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Zusammenfassung

Unter der chemischen Technologie der Baumwolle fassen wir alle diejenigen im Großbetriebe mit der Baumwollfaser, dem Rohgespinst und dem Rohgewebe vorgenommenen chemischen Operationen zusammen, die den Zweck verfolgen, den Rohstoff einem höheren Veredlungsgrad zuzuführen. Dabei ist vollkommen gleichgültig, ob der Rohstoff selbst chemischen Veränderungen unterworfen wird, oder ob die Baumwolle lediglich als Substrat dient, um darauf chemische, dem Zweck der Veredlung dienende Reaktionen hervorzurufen. Für den vorliegenden Zweck kommen vorzugsweise Vorgänge letzterer Art zur Behandlung. Die Vorgänge in der chemischen Technologie anorganischer und organischer Rohstoffe sind zwar auch Veredlungsprozesse, doch in dem Sinne, daß sie durch chemische Reaktionen in neue, vom Ausgangsmaterial verschiedene Produkte umgewandelt werden. Im Gegensatz hierzu wird die chemische Technologie der Baumwolle, oder allgemeiner der Gespinstfasern, ihr Bestreben hauptsächlich darauf richten, die Verunreinigungen des Rohstoffs zu entfernen, im übrigen aber die natürlichen Vorzüge der Faser, Festigkeit, Glanz, Elastizität, Färbbarkeit, nicht nur zu erhalten, sondern nach Möglichkeit zu steigern trachten. Außerhalb des Rahmens dieser Arbeit fallen alle diejenigen chemischen Prozesse, welche die Aufgabe haben, die Baumwolle zu desorganisieren, um dieselbe in Gespinstfasern von oft anderem chemischen Aufbau überzuführen, also die Kunstseidenfabrikationen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • R. Haller
  • H. Glafey

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