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Kommentar Therapeutische Richtlinien beim fortgeschrittenen Magencarcinom mit Pankreasbeteiligung

  • K. Vossschulte
  • W. H. Becker

Zusammenfassung

Aus welchen Gründen die Pathologie des ausgedehnten Magencarcinoms dem Versuch der sog. erweiterten Resektionsmaßnahmen Grenzen setzt, ist auf S. 592 erörtert worden. Der Gedanke, das chirurgische Messer so weit anzusetzen, daß auch bei fortgeschrittenem und in das Pankreas eingebrochenem Magencarcinom die Wurzel der Krankheit auszurotten
Fig. 1

Abb. 431. Duodenal-Carcinom in der Pars III + IV duodeni. Starke Erweiterung des Duodenums und Rückstau in den Magen. Übergreifen auf den Pankreaskopf. — Pankreato-Duodenektomie. Überlebenszeit: 9 Wochen

sein müßte, ist bestechend, gleichsam ein Versuch, durch das Skalpell den Wettlauf mit dem um sich greifenden Tumor zu gewinnen. Man weiß, daß dieser Weg nach dem zweiten Weltkrieg dank technischer, methodischer und organisatorischer Bereicherungen mit viel Optimismus beschritten worden ist — nicht nur in der Magenschirurgie —, aber nicht hielt, was man sich versprochen hatte. Der lokalen Operabilität sind heute gewiß weite Grenzen gezogen. Aber die Gefahren der latenten lymphogenen oder hämatogenen Metastasierung behalten natürlich ihr prognostisches Gewicht. Diese Regeln allgemeinpathologischer Observanz entscheiden bei den Überlegungen am offenen Situs das Für und Wider, während biologisches Alter, Allgemeinzustand des Kranken, soziologische Gesichtspunkte und das nicht geringe Operationsrisiko bei der Indikation den Ausschlag geben. Damit ist implizite ausgedrückt, daß ein zum Pankreas durchgebrochenes Magencarcinom nur selten durch einen chirurgischen Eingriff kurativ zu behandeln ist (vgl. Abb. 431, 432).

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • K. Vossschulte
  • W. H. Becker

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