Der Schenkelbruch

  • F. De Quervain

Zusammenfassung

Es gibt nur wenige Gebilde, die mit einem Schenkelbruch verwechselt werden können. Dies sind: herniöse Ausstülpungen der Vena saphena, Drüsenschwellungen, Lipome, Senkungsabscesse im Bereiche der Schenkelpforte, und endlich Leistenhernien. Nehmen wir dieselben der Reihe nach vor. Die nicht seltenen spindel- oder sackförmigen „Ausweitungen der V. saphena“ (s. Abb. 419) schimmern, wenn sie überhaupt sichtbar sind, meist bläulich durch die Haut durch, sind durch den leisesten Druck zum Verschwinden zu bringen, treten mit Aufhören des Druckes sofort wieder unter charakteristischem Schwirren (analog Nonnensausen) zutage, und reagieren auf jede Schwankung im Venendruck beim Husten, Brechen usw., ja selbst im Liegen auf die normale Atmung. Diese Zeichen sind so ausgesprochen, daß eine Verwechslung undenkbar erschiene, wenn sie nicht schon wiederholt vorgekommen wäre. Die „Senkungsabscesse“ brechen
Abb. 418

Schenkelbruch beim Manne.

Abb. 419

Varix der Vena saphena magna.

meist nicht durch die Lacuna vasorum, sondern lateralwärts durch die Lacuna musculorum durch, zeigen oft Zwerchsackform, lassen sich ausnahmsweise durch allmählichen Druck um ein weniges verdrängen, wobei man das Gefühl
Abb. 420

Cruraler Sonkungsabsceß bei Spondylitis.

Abb. 421

Symmetrische Lipome in der Cruralgegend.

eines elastischen Widerstandes hat, und füllen sich nach Aufhören des Druckes sofort wieder. Auch da, wo sie medial liegen, wie bei Abb. 420, sind die übrigen eben angeführten Zeichen so beweisend, daß ein Irrtum bei genauer Untersuchung nicht vorkommen wird.

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© Springer-Verlag OHG. in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1950

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  • F. De Quervain

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