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Digitalis und Strophanthin

  • John McMichael

Zusammenfassung

Die Umstände, unter denen die Digitaliskörper ihren günstigen Einfluß auf die Herzdekompensation ausüben, bleiben nach wie vor geheimnisvoll und schwer verständlich. Seit Jahrzehnten wissen die Kliniker, daß ihre manchmal dramatische und erstaunliche Wirkung bei anderen Gelegenheiten offenbar vollkommen fehlen kann. Eine ganze Reihe von Gründen wurde angeführt, um diese offensichtlichen und unberechenbaren Diskrepanzen zu erklären. Mackenzie glaubte, daß der therapeutische Effekt der Digitalis hauptsächlich auf ihre frequenzverlangsamende Wirkung zurückzuführen sei und daher bei Fällen von Vorhofflimmern ganz besonders ausgesprochen sei (41). Mackenzies Schüler Lewis (42) hielt an dieser Idee fast bis an sein Lebensende fest. Nichtsdestoweniger lieferten jedoch klinische Beobachtungen genügend Hinweise, daß die Digitalis auch bei Patienten mit Sinusrhythmus ganz erstaunliche Erfolge erzielen konnte, obwohl die Frequenz nur wenig und manchmal sogar unwesentlich zurückging (43,44). Weiter gab es reichlich pharmakologische Anhaltspunkte für eine stimulierende Wirkung auf den Herzmuskel, besonders, wenn man das Herz unter bestimmten experimentellen Bedingungen zur Dekompensation gebracht hatte (45,46). Dazu gehören: a) das Versagen, das spontan nach Einlegen des isolierten Herzens oder des Herzstreifenpräparates in Kochsalzlösung auftritt, und b) das Versagen, das durch hohe Dosen von Campher, Chloral und ähnlichen Substanzen hervorgerufen wird. Es war jedoch die Annahme nicht gerechtfertigt, daß den klinisch vorkommenden Formen der Dekompensation ein Verhalten des Herzmuskels hinsichtlich Stoffwechsel und Funktion zugrunde liege, das mit jenem vergleichbar wäre, das im pharmakologischen Laboratorium hervorgerufen werden kann.

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Copyright information

© Verlag Von Dr. Dietrich Steinkopff Darmstadt 1953

Authors and Affiliations

  • John McMichael
    • 1
  1. 1.Post-Graduate Medical SchoolUniversität LondonUK

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