche Anzahl von Tagfaltern, unter den Kleinschmetterhngen echte Miniergänge von Nepticula-Arten. So finden sich im Tertiär Vertreter von Tineiden (besonders im Bernstein), Tortriciden, Säcke von Raupen der Tineiden, Psychiden, Geometriden, Noctuiden, Arctiiden, eine’ Raupe einer Sphingide (die von Oppenheim als Sphingiden beschriebenen Fossilien sind Hymenopteren!), Hesperiiden, Libytheiden, Lycaeniden, Nymphaliden, Satyriden, Pieriden und Papilioniden.

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© Julius Springer in Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • Martin Hering
    • 1
  1. 1.Ƶoologischen MuseumUniversität BerlinDeutschland

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