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Lumineszenzlichtquellen

  • P. Pringsheim
Part of the Handbuch der Physik book series (HBUP, volume 19)

Zusammenfassung

Die Bezeichnung „Lumineszenz“ ist für gewisse Arten der Lichtemission von E. Wiedemann 2) eingeführt worden als Gegensatz zum „Temperaturleuchten“. Während bei diesem die in der Strahlung auftretende Energie dem durch die Temperatur gegebenen mittleren Energieinhalt der Moleküle entstammt, wird bei der Lumineszenz einzelnen Molekülen durch besondere Erregungsprozesse eine die mittlere Wärmeenergie weit übersteigende „Erregungsenergie“ mitgeteilt, die sie dann als Lumineszenzstrahlung wieder abzugeben vermögen. Bedingung für das Auftreten von Lumineszenz ist also einerseits das Zustandekommen von Erregungsprozessen, anderseits die Möglichkeit, daß die erregten Moleküle die aufgenommene Energie solange ungestört aufgespeichert behalten können, bis sie als Strahlung spontan emittiert wird; d, h. die Dichte der Moleküle muß entweder so klein sein, daß die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes zwischen dem erregten und einem anderen Molekül vor dem Eintritt des Emissionsaktes nur gering ist, oder das erregte System muß durch seinen Aufbau derart gegen äußere Störungen geschützt sein, daß Zusammenstöße oder sonstige Nähewirkungen fremder Moleküle nicht imstande sind, seinen Erregungszustand zu vernichten. Der erste Fall trifft für verdünnte Gase zu, der zweite für eine Anzahl ziemlich komplexer organischer und anorganischer Verbindungen sowie für bestimmte mit „fremden“ Atomen „aktivierte“ Kristalle oder Gläser. Bei den tiefsten Temperaturen scheinen auch für einfach gebaute Kristalle die Bedingungen für ihre Lumineszenzfähigkeit erfüllt zu sein.

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Literatur

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1928

Authors and Affiliations

  • P. Pringsheim
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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