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Lumineszenzspektra

  • Peter Pringsheim
Part of the Handbuch der Physik book series (HBUP, volume 21)

Zusammenfassung

Lumineszenzspektra als solche — d. h. als ein besonders aus-gezeichneter Spektraltypus in der Art etwa von Bogen- neben Funkenspektren oder von Linien- neben Bandenspektren — können nicht definiert werden; die Bezeichnung Lumineszenz charakterisiert lediglich den Erregungsmechanismus und nicht den Emissionsprozeß: jede Art spektraler Emission (mit einziger Ausnahme der kontinuierlichen Spektra glühender fester Körper) läßt sich als Lumineszenz nicht nur hervorrufen, sondern tatsächlich ist beinahe unsere ganze Kenntnis der Emissionsspektra — wieder mit der erwähnten Ausnahme — durch Beobachtung von Lumineszenzphänomenen gewonnen, sei es nun, daß es sich um Elektrolumineszenz (elektrische Lichtbogen, Funken, Geislerentladung) handelt, um Chemilumineszenz, wohin auch zum großen Teil das Flammenleuchten zu rechnen ist, oder — freilich schon in selteneren Fällen — um Photolumineszenz. Die Fälle, in denen Emissionsspektra als Temperaturleuchten beobachtet wurden, in sehr heißen Flammen z. B. oder im Kingschen Ofen, liefern vergleichsweise ein sehr spärliches Material. Im Prinzip könnte umgekehrt jedes durch Lumineszenzprozesse anregbare Spektrum auch als Temperaturleuchten auftreten, wie z. B. die Bogen- und Funkenlinien vieler Elemente im Kingschen Ofen oder bei der elektrischen „Explosion“dünner Drähte; oder auch die meist nur als Fluoreszenz untersuchte Bandenemission von J 2, S 2 usw. in auf Rotglut erhitzten hochevakuierten Quarzröhren. Voraussetzung ist dabei jedoch, daß nicht durch die hierzu erforderliche hohe Temperatur die betreffende Substanz selbst oder doch die Modifikation, der allein das fragliche Emissionsspektrum zukommt, zerstört wird: Dämpfe von mehratomigen Molekülen und in noch höherem Grade flüssige oder feste Verbindungen lassen sich in der Regel nicht soweit erhitzen, daß die Emission sichtbaren bzw. ultravioletten Lichtes im Temperaturleuchten eine merkliche Intensität gewinnt. Die charakteristischen Emissionsspektra solcher Stoffe können daher nur als Lumineszenzstrahlung erregt werden und mögen so doch mit Recht als „Lumineszenzspektren“ im engeren Sinne bezeichnet werden. Diese Spektren sind im übrigen — was wieder

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • Peter Pringsheim
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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