Kommentar Operative Verfahrenswahl bei der freien Ulcusperforation von Magen und Zwölffingerdarm

Zusammenfassung

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß wir uns bei der operativen Versorgung des freien Durchbruches eines Magen-Zwölffingerdarmgeschwüres in erster Linie mit dem Durchbruch als solchem und mit seiner unmittelbaren, das Leben bedrohenden Folge, der Bauchfellentzündung, zu befassen haben. Der sicherste und einfachste Weg diesen bedrohlichen Zustand zu beherrschen, besteht im operativen Verschluß der Perforationsstelle, um so das Auftreten einer Bauchfellentzündung zu verhüten, bzw. das Fortschreiten einer schon bestehenden zu bekämpfen. Von vielen Chirurgen wird daher der Standpunkt vertreten, daß im Zustand des freien Durchbruches die Übernähung der Perforationsstelle als die Methode der Wahl angesehen werden muß und die Behandlung des peptischen Geschwürs im Hinblick auf ein möglichst günstiges Dauerresultat erst in zweiter Linie berücksichtigt werden darf. Seitdem H. v. Haberer gezeigt hat, daß unter bestimmten Bedingungen die Magenresektion auch im Zustand des freien Durchbruches möglich ist und gute Ergebnisse bringt, vertrete ich die Ansicht, daß man die Magenresektion an Stelle der konservativen Übernähung zumindest anstreben soll. Für diesen Standpunkt können mehrere Gründe angeführt werden: In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um durchgebrochene Geschwüre an der Vorderwand des Duodenums oder der Pars pylorica des Magens. Bei diesen Geschwüren bereitet die Radikaloperation operativ technisch meistens keinerlei Schwierigkeiten und läßt sich sogar wegen der oft bestehenden ödematösen Durchtränkung der Gewebe besonders leicht und ohne größeres Risiko ausführen. Nach der Übernähung perforierter chronischer Magen-Zwölffingerdarmgeschwüre bestehen erfahrungsgemäß in einem hohen Hundertsatz der Fälle die Ulcusbeschwerden weiter, so daß späterhin die Resektion als zweiter Eingriff notwendig wird. Bei der Perforation chronischer Magengeschwüre spricht die Häufigkeit der malignen Entartung, die sehr oft erst durch die histologische Untersuchung erkannt werden kann, ebenfalls für die sofortige Resektion.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • H. Kunz

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