Lumbalflüssigkeit und Bedeutung der Serodiagnose der Syphilis für Neurologie und Psychiatrie

  • V. Kafka

Zusammenfassung

Vorbemerkung. Als Quincke im Jahre 1891 durch die Einführung der Lumbaipunktion eine genaue Durchforschung der Rückenmarksflüssigkeit ermöglichte, war man noch weit davon entfernt, die Bedeutung der Zusammensetzung dieser Flüssigkeit für die Serodiagnose der Lues zu ahnen. Erst als die Franzosen Widal, Sicard und Ravaut im Jahre 1901 festgestellt hatten, daß bei Syphilis des Zentralnervensystems die Lumbalflüssigkeit eine Vermehrung ihrer zelligen Elemente zeigt, begann eine emsige Forschung auf diesem Gebiet, die sich bald nicht mehr nur auf die Morphologie, sondern auch auf die Chemie dieser Flüssigkeit erstreckte. Hier wären die Namen Siemerling, Nissl, Schönborn, dann Nonne und seine Schule ganz besonders hervorzuheben. Als dann im Jahre 1906 v. Wassermann und F. Flaut zeigten, daß die Wassermann-Neisser-Brucksche Reaktion sich auch mit Liquor anstellen läßt und hier von größter lokaldiagnostischer Bedeutung ist, wandte sich das Interesse der Syphilidologen, Neurologen, Psychiater, Internisten usw. auch diesem Gebiete zu und es entstand eine Hochflut von Arbeiten, die auch heute noch anhält und neue Gesichtspunkte bringt. Man hatte nun die Bedeutung der Untersuchung der Lumbalflüssigkeit in ihrem vollem Umfange erfaßt und die Bearbeitung erfolgte nicht nur extensivest, sondern auch intensivest, so daß wir heute bereits über ein großes neues Gebiet der Liquorforschung verfügen.

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© Julius Springer in Berlin 1924

Authors and Affiliations

  • V. Kafka
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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