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Der Apfelblattsauger (Psylla mali Schm.)

  • Walter Speyer
Part of the Monographien zum Pflanzenschutz book series (MOPFL, volume 1)

Zusammenfassung

Wie bereits in der Einleitung mitgeteilt wurde, hat zuerst Schmidberger das Tier deutsch und lateinisch benannt. Die Bezeichnung Apfel-Afterblattlausl hat sich wegen ihrer Umständlichkeit nicht eingebürgert, jedoch wird der Schmidbergersche Name „Apfelsauger“ neben dem späteren „Apfelblattsauger“ und „Apfelblattfloh“ heute noch in Deutschland allgemein benutzt. Daß sich gelegentlich auch irreführende Vulgärnamen finden, wie z. B. für die Larven „Zucker- oder Honigmilbe“, sowie „Schmierläuse oder Schmiermilben“ (in der Provinz Brandenburg) und „Läuse“ (Niederelbe), ferner für die Imagines „grüne Mücken” oder „Fliegen“ (Niederelbe) sei nur kurz erwähnt. In den englisch sprechenden Ländern heißt der Schädling „apple sucker“, in Norwegen „eplebladloppen“ oder „eplesuger“, in Dänemark. „aeble-bladloppen“, in Schweden „äpplebladloppan“, in Holland „applebladvloo“, in Japan „Ringo-kijirami“, in Polen „miodówka jabloniowa“2.

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Literatur

  1. 1.
    Joh. Leonhard Frisch (1720) beschreibt unter dem Namen „Saugwurm auf den Eisen oder Erlen“ die Erlen-Psylla Psylla alni L. und bildet die Larven ab. Auch diese deutsche Bezeichnung für Psylliden konnte sich begreiflicherweise nicht halten.Google Scholar
  2. 2.
    Réaumur (1737, S. 351–362) nennt die Psylliden „falsche Blattläuse“ („desfaux pucérons“).Google Scholar
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    Löw (1880, S. 570–571, Anmerkung 11): „Linné hat im ganzen 17 Chermes-Arten aufgestellt. Hievon sind: Acht als Psyllodenarten wieder erkannt worden, nämlich: C. aceris, alni, betulae, buxi, ficus, fraxini, pyri und urticae; eine, die bekannte Fichtengallenlaus, Ch. abietis,welche zu den Aphiden gehört; drei bloß benannt, aber nicht beschrieben, nämlich: 1. Ch. cerastii,von welcher Linné nichts weiter angibt, als daß durch sie Deformationen an Cerastium viscosum entstehen; 2. Ch. fagi,von der Linné bloß sagt: „Habitat in Fagi sylvaticae foliis“ und dabei eine Abbildung Réaumurs zitiert, welche eine Aphidenart, die bekannte Phyllaphis fagi L. darstellt; 3. Ch. ulmi,unter welchem Namen LINNÉ eine Larve beschreibt, die wahrscheinlich einer Pemphigus-Art angehört; eine, die Ch. graminis,einganz räthselhaftes Insekt, aber jedenfalls keine Psyllode, weil schon Linné selbst, ganz entgegen dem Wortlaute seiner GattungsdiagnoseGoogle Scholar
  4. von ihr sagt: „pedes non saltatorii“; vier gewiß auch Psyllodenarten, welche aber bis jetzt noch nicht entziffert werden konnten, einerseits weil sie von Linné viel zu ungenügend beschrieben wurden, andererseits weil die Pflanzen, nach denen Lrxné sie benannt hatte, wahrscheinlich gar nicht ihre Nährpflanzen sind. Diese Arten heißen: Ch. calthae, quercus, salicis und sorbi.“ Google Scholar
  5. 1.
    Als schädlich werden außer dem Apfelsauger folgende Arten genannt (Zacher, 1916): Psylla pyri L., pyricola FST., pyrisuga FsT. an Birne; Psylla isitis Buxr. am Indigo in Behar; Phytolyma lata Scott an Chlorophora excelsa; Phacosema Zimmermanni Aulma. an Khaja senegalensis; Trioza viridula ZETT. an Mohrrüben; Diaphorina citri Kuws. an Citrus.Google Scholar
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    Auf Sorb us lebt anscheinend eine von Ps. mali deutlich unterscheidbare andere Species: Psylla sorbi L. (vgl. Edwards, 1918).Google Scholar
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    Nach Abschluß dieser Arbeit hat Weber (1929) die gesamte Morphologie des Psylla-Kopfes sehr genau dargestellt und viele Unklarheiten beseitigt.Google Scholar
  11. 1.
    Die Borstenkammer durchbohrt das Bauchmark hinter dem Unterschlundganglion.Google Scholar
  12. 1.
    Ich muß auch an dieser Stelle auf die Arbeit von Weber (1929) verweisen, der die Morphologie des larvalen und imaginalen Thorax ausführlich behandelt.Google Scholar
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    Bei der Reduktion von Segmenten schwinden nach Heymons ( 1899, S. 537 bis 556) zuerst die Sternite, so daß gelegentlich auch ventral gelegene Teile tergale Bildungen sind.Google Scholar
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    Mixxnewicz (1927) gibt gute farbige Abbildungen der fünf Larvenstadien.Google Scholar
  16. 1.
    Minxiewicz (1927) bildet in seiner Fig. 19 ein II. Larvenstadium mit acht abdominalen Stigmenpaaren ab.Google Scholar
  17. 1.
    Anscheinend ist Minkiewicz (1927) der gleichen Ansicht.Google Scholar
  18. 1.
    Schmidberger (1837) beobachtete die erste Copula am 6. September, nachdem er bereits einige Tage zuvor reife Eier aus einem Weibchen herauspräpariert hatte, und schloß daraus, daß die Eier regelmäßig vor der Begattung reif werden.Google Scholar
  19. 1.
    Diese Hypothese wird u. a. auch von Wittmann (1919) und von Mixxle wicz (1927, II) aus verschiedenen ernsthaften Gründen abgelehnt.Google Scholar
  20. Schmidberger (1837) gelang das Vortreiben erst im März.Google Scholar
  21. 1.
    Das an der Niederelbe in den Sommermonaten mehrfach beobachtete plötzlich einsetzende Abfallen zahlreicher, anscheinend gesunder Blätter dürfte zwar auch mit dem starken Psyllabefall zusammenhängen, wenngleich die primäre und stärkste Ursache des Blattfalles in den eigenartigen Bodenverhältnissen zu suchen sein wird (Speyer, 1926, S. 95–97; Rothe, 1928 ).Google Scholar
  22. 2.
    Nach Nikolky (1927) erreichen Apfelblütenstecher (Anthonomus pomorum) nicht die normale Größe, wenn sich ihre Larven in Blütenknospen entwickeln, an denen Psyllalarven saugen.Google Scholar
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  24. 1.
    Küster (1925) ist der Ansicht, daß die enge Pflanzweise nur indirekt den Apfelsauger begünstigt, indem die Bäume durch zu engen Stand geschwächt, und geschwächte Bäume von Psylla mali mit Vorliebe angegriffen werden. — Beweise hierfür konnte ich an der Niederelbe nicht finden.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer, Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • Walter Speyer
    • 1
  1. 1.Regierungsrat bei der Biologischen Reichsanstalt für Land- u. Forstwirtschaft, Ƶweigstelle StadeDeutschland

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