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Die Aufgaben der Kunsthilfe bei Kältewirkungen und Erkältungen

  • Georg Sticker
Part of the Enzyklopaedie der Klinischen Medizin book series (EKM)

Zusammenfassung

263. Die Übersicht über die Kälte Wirkungen am menschlichen Körper hat uns mit fast ermüdender Eintönigkeit gelehrt, daß es bei der Entstehung der Kältestörungen und Kälteschäden nicht auf den Temperaturgrad und nicht auf die Dauer der Einwirkung allein ankommt, sondern daß sehr viel und in gewissen Grenzen sogar viel mehr dabei der von der Kälte getroffene Organismus zu sagen hat. Körperanlage, Alter, Ernährungszustand, vorher bestandene Krankheiten, Schwächen, Schäden bestimmen das Zustandekommen, den Umfang und den Grad der Kälte Wirkung wesentlich mit. Es ist nicht so, daß einer in der sibirischen Luft von —20°, —30°, —40° C unbedingt Nase, Finger, Zehen oder größere Gliedmaßen verlieren und endlich am ganzen Leibe erfrieren müsse, und es ist auch nicht so, daß ein jeder ein kühles Bad von 20°C, dauere es auch bloß wenige Sekunden oder Minuten, ohne üble Nachwirkung vertrüge. Wir sahen, daß nicht einmal so gewöhnliche und in manchen Jahreszeiten und Klimaten fast alltägliche Kälteschäden wie Frostbeulen oder Erfrierungen von Körperteilen ohne die Mitwirkung innerer und äußerer Nebenursachen zustande kommen, sondern nur unter der Beihilfe einer angeborenen oder erworbenen allgemeinen oder beschränkten Minderwertigkeit, unter der mehr oder weniger nachdrücklichen Beihilfe von Siechtum, Entbehrung, Übermüdung, Berauschung und dergleichen; daß um so geringere Kältegrade schädlich werden können, je mehr jene Vorbedingungen und Nebenursachen vorwalten.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1915

Authors and Affiliations

  • Georg Sticker
    • 1
  1. 1.Muenster I. W.Deutschland

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