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Zirbeldrüse

  • Wilhelm Doerr
  • Günter Ule
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 70b)

Zusammenfassung

Das Organ liegt zwischen dem Zwischen- und Mittelhirn. Es hat eine starke Ähnlichkeit mit einem Pinienzapfen; daher die ältere anatomische Bezeichnung Corpus pineale oder Penis cerebri. Die Zirbel wiegt 0,157 g. Sie ist über der Decke des Mittelhirnes und zwar zwischen den vorderen Hügeln der Vierhügelplatte situiert. Durch zwei kleine neurektodermogene sogenannte Markblättchen wird der Recessus pinealis gebildet. Das untere Markblättchen ist die Commissura posterior des dritten Ventrikels, das obere bildet die Habenula. Die Zirbel ragt in das lockere Bindegewebe von Pia mater und Sub-arachnoidalraum hinein. Dicht über der Zirbeldrüse, also zwischen Zirbel und Tela chorioidea ventriculi tertii, liegt ein kleiner Recessus suprapinealis. Mikroskopisch besteht die Zirbel aus verschieden großen, alveolär zusammengefügten Zellverbänden ohne echte Lumenbildung. Die Epithelien werden als pineale Hauptzellen bezeichnet. Sie führen große Kerne und können weder als Nerven- noch als Gliazellen gelten. Das Protoplasma ist schwach anfärbbar, es besitzt eine feine Granula, gelegentlich eine diskrete Vakuolisierung und trägt Pigmentkörnchen. Die durch Pyronin tingiblen „Kernkugeln“ entleeren ihr Sekret durch „Kernexkretion“ in das Protoplasma. Mit Hilfe von Spezial-färbungen können zarte Fibrillen sichtbar gemacht werden, welche mit Gliafäserchen in Verbindung stehen und in das Gefäßbindegewebe einstrahlen. Gelegentlich finden sich amitotische Kernteilungen. Manchmal ist auch echtes Gliagewebe nachweisbar, selten finden sich echte Ganglienzellen.

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Lit.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1970

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Doerr
    • 1
  • Günter Ule
    • 1
  1. 1.Pathologisches InstitutUniversität HeidelbergDeutschland

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