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Die Pathologie der Netzhaut

  • H. Wilbrand
  • A. Saenger
Chapter
Part of the Die Neurologie des Auges book series (NA, volume 4/I)

Zusammenfassung

Während der vordere Abschnitt des Augapfels mit seinen nicht aus Nervenmasse bestehenden Gebilden den Zweck hat, von den Gegenständen im Räume ein umgekehrtes, verkleinertes Bild auf der Netzhaut zu entwerfen, die Sklera dem Augapfel die Form und schützende Hülle gibt, und die Aderhaut der Ernährung des Auges vorsteht, beginnen mit der Netzhaut die aus Nervenmasse bestehenden Elemente des optischen Sinnesapparates. Die Funktion der Netzhaut im allgemeinen zeigt sich in dem Vermögen, die auf sie treffenden Atherschwingungen in Erregungen des Sehnerven umzusetzen und zugleich im Verein mit dem Rindenzentrum die vor unser Bewusstsein tretenden Gesichtsempfindungen nach bestimmten Gesetzen wieder in den Raum hinauszuprojizieren. Dabei scheinen neuere Untersuchungen darauf hinzuweisen, dass die Zapfen der Netzhaut einen farbenempfindlichen Hellapparat darstellen, welcher mehr dem centralen Sehen dient, die Stäbchen aber einen farbenblinden Dunkelapparat, dessen hervorragendste Eigenschaft auf einem sehr deutlichen Unterscheidungsvermögen für hell und dunkel beruht. Ausser diesen beiden grundsätzlich voneinander verschiedenen Vorrichtungen besitzt auch die Netzhaut in dem Adaptationsmechanismus einen dritten Apparat, welcher dazu bestimmt ist, die Lichtempfindlichkeit in jeglicher Stelle der Netzhaut auf der grösstmöglichsten Höhe zu erhalten.

Copyright information

© Verlag von J. F. Bergmann 1909

Authors and Affiliations

  • H. Wilbrand
    • 1
  • A. Saenger
    • 1
  1. 1.Allgemeinen Krankenhause St. GeorgHamburgDeutschland

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