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Seelsorge in der Begegnung mit Krebskranken

  • Hans Hilty
Conference paper

Zusammenfassung

Ist Seelsorge am Großspital möglich? Viele äußere und innere Hindernisse stehen diesem Bemühen entgegen. Die Zeit, sie zu analysieren, fehlt uns. Aus meiner 10jährigen Erfahrung heraus darf ich trotzdem antworten: Doch, lebendige Seelsorge kann auch in diesem Rahmen Früchte tragen, wenn es gelingt, zunächst eine echte, tragfähige Beziehung zum Patienten aufzubauen. Sie vertieft sich in einem gegenseitigen Geben und Nehmen. Seelsorge ist keine Einbahnstraße. Der Patient darf nie zum Objekt der Seelsorge werden, indem ich mit einem festen Programm auf ihn zugehe: „Was muß ich ihm heute beibringen; in welche Richtung möchte ich seine Einstellung verändern?“ Seelsorge besteht zunächst und zum großen Teil aus Zuhören. Das ist ein alter Grundsatz, ganz neu wieder aktiviert durch die klinische Seelsorgeausbildung (CPT), welche von Amerika über Holland auch in die Schweiz vorgestoßen ist. Ich habe ihr manches zu verdanken. — Aus diesem sensiblen Hören und Einfühlen erwächst die Haltung des Annehmens: Ja sagen zu meinem Gegenüber, so wie dieser Mensch nun einmal ist; ihn nicht nach einem Idealbild formen wollen, sondern behutsam darauf achten, wo sich in ihm auf Grund seiner Lebensund Leidensgeschichte neue Kräfte regen, die zur Entfaltung drängen. Das Gespräch wird zum gemeinsamen Hören auf den Herrn des Lebens und auf seinen verborgenen Plan mit uns. Daraus kommt es zum Bezeugen des Evangeliums von Jesus Christus als einer befreienden, zum Leben helfenden Botschaft. Der Spitalgottesdienst mit seiner Schicksalsgemeinschaft, wo Patienten im Bett oder Fahrstuhl mit Gesunden aus der Umgebung des Spitals zusammenkommen, durfte schon für manchen kirchlichen „Randsiedler“zum prägenden Erlebnis werden. - Gehen wir nun im folgenden auf konkrete Brennpunkte der Seelsorge an Krebskranken ein:

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

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  • Hans Hilty

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