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Anzüchtungen aus Krankenmaterial

  • E. Eggert
Conference paper
Part of the Abhandlungen aus dem Bundesgesundheitsamt book series (BUNDESGESUNDH., volume 1)

Zusammenfassung

Im Jahre 1953 stand das Landesmedizinaluntersuchungsamt Berlin erstmalig vor der von der Klinik und den Ärzten der Praxis gestellten Aufgabe, Grippeviruserkrankungen serologisch und kulturell zu diagnostizieren. Obwohl wir apparativ nur behelfsmäßig ausgerüstet waren, konnten wir durch tägliche serologische Untersuchungen (Hirst-Test, visuelle Ablesung) dem Landesgesundheitsamt laufend über den Stand der Grippeerkrankungen Auskunft geben. Neben dieser Arbeit glückte uns in vier Fällen die Isolierung eines Virus aus der Rachenspülflüssigkeit. Die Viren wurden in London als zum Typ A/Skandinavien 53 ermittelt. Um Material und Arbeitskräfte zu sparen, wurden die Virusanzüchtungen gezielt vorgenommen. Wir gingen damals wie folgt vor:

Kliniker und besonders interessierte Ärzte der Praxis, die die frischen Fälle, die allein für eine erfolgreiche Anzüchtung in Frage kommen, in erster Linie sehen, wurden gebeten, uns umgehend über Neuerkrankungen zu informieren. Dann wurde sofort ein Bote von uns mit einem Thermosgefäß, das mit einer Kältemischung (Trockeneis + Spiritus) beschickt war, zu dem Patienten geschickt. Der Patient wurde angehalten, mit einer gepufferten Fleischwasserbouillon zu gurgeln. Diese Spülflüssigkeit wurde sofort, d. h. noch am Krankenbett, in die Kältemischung gebracht und tiefgefroren. Gleichzeitig wurde eine erste Blutentnahme vorgenommen. Eine zweite erfolgte acht bis zehn Tage später. Nur wenn der sofort angesetzte Hirst-Test einen positiven Befund ergab, wurde die Spülflüssigkeit auf neun Tage alte bebrütete Hühnereier verimpft (Amniontechnik).

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Copyright information

© Springer-Verlag, OHG., Berlin/Göttingen/Heidelberg 1958

Authors and Affiliations

  • E. Eggert

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