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Anfechtbarkeit und Nichtigkeit von Fusionsbeschluß und Fusionsvertrag

  • Robert Goldschmidt
Part of the Rechtsvergleichende Abhandlungen book series (RA)

Zusammenfassung

Der Gesetzgeber hat im § 308 HGB. bestimmt, daß nach erfolgter Fusion eine Anfechtung des den Übergang betreffenden Generalversammlungsbeschlusses gegen die übernehmende Gesellschaft zu richten ist; und das Reichsgericht hat entschieden, daß das auch gelten müsse für die Feststellungsklage auf Nichtigkeit des Generalversammlungsbeschlusses (RG. 75, S. 271; 115, S. 381), sowie für alle Klagen auf Feststellung der Nichtigkeit auch früherer Generalversammlungsbeschlüsse (RGE, 115, S. 381)1. — Das letzte dürfte abzulehnen sein, jedoch soll hier nicht näher darauf eingegangen werden2. Es fragt sich nun, welche Rechtswirkungen die erfolgreiche Anfechtung des Übertragungsbeschlusses der untergegangenen Gesellschaft hat. Hierüber bestehen große Unklarheiten. Als erster hat sich wohl Flechtheim1 mit dieser Frage eingehender befaßt2. Er meint, daß zwar dann die Auflösung der Gesellschaft als nicht erfolgt gelte, dies aber lediglich für die inneren Beziehungen der Gesellschaft Bedeutung habe. Dem steht § 308 nicht entgegen, da die.Passivlegitimation der übernehmenden Gesellschaft nur in ihrer Eigenschaft als Rechtsnachfolgerin, nicht aber als Vertreterin der Gesamtorganisation der Gesellschaft gegeben sei; er spricht hier von einer Aushilfsvertretung wegen der bereits erfolgten Löschung.

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Literatur

  1. 1.
    Das gleiche muß auch für das Löschungsverfahren gemäß § 144 FGG. gelten; vgl. Lehmann-Ring zu §308; Staub-Pinner: §308, Anm. 3.Google Scholar
  2. 2.
    Übereinstimmend Brodmann: §308, Anm. 1a.Google Scholar
  3. 1.
    Festschrift für Zitelmann: Ungültigkeitserklärung eines Generalversammlungsbeschlusses, S. 26/27.Google Scholar
  4. 2.
    Vgl. vor ihm Staub: § 308 Anm. 2; Goldmann: § 308, Ziff. 2; Ritter: Anm. 1; v. Ziegler: S. 178.Google Scholar
  5. 3.
    Anfechtbarkeit und Nichtigkeit bei Generalversammlungsbeschlüssen von Aktiengesellschaften, 1924, S. 216ff.Google Scholar
  6. 4.
    Übereinstimmend Brodmann: §308, Anm. 1bAIa1; hingegen scheint die neueste Entscheidung des RGs in JW. 1929, S. 2136/7 der Ansicht Flechtheims zuzuneigen, ohne freilich klar Stellung zu nehmen.Google Scholar
  7. 5.
    So auch die herrschende Lehre. Vgl. Staub-Pinner: §308, Anm. 2; Goldmann: Anm. 2; Lehmann-Ring: Anm. 4; Ritter: Anm. 1; Brodmann: Anm. 1 b A I a 1.Google Scholar
  8. 1.
    Schließlich hat Brodmann, a. a. O., darauf hingewiesen, daß, da nach Flechtheim die alte Gesellschaft ihr Vermögen nicht zurückerhält, sie praktisch nur als Liquidationsgesellschaft besteht, so daß sie im Grunde genommen die eingezogenen Aktien der übernehmenden Gesellschaft wieder auf die Aktionäre zu verteilen hat.Google Scholar
  9. 2.
    Vgl. RGE. 82, S. 378.Google Scholar
  10. 3.
    Vgl. hierzu RG. in JW. 1929, S. 2137.Google Scholar
  11. 4.
    Vgl. aber auch schon Wandschneider: a. a. O., S. 71.Google Scholar
  12. 5.
    Vgl. Staub-Pinner: §189, Anm. 25; RG. 54, S. 129; 79, S. 112; 82, S. 378.Google Scholar
  13. 1.
    Vgl. Flechtheim: a. a. O.Google Scholar
  14. 2.
    Vgl. Hueck: a. a. O., S. 219,Google Scholar
  15. 1.
    Vgl. Hueck: a.a.O., S. 219.Google Scholar
  16. 2.
    Vgl. auch KommBer.: S. 27 und 31.Google Scholar
  17. 1.
    Vgl. auch derselbe in JW. 1929, S. 2167.Google Scholar
  18. 2.
    Daß durch die Eintragung in das Handelsregister nicht etwa der Mangel der nach § 311 BGB. erforderlichen Form geheilt wird, vgl. Schultze v. Lasaulx: a. a. O., S. 367/8.Google Scholar
  19. 3.
    Vgl. auch Brqdmann: §311, Anm. 3 b.Google Scholar
  20. 4.
    Vgl. auch Makower: §308, A4; v. Cosel: S. 184; a. M. Hueck: a. a. O., S. 218, der meines Erachtens dem Charakter der Fusion als eines zusammengesetzten Rechtsgeschäftes nicht gerecht wird.Google Scholar
  21. 1.
    So Flechtheim in der Festschrift für Zitelmann: S. 28; Hueck: a. a. O., S. 220; Staub-Pinner: § 287, Anm. 3.Google Scholar
  22. 2.
    Vgl. insbesondere RG. 40, S. 147, und auf Umwegen auch RG. 79, S. 115; 85, S. 312; vgl. auch Heymann (Bremen): S. 251.Google Scholar
  23. 3.
    Übereinstimmend v. Cosel: S. 184; Schmitt: S. 155.Google Scholar
  24. 1.
    a. M. Staub-Pinner: a.a.O.; vgl. auch v. Ziegler: S. 178, der einen Ersatzanspruch gegen die übertragende Gesellschaft aus § 823, II BGB. (?) geben will.Google Scholar
  25. 2.
    Er meint, daß die übernehmende Gesellschaft das Vermögen zu einem Drittel, Viertel, Achtel entsprechend der Anzahl der zurückgewährten Aktien herauszugeben verpflichtet ist.Google Scholar
  26. 3.
    Vgl. Anm. zu § 308 und zu § 311, Anm. 3 b.Google Scholar
  27. 1.
    Über derartige Fälle vgl. Staub-Pinner: §273, Anm. 16 – 18.Google Scholar
  28. 2.
    Vgl. hierzu Heymann (Bremen): S. 240, der annimmt, daß die Nichtigkeitsklage nicht gegen den Generalversammlungsbeschluß, sondern gegen die Fusion als solche gegeben sei; ähnlich auch v. Ziegler: S. 179. Das gilt jedoch meines Erachtens nur, wenn der Fus ions vertrag (§§311, 125 BGB.) nichtig ist.Google Scholar
  29. 3.
    Vgl. Hueck: S. 239, und Schultze: S. 77.Google Scholar
  30. 4.
    Zitelmann-Festschrift: S. 28.Google Scholar
  31. 5.
    Vgl. hierzu Schmoelder: JW. 1929, S. 2095.Google Scholar
  32. 1.
    Vgl. RG. 115, S. 384, und in JW. 1929, S. 2137.Google Scholar
  33. 2.
    Der Aktionär kann vielmehr, wie das RG. betont, nur seine eigeneAbstim-mung in der Generalversammlung anfechten, die, wenn erfolgreich, zu einer Ungültigkeit des Generalversammlungsbeschlusses führen würde, wenn das Abstimmungsergebnis auf seiner Abstimmung beruht.Google Scholar
  34. 3.
    Vgl. auch Heymann (Bremen): S. 249; Schultze: S. 80.Google Scholar
  35. 4.
    Nur wenn keine Kapitalserhöhung erfolgt, tritt schon in diesem Augenblick der Untergang der Gesellschaft ein.Google Scholar
  36. 5.
    Vgl. Flechtheim: S. 47; Staub-Pinner: §189, A 25.Google Scholar
  37. 1.
    Vgl. hierzu auch de lege ferenda Brodmann: ZHR. 94, S. 85. Google Scholar
  38. 2.
    Vgl. Staub-Pinner: § 302, Anm. 5.Google Scholar
  39. 3.
    Flechtheim haben sich angeschlossen Staub-Pinner: § 308, A 3; Goldschmit: § 308, A3; Brodmann: a. a. O.; a. M. Heymann (Bremen): a. a. O., S. 249.Google Scholar
  40. 1.
    Vgl. Staub-Pinner: § 241, A 25, 28.Google Scholar
  41. 1.
    Vgl. hierzu auch Brodmann: a. a. O.Google Scholar
  42. 1.
    Vgl. auch Fragebogen VII, Frage 71.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1930

Authors and Affiliations

  • Robert Goldschmidt
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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