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Die verschiedenen Fusionsperioden in Deutschland

  • Robert Goldschmidt
Part of the Rechtsvergleichende Abhandlungen book series (RA)

Zusammenfassung

Es ist oben in § 1 bereits darauf hingewiesen worden, daß sich schon vor dem verlorenen Krieg und insbesondere auch im vorigen Jahrhundert wirtschaftliche Zusammenschlüsse aufweisen lassen, die nicht lediglich einen vereinzelten Charakter zeigen, ohne freilich an Intensität die augenblickliche Epoche zu erreichen. Das gleiche läßt sich sagen, wenn man speziell die Fusion im wirtschaftlichen Sinne als ein Mittel zur wirtschaftlichen Konzentration ins Auge faßt. Liefmann1 hat einen kurzen historischen Überblick gegeben. So weist er darauf hin, daß schon eine der ältesten deutschen Aktiengesellschaften, die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmgebiet 1836, aus einer Fusion zahlreicher Zechen entstanden ist, daß sich 1872 neunzehn rheinisch-westfälische Pulverfabriken zu einer Aktiengesellschaft vereinigten, aus der dann durch Verschmelzung mit der Pulverfabrik Rott-weil-Hamburg die Vereinigten Köln-Rottweiler Pulverfabriken AG., die spätere Köln-Rottweil AG. entstand; bekanntlich ging diese im Juli 1926 in den I.G.Farben durch Fusion auf. Weiter weist Liefmann auf die Fusion der Nürnberger Pinselfabriken, der Ultramarinfabriken, der Elbschiffahrtsgesellschaften und der Stickstoffgesellschaften hin. Eine weitere Fusionsbewegung setzte 1900 ein, die die elektrische Industrie, die Montanindustrie und die Banken ergriff2.

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Literatur

  1. 1.
    a. a. O., S. 308.Google Scholar
  2. 2.
    Was die letzten anbelangt, so sei in diesem Zusammenhang darauf hingewisen, daß bei den Banken in Deutschland im vorigen Jahrhundert Fusionen relativ selten waren. Als Grund wird von Riesser (Die deutschen Großbanken und ihre Konzentration, 3. Aufl., 1910, S. 500ff.) angeführt, daß bei Bankfusionen dieser Zeit der Grund meist die Notwendigkeit der Errichtung von Filialen seitens der größeren Banken war, die sich die vorhandenen Lokalbanken angliederten, wobei jedoch stets ein Verlust von Beziehungen eintrat, wie dies bei dem Vertrauensverhältnis zwischen Bankier und Kunden ja auch natürlich ist. In England waren damals Bankfusionen weit häufiger; dort erfolgten zwischen 1877 und 1905 252 Fusionen. In Deutschland bevorzugte man große Beteiligungen, die erst kurz vor und vor allem nach dem Krieg in Fusionen umgewandelt wurden (vgl. Fix: Fusion von Aktiengesellschaften 1928, S. 7/9).Google Scholar
  3. 1.
    Vgl. Haussmann: a. a. O., S. no, Anm. 97.Google Scholar
  4. 2.
    Vgl. Bosch im Enqueteausschuß, S. 437.Google Scholar
  5. 3.
    a. a. O., S. 261.Google Scholar
  6. 4.
    So Harms im Enqueteausschuß, S. 376; Weisbart, bei Ring-Schachian, S. 505, spricht von Teilfusion. Darüber, daß juristisch nicht einmal §303 HGB. in Frage kommt, vgl. RG. JW. 1929, S. 1371, Nr. 8.Google Scholar
  7. 5.
    Enqueteausschuß, S. 378.Google Scholar
  8. 1.
    Vgl. Vossische Zeitung vom 2. und 3. Mai 1929.Google Scholar
  9. 2.
    Liefmann: Beteiligungs- und Finanzierungsgesellschaften, S. 570; vgl. auch Heinsheimer: Handelsrecht, S. 104.Google Scholar
  10. 3.
    Vgl. Liefmann: Kartelle..., S. 306.Google Scholar
  11. 3.
    Vgl. Lewinsohn: „Laßt Luft herein!“(Vossische Zeitung vom 7. April 1929).Google Scholar
  12. 5.
    Delmonte: „Zusammenschluß der Starken“(Vossische Zeitung vom 30. April 1929).Google Scholar
  13. 1.
    Es ist von Interesse darauf hinzuweisen, daß die Deutsche Bank als die übernehmende Gesellschaft auftritt, obwohl sie eine Aktiengesellschaft, die Discontogesellschaft aber eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ist, und bei dem heutigen Bestreben der Verwaltungen, ihre Macht zu stärken, die Form der Kommanditgesellschaft auf Aktien in dieser Hinsicht geeigneter als die der Aktiengesellschaft erscheint.Google Scholar
  14. 2.
    Vgl. hierzu Paul Elsberg: Die Bank der Banken (Vossische Zeitung vom 29. September 1929.)Google Scholar
  15. 3.
    Gegenüber diesem Ereignis treten kleinere Zusammenschlüsse, wie die Fusion der Peters Union mit der Continentalen Caoutschouc und Guttapercha Compagnie sowie der Firma Gummiwerke Titan B. Pollack AG., die Fusion der „Nordstern Allgemeine Vers icher ungs-AG.“mit der „Vaterländischen und Rhenania Vereinigte Versicherungsgesellschaften AG. “, zurück. Hingewiesen werden mag nur noch auf die Fusion im ehemaligen deutschen Oberschlesien, durch die die Bismarckhütte unter Erhöhung ihres Aktienkapitals von 51 auf 100,30 Mill. Zloty die Silesiahütte und Kattowitzer AG. aufnahm (vgl. Vossische Zeitung vom 3. Juni 1929).Google Scholar

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© Julius Springer in Berlin 1930

Authors and Affiliations

  • Robert Goldschmidt
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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