Die benignen chirurgischen Erkrankungen der oesophago-kardia-fundalen Übergangszone

  • Fritz Holle

Zusammenfassung

Die oesophago-kardia-fundale Übergangszone hat chirurgische Bedeutung, weil sie die Verbindung zwischen den beiden Körperhöhlen Abdomen und Thorax darstellt. Die beide Räume verbindende Lücke, der Hiatus oesophageus, und der durch sie hindurchtretende Oesophagus sind der Sitz von kongenitalen Formanomalien, erworbenen Formveränderungen, sowie Funktionsstörungen, welche oft nur chirurgisch behoben werden können. Die Wichtigsten sind (I) die Hiatushernien, (II) der Kardio-Spasmus, (III) die Magen-Oesophagus-Varicen bei portaler Hypertension, (IV) das Mallory-Weiss-Syndrom. Deren Leitsymptome sind: gestörter Schluckakt und Kardiamechanismus, Refluxbeschwerden, retrosternale Schmerzen, Blutung und Anämie, Dysphagie, Dyspnoe. Die Kenntnis des normalen Schluckaktes und Kardiamechanismus ist die Voraussetzung für das Verständnis dieser Störungen (vgl. S. 90). Am Vorhandensein eines funktionellen Sphinkterapparates in der Übergangszone zweifelt heute niemand mehr. Sowohl anatomische (Willis, 1675; Laimer, 1883; Lerche, 1950;

Tabelle 46. Resultate: Mortalität und postoperatives funktionelles Ergebnis nach 171* (235**) form- und funktionsgerechten Operationen wegen Ulcus duodeni oder ventriculi

Operationsmethoden

Anzahl

% zur Gesamtzahl der Operierten

Mortalität

Postoperative funktionelle Ergebnisse

Komplikationen

   

Zahl

%

gut

befriedigend

schlecht

 

S.p.V. + (Ulcusexcision) + Pyloroplastik (oder andere Drainage-Operation)

64

37,3

1a

63

S. p. V. + distale partielle Resektion Typ B I

51

29,8

1b

49

1

1 Falld

Typ B II

9

5,3

49

1

S. p. V. + Segmentresektion + Pyloroplastik

8

4,7

8

S. p. V. + proximale partielle Resektion + Pyloroplastik

21

12,3

1c

19

1

S. p. V. + Umwandlungsoperationen zur Wiederherstellung der Duodenalpassage

18

10,6

15

3

1 Falle

Insgesamt

171

100

3

1,75

162 (96%)

6(4%)

* vollständig Nachuntersuchten (1. 12. 1961—1. 6. 1967).

** insgesamt Operierten (Stand vom 1. 1. 1968).

a ♂, W. 71 J., mehrfache schwere Blutungen, hepatorenales Versagen, künstliche Niere, Risikofall.

b ♀, P 53 J., Thrombose der A. coeliaca + mesenterica cran. bei gemeinsamem Stamm, Risikofall.

c ♂, H. 52 J., Ulcuscarcinom ad cardiam, Insuffizient, Herz-Kreislaufversagen, Peritonitis, Risikofall.

d ♂, L. 44 J., unvollständige Vagotomie, Ulcusrecidiv — in zweiter Sitzung Komplettierung der s. p. V. + 30% Antrektomie — Gastro-Duodenostomie — Heilung.

e ♂, T. 43 J., Zustand nach Operation nach Biebl, Enge der Gastro-Jejunostomie, Erweiterungsplastik.

Naota, 1955), als auch physiologische (Magendie, 1822; Wolf, Marshak, Som, Brahms, Greenberg, 1958; Fleshler, Hendrix, Kramer, Ingelfinger, 1958) und klinische Untersuchungen an Mensch und Tier bestätigen ihn (Kronecker und Meltzer, 1883; Mikulicz, 1903; Som, 1956). Zweifel bestehen über die Klemmwirkung des Zwerchfellschlitzes (den sog. „pinchcock-mechanism“nach Jackson, 1922; Allison, 1951). Die Beeinflussung des Kardiamechanismus durch Pharmaka wurde eingehend untersucht (Bettarello, Tuttle und Grossman, 1960; Ellis, Kauntze, Trounce, 1960; Schenk und Frederickson, 1961). Anticholinergika begünstigen einen Reflux.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • Fritz Holle
    • 1
  1. 1.Chirurgischen Universitäts-Poliklinik MünchenDeutschland

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