Inaktivierung von E. Coli

  • Friedrich Dessauer

Zusammenfassung

Vorbemerkung über die Identifizierung der strahlenempfindlichen Strukturen in den niederen Organismen oder in der Einzelzelle von höheren Organismen, deren Schädigung durch die Strahlen zur Letalität führt. Nach den Ausführungen des vorangegangenen Kapitels erfordert die unmittelbare (direkte oder indirekte) Schädigung der Enzyme in den biologischen Organismen Dosen von 106 bis 107 rad. Die Letaldosen sind jedoch um Größenordnungen geringer. In den niederen Organismen, wie Bakterien und Hefezellen, liegen die D 1/2, im allgemeinen zwischen 1000 und 50000 rad. Bei Säugetier- oder Pflanzenzellen wird im allgemeinen für D 1/2, 100 bis 200 rad angegeben. Die Letalität wird also sicher nicht durch eine unmittelbare Schädigung der Enzyme hervorgerufen. In der Literatur wurde bisher fast durchweg die Auffassung vertreten, daß die strahlenempfindlichen Strukturen in der DNS der Erbsubstanz zu suchen sind, da nämlich diese die Bildung der Enzyme kontrolliert und deren Zusammensetzung bestimmt. Ebenso kann auch zum Teil der Verlust der Fähigkeit einzelner Zellen, Kolonien zu bilden, auf Verlust von Chromosomenstücken oder auf letale Chromosomen-Verknüpfungen zurückgeführt werden. Die Auffassung, daß die DNS oder die Nucleoproteide die strahlenempfindlichen Strukturen darstellen, wurde in neuester Zeit z. B. von Guild näher ausgeführt. Sie stellt jedoch nur eine Theorie dar, die noch nicht gesichert ist. Nach Alper u. Mitarb. ist vielmehr dieses zentrale Problem der Strahlenbiologie zu mindestens noch offen. Die überaus große Mannigfaltigkeit der Abhängigkeit von D 1/2, und Form der Dosis-Wirkungskurven von den Versuchsparametern wird durch Alter u. Mitarb. auf die Existenz von zwei ganz verschiedenen strahlenempfindlichen Strukturen (O- und N-Bereiche) zurückgeführt. Diesen (bzw. den von ihnen gesteuerten Reaktionsfolgen) wird bei Änderung der Versuchsparameter ein ganz verschiedenes Verhalten zugeschrieben. Hierüber wird im folgenden zunächst berichtet.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG, Berlin · Göttingen · Heidelberg 1964

Authors and Affiliations

  • Friedrich Dessauer
    • 1
  1. 1.Frankfurt a. M.Deutschland

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