Diagnose der Bauchgeschwülste im allgemeinen

  • F. De Quervain

Zusammenfassung

Es gibt im und am Bauche verschiedenerlei „Scheingeschwülste“. Jeder kennt die bei abgemagerten Leuten im Epigastrium so leicht fühlbare Bauchaorta, der man nicht mit Unrecht den Namen des „Studentenaneurysma“ gegeben hat. Es haben sich freilich schon Ärzte durch dieselbe täuschen lassen. Umgekehrt kommt es vor, daß man ein wirkliches Aneurysma für eine Neubildung hält. Sind die Bauchdecken nicht sehr nachgiebig, so läßt sich nämlich das Gebilde nicht genügend umgreifen, um eine sichere Unterscheidung zwischen Hebepuls und Expansivpuls möglich zu machen. Nicht weniger bekannt ist der Scheintumor, welcher durch Kontraktion des oberen Rectusbauches zustande kommt. Der Muskel kontrahiert sich bei jeder Betastung, wenn der darunterliegende Pylorus schmerzhaft ist, während der linke Rectus schlaff bleibt. Läßt man den Patienten ohne Hilfe der Arme aufsitzen, so fühlt man, daß das fragliche Gebilde der Muskel ist. Einen weiteren Scheintumor stellt das Pankreas dar, das man bei starker Abmagerung vor der Wirbelsäule abtasten kann, und das bisweilen für einen verhärteten Pylorus gehalten wird. Feste Kotmassen werden selten irreführen, wenn man sich nur an den Verlauf des Dickdarms erinnert und besonders, wenn man den Patienten vor der Untersuchung gründlich abführt.

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© Springer-Verlag OHG. in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1950

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  • F. De Quervain

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