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Geschichtsbild und Wirklichkeit

  • Eberhard Otto
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 100)

Zusammenfassung

Die Bezeichnung eines Kapitels als „Geschichtsbild und Wirklichkeit“ bedarf eines Wortes der Erklärung. Die Feststellung, daß wir von der ägyptischen Wirklichkeit schlechterdings nichts wüßten, wenn die Ägypter selbst nicht darüber berichtet hätten, klingt zunächst banal (abgesehen werden kann davon, daß griechische Historiker über Ägypten berichten, die aber ihrerseits wiederum letztlich auf ägyptischen Quellen fußen). Diese Selbstbezeugungen sind nun wie nirgends in der Geschichte „objektiv“, d. h. ihr Ziel konnte es nicht sein, Geschehen als ein vom Betrachter und Beschreiber absolut Unabhängiges aufzuzeichnen oder zu bewahren. Das liegt wohl grundsätzlich außerhalb des dem Menschen Möglichen. Weder der Zeitgenosse noch der Spätere kann jenen archimedischen Punkt außerhalb des immer in Fluß befindlichen Geschehens einnehmen, von dem aus allein eine „objektive“ Geschichtsschreibung möglich wäre, sofern unter Geschichtsschreibung mehr verstanden wird als Annalistik. Aber eine solche ideale Objektivitat ist wohl auch niemals das Ziel des Aufschreibens und Bewahrens. Vielmehr ist es doch der vermeintliche Sinn der Ereignisse, der sie aufzeichnungswürdig erscheinen läßt. Und hier berührt sich letzten Endes der Zweck der Geschichtsschreibung mit den Dingen, die später unter dem Titel „Repräsentation der Welt in Literatur und Kunst“ beschrieben werden sollen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • Eberhard Otto
    • 1
  1. 1.Ägyptologisches InstitutUniversität HeidelbergDeutschland

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