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Psychologie der krankhaften Stirnhirnerscheinungen

  • Erich Feuchtwanger
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Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 38)

Zusammenfassung

Bei den folgenden Betrachtungen sollen die in der ersten Gruppe des zweiten Abschnittes behandelten Störungen (des Gleichgewichtes, der musischen Funktionen usw.) nicht herangezogen werden. Die Besprechungen sollen sich auf die in den übrigen Gruppen zusammengestellten Störungen der psychischen Leistungen beschränken.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    Vgl. Brentano : Von der Klassifikation der psychischen Phänomene. 1911.Google Scholar
  2. 1).
    Der Ausdruck „aktuell“ wird hier nur auf den Tätigkeitsanteil angewandt (vgl. die Unterscheidung Ach’s vom „aktuellen“ und „gegenständlichen“ Moment am Willensablauf). Es ist dies also in einem anderen Sinne als in dem Külpe von der „Aktualität der Gefühle“ (im Gegensatz zur Vorstellbarkeit der Gefühle) spricht.Google Scholar
  3. 2).
    Vgl. L. Klages, Zur Theorie und Symptomatologie des Willens. Ztschr. f. Patho-psychologie Erg.-Bd. I. 1914.Google Scholar
  4. 1).
    Becher, E.: Gefühlsbegriff und Lust-Unlustelemente. Ztschr. f. Psychol. Bd. 74. 1916.Google Scholar
  5. 2).
    Külpe, O.: Vorlesungen über Psychologie (herausg. v. K. Bühler). 1921. Kap. „Gefühl“. — Ref. Internat. Kongreß für Philosophie 1910. — Art. „Gefühl“, Handw. d. Naturw.Google Scholar
  6. 3).
    Geiger, M.: Das Bewußtsein von Gefühlen. Münch. philos. Abhandl. 1910.Google Scholar
  7. 4).
    Störring, G.: Psychologie des menschlichen Gefühlslebens. 1916.Google Scholar
  8. 5).
    F. Krueger („Die Tiefendimension und die Gegensätzlichkeit des Gefühlslebens“, Festschr. f. Joh. Volkelt, München 1918) sieht in den „Wertungen“ „dispositionelle Konstanten des Gemütes“. Die Gefühle sind bei ihm spezifische Komplexqualitäten des jeweiligen Bewußtseinsinhaltes. Neben der Dimension der Breite wird für die Gefühle eine Tiefendimension angenommen, die nicht nur durch Qualität und Intensität, sondern durch die Beziehung zu den Wertsystemen gekennzeichnet ist. — Der von uns verwendete Wertungsbegriff ist weiter als der Kruegers.Google Scholar
  9. 1).
    Meinong, A. v.: Über Annahmen. 2. Aufl. 1910. S. 324. „Ich hatte gemeint, das für alle Werttatsachen charakterisierende Verhalten in der Weise gefunden zu haben, wie man durch seine Gefühle zur Wirklichkeit als solcher Stellung nimmt. Diese Wirklichkeitsgefühle hatte ich darum als die eigentlichen Wertgefühle bezeichnet.“Google Scholar
  10. 2).
    Das „Begehren“ ist, wenn man den Begriff nicht über seinen ursprünglichen Umfang erweitert, eigentlich nur der Spezialfall eines Wunsches, nämlich des Wunsches, daß etwas mir gehöre, in meinem Besitz sei oder in ihn komme. — Wenn ich ein Kunstwerk genieße, etwa eine Architektur betrachte, habe ich dabei doch kein Begehren; mindestens ist der Wert, den ich dem Kunstwerk beimesse, in keinem Verhältnis zu einem dabei etwa auftretenden Begehren.Google Scholar
  11. 3).
    A. Messer (Psychologie, Kap. 19) unterscheidet mit Recht „gefühlsmäßige“ und „intellektuelle“ Wertungen. Er trennt die letzteren grundsätzlich von dem Wissen schon bestehender Werte. Die hier besprochenen „subjektiven“ Wertungen sind „gefühlsmäßige Wertungen“.Google Scholar
  12. 1).
    Vgl. zu dem Gegenstand O. Kraus: Die Grundlagen der Werttheorie. Philos. Jahrb. Bd. II. 1914.Google Scholar
  13. 2).
    Kant: Das Lächerliche ist ein Effekt der plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in nichts. Schopenhauer spricht von Inkongruenz zwischen einem Begriff und dem durch denselben „gedachten Gegenstand“. Kraepelin sucht das Komische durch den „Vorstellungskontrast“ zu erklären. Lipps (vgl. hierzu Volkelt) spricht zwar von „Verblüffung“ und „Erleichterung“, faßt diese Momente aber als Erscheinungsweise der Apperzeption, der Auffassungskraft und der Aufmerksamkeit. Nach Freud besteht der Witz in „Ersparung an Hemmungs- und Unterdrückungsaufwand und dem dadurch bedingten Lustgewinn“.Google Scholar
  14. 1).
    Vgl. Hecker: Physiologie und Psychologie des Lachens und des Komischen. 1873. — Kraepelin: Zur Psychologie des Komischen. Philos. Stud. Bd. II. 1885. — Th. Lipps: Komik und Humor. 1898. — S. Freud: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. 1912. — R. Müller — Freienfels: Psychologie des Komischen. Dtsch. Psychol. Bd. I. 1916.Google Scholar
  15. 2).
    Volkelt, J.: System der Ästhetik Bd. II, S. 352f. 1910.Google Scholar
  16. 1).
    Bühler, K.: Art. „Aufmerksamkeit“ in Handw. d. Naturw.Google Scholar
  17. 2).
    Ach, N.: Der Willensakt und das Denken. 1905. — Derselbe: Art. „Wille“ in Handw. d. Naturw.Google Scholar
  18. 1).
    Lindworsky, J.: Der Wille. Leipzig 1919 u. 1921.Google Scholar
  19. 2).
    Der Begriff der „determinierenden Tendenzen“ war zunächst für die entsprechenden Erlebnisfaktoren der automatischen Handlung von Ach gebraucht. Der Begriff „determinative Impulsbereitschaft“ soll für jede Art von Handlung gelten (vgl. später S. 145).Google Scholar
  20. 3).
    M. Geiger („Fragment über den Begriff des Unbewußten,“ Jahrb. f. Philos. u. phaen. Forsch. Bd. IV; Halle 1921) untersucht vom Standpunkt des immanenten Realismus aus das Vorkommen unerlebten Wollens (3. Abschnitt, S. 94f.). Er scheidet in der Willenstätigkeit die „Wollenssetzung“ vom „wollenden Verhalten“. In der „Wollenssetzung“ faßb er die „Zielsetzung“ mit Richtung auf das Gegenständliche (das Ziel) und die „Selbstbestimmung zum Wollen“ mit Richtung auf das Ich (reflexiv). Im „wollenden Verhalten“ ist der Zustand gemeint, in dem (bei länger dauerndem Wollen) das Ich nach dem Entschluß auf die Ausführung gerichtet bleibt. Die „Wollenssetzung“ ist nie unerlebt, wohl aber kann das „wollende Verhalten“ unerlebt sein (vgl. determinierende Tendenzen im Achschen Reaktionsversuch, posthypnotische Aufträge usw.) In der „Selbstbestimmung zum Wollen“ ist ein Teil unserer „Spontaneitätsfunktionen“, in dem „wollenden Verhalten“ unsere „determinative Bereitschaft“ enthalten.Google Scholar
  21. 1).
    Abkürzung für Stern und Wiegmann, Methodensammlung zur Intelligenzprüfung von Kindern und Jugendlichen. 1920.Google Scholar
  22. 1).
    Wir haben versucht, durch Vorlage von fiktiven Konflikten (z. B. in der Novelle Kleists „Michael Kohlhaas“ : Wer hat recht, die sächsischen Feudalgerichte oder Kohlhaas ?) eine entsprechende Situation zu schaffen. Hier geht Vö. aber dem Konflikt geflissentlich aus dem Wege und bleibt ohne schärfere Begründung bei einer Eventualität (nämlich dem Gehorsam gegen die Gerichte), ohne die andere abzuschätzen.Google Scholar
  23. 1).
    Die Zahlen in Klammern sind die für die betreffende Kategorie gefundenen Durchschnittszahlen v. Rohdens.Google Scholar
  24. 1).
    s. Tabelle S. 151.Google Scholar
  25. 2).
    „Unendliche Kurven“ wie am Mossoschen Ergographen werden am Weilerschen Arbeitsschreiber innerhalb der Minuten des Arbeitsversuches bei maximaler Anspannung auch bei sehr Ermüdbaren nicht beobachtet.Google Scholar
  26. 1).
    S. Tabelle S. 151.Google Scholar
  27. 1).
    Die Methode von Fernard-Jacobsohn (vgl. Jacobsohn: Zeitschr. f. ges. Neurol. u. Psychiatrie 1919, S. 285f.) trifft bekanntlich nicht das ethische Verhalten, sondern höchstens das Wissen um objektive Werte. Die Erfahrung, die wir mit dieser Methode an ungebildeten Individuen gemacht haben, hat gezeigt, daß der Durchschnitt der Leute die Beurteilung nicht nach dem Motiv der Tat, sondern nach dem Effekt der Tat richtet, so daß die von den Autoren geforderte Reihenfolge der abgestuften Straftaten kaum auf eine Normalreihe gebracht werden kann. Die Methode scheint uns ausbaufähig, aber als Test in der angegebenen Form nur mit großer Vorsicht brauchbar.Google Scholar
  28. 1).
    Vgl. F. Krueger, a. a. O.Google Scholar
  29. 1).
    Der akinetische Fall E. Forsters (Monatsschr. f. Psychiatrie u. Neurol. Bd. 46, Heft 1) berichtet über den Geschlechtsakt, „... der Trieb sei wohl da, aber er könne sich nicht so dazu entschließen, er komme nicht so dazu“ (S. 8).Google Scholar
  30. 2).
    Vgl. den „Schautrieb“ als normalen infantil-sexuellen Partialtrieb im Sinne Freuds.Google Scholar
  31. 1).
    Vgl. Wundts Apperzeptionsbegriff und neuerdings auch Lindworsky (Experimentelle Psychologie 1921, S. 240).Google Scholar
  32. 2).
    Unter „Willensspannung“ (analog auch „Aufmerksamkeitsspannung“ ) wird ein aktiver Zustand während der Ableistung der Willenshandlung verstanden, der in Abhängigkeit von dem einleitenden „Generalimpuls“ steht, zwischen den untergeordneten „Einzelimpulsen“ wirkt, von diesen beeinflußt wird und so konstant oder schwankend sein kann. Sie ist nichts Elementares, enthält neben determinierenden Faktoren Organ-und Spannungsempfindungen u. a.Google Scholar
  33. 1).
    Eine eingehende kritische Betrachtung über die Anwendung des Reaktionsversuches am Normalen bringt Deuchler C.,: „Beiträge zur Erforschung der Reaktionsformen.“ Philos. Stud. Bd. 4. Allerdings dürfte die Anwendung der Versuche am pathologischen Fall noch besondere Gesichtspunkte erfordern.Google Scholar
  34. 2).
    Lindworsky lehnt die Annahme einer „Intensität des Wollens“ (wenigstens für die „Entschlußkraft“ ) ab und ist der Ansicht, daß der Wille nur als „Weichensteller“ für Inhalte und Wertungen fungiere. Diese Auffassung bedarf für die Psychopathologie noch der Diskussion. Wir glauben an den einzelnen Willensfunktionender Kranken (z. B. Wahlakt, Impuls, Spannung usw.) Schwäche und Stärke zu sehen und führen unsere Betrachtungen auf Grund dieser Voraussetzung durch. (Vgl. Lindworsky, Die Willensdefekte vom Standpunkt der Normalpsychologie. Bericht 1. Kongr. für Heilpädagogik. 1923.)Google Scholar
  35. 1).
    Errechnete Durchschnittszahlen von 3 Vpn. Wu n d t s aus den Wiedergaben in Physiol. Psychol. Bd. III.Google Scholar
  36. 1).
    Hillgruber bringt ein „Schwierigkeitsgesetz der Motivation“, das folgendermaßen lautet: „Die Schwierigkeit einer Tätigkeit ist das Motiv für eine stärkere Willensanspannung bzw. Aufmerksamkeitskonzentration in dem Sinne, daß mit der Schwierigkeitssteigerung triebartig die Willensspannung zunimmt.“ Uns mag die Bezeichnung Motiv, die hier auf ein „triebartiges“ Geschehen gerichtet ist, nicht recht gefallen, da wir diesen Ausdruck ausschließlich auf ein bestimmtes funktionierendes Glied der höheren Willensfunktionen beschränkt haben möchten. Auch die Qualifizierung des Vorganges als „triebartig“ scheint uns nicht ganz am Platze. Das tut natürlich der sachlichen Richtigkeit des Gesetzes keinen Eintrag.Google Scholar
  37. 1).
    Goldstein, K.: Die Behandlung, Fürsorge und Begutachtung der Hirnverletzten. S.40f. 1920.Google Scholar
  38. 1).
    Wundt, W.: Physiol. Psychologie Bd. III, S. 1. 1911.Google Scholar
  39. 2).
    Smith, Margaret K.: Rhythmus und Arbeit. Wundts philos. Stud. Bd. 16, S. 282. 1900.Google Scholar
  40. 3).
    Vgl. Isserlin, M.: Über den Ablauf einfacher willkürlicher Bewegungen. Kraepelins psychol. Arbeiten Bd. VI. 1910.Google Scholar
  41. 1).
    Langelüddecke: Die Schwankungen der Arbeitskurven bei Normalen und Hirnverletzten. Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psychiatrie Bd. 58. 1920.Google Scholar
  42. 1).
    Vgl. Lindworsky: Der Wille, 1919. S. 23.Google Scholar
  43. 3).
    Lindworsky: Der Wille, 1919. „Ist für die Bewertung einer der Alternativen ein Wert gefunden, oder erschienen beide positiv oder negativ gleichwertig, oder sprechen für eine Operation positive oder negative Gründe, so erreicht die Motivation ihren Schluß.“ Vor der Entscheidung tritt dann ein Zögern, Schwanken oder Abwarten, begleitet von Spannungsempfindungen, ein.Google Scholar
  44. 1).
    Kleist: Untersuchungen zur Kenntnis der psychomotorischen Bewegungsstörungen bei Geisteskranken 1908. S. 7. Zu der Frage vgl. weiterhin Kleist, Weitere Untersuchungen an Geisteskranken mit psychomotorischen Störungen. 1909.Google Scholar
  45. 2).
    Referat der Kriegstagung deutscher Psychiater, Würzburg 1918. Arch. f. Psychiatrie u. Nervenkrankh. 1918.Google Scholar
  46. 1).
    Isserlin, M.: Über die Beurteilung von Bewegungsstörungen bei Geisteskranken. Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psychiatrie Bd. 3, H. 5. 1910.Google Scholar
  47. 1).
    Stertz: Der extrapyramidale Symptomenkomplex und seine Bedeutung in der Neurologie. Abh. d. Neurol. u. Psychiatrie Bd. 11.Google Scholar
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    Vgl. Schuster, P.: Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psychiatrie Bd. 77. 1922.Google Scholar
  49. 2).
    Kauders : Über moriaartige Zustandsbilder und Defektzustände als Spätfolge von Encephalitis epidemica. Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psychiatrie Bd. 74. 1922.Google Scholar
  50. 3).
    Isserlin, M.: Über Agrammatismus. Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psychiatrie Bd. 75, 1922.Google Scholar
  51. 1).
    B. Pfeifer (Die Bedeutung psychologischer Leistungs- und Arbeitsprüfungen für die Topik der Großhirnrinde. XII. Jahresvers. Ges. dtsch. Nervenärzte, Halle 1922, Ref. Zeitschr. f. d. ges. Neurol. u. Psychiatrie XXX, H. 7, S. 360f.) berichtet von seinen Fällen: „Die Stirn-hirnverletzten zeigen bei weitem die stärkste Leistungseinbuße unter allen Hirnverletzten auf intellektuellem Gebiete sowohl bezüglich des Denkablaufs als auch bezüglich des logischen Denkens, der Kritikfähigkeit und des kombinatorischen Urteils…“ Dieses Ergebnis stimmt nicht mit unserer Statistik überein, wahrscheinlich wegen schwererer Schädigung der von dem Autor herangezogenen Fälle. Daß Herabsetzung der „Denkleistung“ nicht ohne weiteres Störung der „Denkfunktionen“ bedeutet, geht aus unseren Analysen hervor.Google Scholar

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© Verlag von Julius Springer Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Erich Feuchtwanger
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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