Pathologische Anatomie der Brustdrüse

  • Wilhelm Doerr
  • Günter Ule
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 70b)

Zusammenfassung

Am Ende des ersten Embryonalmonates findet sich eine von der Achselhöhle zur Leistenbeuge reichende, strangförmige Verdickung des ektodermalen Epitheles. Es handelt sich um die Milchleiste. Durch umschriebene linsenförmige Erhabenheiten wird die jeweilige Anlage einer Brustdrüse markiert. Hier entstehen solide epitheliale Sprossen und Knospen. 12–14 Epithelsprossen werden in das Gewebe der Umgebung getrieben. Bei reifen Neugeborenen bis zur Zeit von etwa 1 Monate nach der Geburt können Anschwellungen und zystische Erweiterungen der Drüsensprossen nachgewiesen werden. Sie führen eine dünnflüssige milchige Brühe, die sogenannte Hexenmilch. Später verschwindet das Sekret, einige wenige winzige Zystchen können erhalten bleiben. Jeder Hauptsproß wandelt sich dann durch Verästelung in einen Drüsenlappen um. Bei der erwachsenen, nicht graviden Frau finden sich 15 bis 20 zusammengesetzte alveolo-tubuläre Drüsen, die mit ihrem Ausführungsgang die Brustwarze durchsetzen. Sie ergießen sich unter Ausbildung einer trichterförmigen Erweiterung gleichsam in die Papillenkuppe. Die Drüsenendstücke sind solide gebaute Epithelbezirke, allenfalls winzig kleine Alveolen. In ihrer Umgebung finden sich reichlich lockeres und fibrilläres Bindegewebe. Das Epithel der Acini ist kubisch, allenfalls zylindrisch. Hier und in den Milchgängen, jeweils zwischen Epithel und Basalmembranen, findet sich eine zweite Zellage. Es handelt sich um die Korbzellen oder kontraktilen Faserzellen, sogenannte myoepitheliale Elemente.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1970

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Doerr
    • 1
  • Günter Ule
    • 1
  1. 1.Pathologisches InstitutUniversität HeidelbergDeutschland

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