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Zusammenfassung

Es ist bemerkenswert, daß uns bis auf den heutigen Tag eine klare und eindeutige Definition für das, was wir als Färberei zu verstehen haben, vollkommen fehlt. Damit ist deutlich genug gekennzeichnet, daß man sich im allgemeinen vollkommen klar ist, es bei der Färberei mit verwickelten, noch außerordentlich undurchsichtigen Vorgängen zu tun zu haben. Wenn Grandmougin2) die Färberei als die Aufgabe definiert, tierische oder pflanzliche Gespinstfasern durch Behandeln mit gelösten Substanzen derart zu durchdringen, daß eine gleichmäßige, dauerhafte Färbung der Faser erzeugt wird, so wird durch diese Definition erstens dem physikalischen Effekt, der das Färben auslöst, keinerlei Rechnung getragen, ferner setzt er sich damit in Widerspruch zu neueren Forschungen auf dem Gebiete der Genesis der Färbung. Genauer drückt sich O. N. Witt aus3): Gefärbte Körper sind solche Massen, welche imstande sind, die Lichtschwingungen des Äthers in irgendeiner Weise zu beeinflussen, und zwar so, daß Schwingungen von gewisser Wellenlänge aus den Gesamtschwingungen ausgeschieden werden, worauf dann nur die verbleibenden in unser Auge gelangen und auf dasselbe wirken können. Als dritte Definition der Färberei soll diejenige von Löwenthal4) wiedergegeben werden: Die Färberei bezweckt die Erzeugung bleibender, einheitlicher Färbungen in der Masse verschiedener Gegenstände vermittels Befestigung von Farbstoffen in oder auf denselben durch chemische und physikalische Vorgänge.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • R. Haller
  • H. Glafey

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