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Sozialismus und Historismus: evolutionistische Wissenschaft

  • Edgar Salin
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 66a)

Zusammenfassung

Schärfer noch als in merkantilistischer Zeit prägt sich im 19. Jahrhundert, nachdem der nationale Geist die territorialen Körper zu durchdringen, zu beleben, zu politisieren beginnt, auch in den verschiedenen Wissenschaften der nationale Charakter aus. In einer Sonderdarstellung der deutschen, der englischen oder französischen Volkswirtschaftslehre wäre daher zu zeigen, wieviel näher, entgegen der landläufigen Vorstellung, ein deutscher „Vulgärökonom“ und ein deutscher Sozialist sich stehen als die Sozialisten verschiedener Länder untereinander; es wäre ebenso zu verdeutlichen, wie der Kapitalismus in jedem Land seine ganz bestimmte eigene Färbung hat und seine unentbehrliche Entsprechung und Ergänzung in einem nur ihm zugehörigen „Sozialismus“ findet. Eine Gesamtdarstellung muß demgegenüber auch hier die allgemeinen, bindenden, europäischen Elemente in den Vordergrund rücken, und dann zeigt sich, daß jener Gedanke der „Entwicklung“, den wir nannten, wegweisend hinter den sozialistischen Bildern und Begriffen eines St. Simon und Marx, hinter dem Historismus von List, Hildebrand, Schmoller, hinter der Soziologie von Comte wie von Spencer steht —„Evolutionismus“ ist das einheitliche Kennzeichen der gesamten Wirtschafts- und Gesellschaftslehre dieser Periode, ganz ebenso wie er das leitende Prinzip der Philosophie oder der Biologie darstellt. Wir verfolgen zunächst seinen Ausdruck in den sozialistischen Lehren, deren innere Fortbildung stärker mit dem bisher gezeichneten Werdegang des bürgerlichen Individualismus zusammenhängt.

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© Verlag von Julius Springer · Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • Edgar Salin
    • 1
  1. 1.Universität BaselSchweiz

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