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Das Verhältnis der angewandten zur theoretischen Statistik

  • Wilhelm Winkler
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 12)

Zusammenfassung

Angewandte Statistik kommt, wie erwähnt, so zustande, daß die statistischen Denkformen auf irgendein Stoffgebiet, z. B. den Bevölkerungsstand, den Außenhandel, angewendet werden. Es gilt dann, alle die allgemeinen Begriffe der theoretischen Statistik mit einem besonderen Inhalt zu erfüllen. Es sind also zuerst die die Massen bestimmenden Begriffe (I, 15) zu bilden (z. B. Bevölkerung als „anwesende“ Bevölkerung, „Wohn“-Bevölkerung, „Heimats“-Bevölkerung, S. 9ff., Außenhandel als „Generalhandel“, „Gesamteigenhandel“, „Spezialhandel“, S.161), es sind weiter die statistischen Merkmale (I, 19) festzustellen, die nach der Natur der Sache erfaßt werden können (z. B. Geschlecht, Alter der Personen; Sorte, Gewicht, Wert der Warensendungen), es sind dann die entsprechenden Gruppierungen (I, 62) vorzunehmen, Reihen, Mittelwerte, Verhältniszahlen (I, 69, 72, 124) zu bilden usw. Dabei muß auf der ganzen Strecke des zurückzulegenden Weges der Statistiker sein Rüstzeug mit demjenigen des Stoffvertreters vereinigen; die statistischen Verfahrensformen dürfen nicht einen Augenblick Selbstzweck bleiben; sie müssen ihren Sinn und Zweck aus dem Bedürfnis des zu behandelnden Stoffes nehmen. So bedeutet denn die angewandte Statistik eine Vereinigung des statistischen und des stofflichen Denkens und Wissens als gleichwertiger Bestandteile.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer · Berlin 1933

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Winkler
    • 1
  1. 1.Universität WienÖsterreich

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