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Die wirtschaftliche Bedeutung der Land- und Wasserstraßen in Vergangenheit und Gegenwart

  • Emil Sax
Part of the Die Verkehrsmittel in volks- und Staatswirtschaft book series (VVS, volume 2)

Zusammenfassung

Gestaltung der Wirtschaft in den Zeiten der alten Landtransportmittel. Den Ausgangspunkt der Entwicklung bezeichnet die Bahnung von Landwegen, die von den primitiven Anfängen ausgetretener Pfade und schmaler Saumwege bei jedem Kulturvolke bis zu Kunststraßen im vollen Sinne des Wortes vorschreitet, soweit nicht die natürliche Beschaffenheit des Geländes entgegensteht, wie bei den Karawanenzügen der Wüste. Die Tragweite der bewirkten Verkehrserleichterung lag anfänglich mehr auf außerwirtschaftlicher Seite als in der Verbilligung der Transporte, solange in früheren Kulturzuständen bei dem geringen Werte der Trag- und Zugtiere, insbesondere wo ihre Ernährung auf freiem Boden stattfand, dann beim Bestände der Sklaverei die Kosten dieser Transportweise sich vergleichsweise niedriger stellten als in späteren Wirtschaftsepochen. Im allgemeinen reichte die Transportvervollkommnung nicht weiter, als gerade die hoch- und höchstwertigen Güter transportfähig zu machen, während die geringwertigen und unter diesen namentlich die schweren oder voluminösen Güter nur auf geringe Entfernungen zur Beförderung gelangten. Aus diesem Grunde konnten ehemals nur Güter von höchstem Tauschwert Gegenstand eines regelmäßigen Verkehres über weite Landstrecken, insbesondere eines Verkehres von Land zu Land sein. Daher kamen lediglich die kostbaren Produkte ferner Zonen und fremder Kunstfertigkeit oder nur örtlich gewinnbare Güter notwendigen Bedarfes, wie Salz, Metalle u. dgl. in den Verkehr der Binnengebiete1). Die „Säumer“ und die Wagenzüge der Kaufleute im Mittelalter, die Prachtfuhrleute noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts: was transportierten sie hauptsächlich? Kolonialwaren, Wein, feine Stoffe, Luxusartikel, Kurzwaren, Geräte1). Die Gegenstände des täglichen Verbrauches der großen Masse der Bevölkerung wurden am Orte selbst erzeugt, Kleidung und Hausrat im Haushalte aus selbstgewonnenen pflanzlichen und tierischen Produkten oder in der nächsten Umgebung angefertigt. Nur in Zeiten eines Mißwachses, also einer außerordentlichen Preissteigerung konnten landwirtschaftliche Produkte aus entlegeneren Gebieten zugeführt werden und ebenso war ein Absatz heimischer Bodenerzeugnisse nur nach Gegenden, wo außergewöhnlicher Mangel heirschte, möglich; einen ständigen Rohproduktenexport nach entfernteren Absatzgebieten gab es auf dem Landwege nicht.

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Literatur

  1. Wolfgang Riepl, „Das Nachrichtenwesen des Altertums“, 1913, S. 172 ff. Ebenda Beispiele für andere Verkehrsrichtungen.Google Scholar

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© Julius Springer in Berlin 1920

Authors and Affiliations

  • Emil Sax

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