Allgemeiner Teil

  • F. Lewandowsky
Part of the Enzyklopaedie der Klinischen Medizin book series (EKM)

Zusammenfassung

Unter „Hauttuberkulose“ verstehen wir jede Erkrankung der Haut, die durch Tuberkelbazillen oder deren spezifische Derivate verursacht wird. Diese Definition ist absichtlich etwas weiter gefaßt als die von Jadassohn, welche noch die Anwesenheit lebender Bazillen am Orte der Erkrankung für den Begriff der Hauttuberkulose fordert. Es hat sich nämlich immer mehr gezeigt, daß es ganz unmöglich ist, hier eine feste Grenze zu ziehen. Davon wird noch des weiteren die Rede sein. Aber hier muß schon vorweggenommen werden, daß es Krankheitsbilder gibt, bei denen in manchen Fällen Bazillen im Schnitt gefunden werden, in manchen der Tierversuch positiv ausfällt, in andern alle Untersuchungsmethoden auf Tuberkelbazillen im Stiche lassen. Nun kann es ja sehr wohl sein — und es ist sogar nicht unwahrscheinlich —, daß die Bazillen immer lebend in die Haut gelangen und dort erst durch die Reaktion des Organismus zerstört werden, so daß sie für uns in vielen Fällen nicht mehr nachweisbar sind. Aber es liegt nicht außer dem Bereiche der Möglichkeiten, daß auch tote Bazillen oder sogar gelöste Stoffe von Bazillen ganz dieselben Wirkungen auszulösen vermögen, wenigstens im Bereich der Diffusionszone um einen Bazillus herum. Jedenfalls gibt es keine einzige Erkrankung unter den hierher gehörigen, von der wir mit Sicherheit beweisen könnten, daß sie nur durch den einen oder anderen Modus entsteht. Es können zahlreiche Übergänge existieren.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1916

Authors and Affiliations

  • F. Lewandowsky
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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