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Konnatale Syphilis und Athetose

  • F. Kehrer
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 50)

Zusammenfassung

Ungefähr dasselbe, was über den Zusammenhang der Kinder-Chorea mit Syphilis gesagt wurde, gilt für die angeborene oder infantile Athetose. Foerster berichtet von 2 Fällen der Art, die er auf elterliche Syphilis zurückführt. Ob der S. 66 erwähnte Fall von Runge hierher zu rechnen ist, dessen Vater an „Paralyse“ verstorben sein soll, der selbst aber keine Zeichen von Syphilis bot, ist sehr fraglich. Wahrscheinlicher ist, daß in einem Falle von A. Westphal-Sioli2 elterliche Syphilis ätiologisch eine Rolle spielte:

Ein nervöser Mann, der aus 1. Ehe 6 gesunde Kinder hatte, zeugte in 2. Ehe mit einer an Lungenentzündung verstorbenen Frau, welche vor der Ehe „geschlechtskrank“ war und mehrere Fehlgeburten und auch in dieser Ehe eine Fehlgeburt durchgemacht hatte, 5 Kinder, von denen das 1., 2., 4. und 5. gesund war, das 3. aber nach annähernd normaler Entwicklung seit dem 7. Lebensjahre in zunehmendem Maße neben schwerster Früh-Demenz eine Mischung von starker Athetose fast des ganzen Körpers mit Torsionismus von Kopf, Rumpf und Zunge, wechselnden choreatischen Bewegungen und Kontrakturen der Extremitäten, besonders der Beine bot; es fanden sich Hutchinsonsche Zähne, zahlreiche Narben am ganzen Körper, negativer „Blut“-Wassermann, normale Pupillen und Reflexe; Liquor und Augenhintergrund konnten leider nicht untersucht werden; doch hatte man nicht den Eindruck bestehender Blindheit. Das Kind verstarb im 16. Lebensjahre. Anatomisch ergaben sich, abgesehen von Kleinheit des ganzen Gehirns, überall in Großhirn und zentralen Ganglien, sowie am Purkinje-Apparat und in Teilen des Nucleus dentatus des Kleinhirns Ganglien-zellveränderungen, die ganz den von Spielmeyer für die juvenile familiäre amaurotische Idiotie als pathognomonisch bezeichneten entsprachen, außerdem schwere, verbreitete endarteriitische und leichte infiltrative Veränderungen in den gleichen Gebieten, besonders aber im Striatum; Spirochäten ließen sich bei der Jahne1 — Färbung nicht nachweisen.

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Literaturhinweise

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1928

Authors and Affiliations

  • F. Kehrer

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