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Die Bahnen der Sensibilität

  • Sandro Bürgi
  • Verena M. Bucher
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiet der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 87)

Zusammenfassung

Über den phylogenetisch recht jungen Lemniscus medialis können wir aus eigener Anschauung insofern nur wenig aussagen, als unsere caudalsten Herde denselben im Rautenhirn unterbrechen, wo er, wie Rasmussen u. Peyton (1948) mit Recht hervorheben, nicht mehr ausschließlich aus Neuronen besteht, deren Ursprungszellen in den Kernen von Goll und Burdach liegen. Ein neuerer Fall des Physiologischen Institutes Zürich1 mit Läsion der Hinterstrangkerne (vgl. IX, X) hat immerhin einige nennenswerte Bestätigungen ermöglicht. So können wir mit Glees, Liddell u. Phillips (1951) darauf hinweisen, daß bei der Katze eine recht erhebliche Zahl der gekreuzten bulbo-thalamischen Fasern nicht medial, sondern ventral, zum Teil sogar ventrolateral der untern Olive verläuft. Auf der Höhe der Oliva superior liegt das Bündel in und etwas über den kreuzenden Trapez -fasern. Weiter oben verschiebt sich der noch eng gebündelte Faserzug lateralwärts und liegt vorerst medioventral des Lemniscus lateralis. Sobald aber letzterer in die nach ihm benannten Kerne eintritt, breitet sich die mediale Schleife vorübergehend stark dorsolateralwärts aus, so daß ein Teil ihrer Elemente nun lateral (!) des Lemniscus lateralis zu liegen kommt, wie dies von Gebebtzoff (1939) für das Kaninchen, ähnlich von RASMUSSEN u. Peyton (1948) für denMenschen beschrieben wurde. Die dorsalsten erreichen dabei die seitliche Basis des Nucl. centralis colliculi inferioris, wo einige enden mögen (Ranson u. Ingram1932, Gerebtzoff). Weiter rostralwärts reicht das Areal des Lemniscus medialis nach oben nur bis zum unteren inneren Rande des Brachium colliculi inferioris, dehnt sich aber ventro-medialwärts stärker aus. Eine Abgabe von Elementen an die Substantia nigra, das Corpus mamillare, den Subthalamus2 oder die Basalganglien einerseits, an die Commissura posterior oder die Area praetectalis andererseits haben wir in Übereinstimmung mit Ranson u. Ingram 3 (1932), Gerebtzoff (1939), Rasmus sen u. Peyton (1948), Matzke (1951) u. a. nicht gesehen. In der Gegend des roten Kernes legt sich das Bündel vorübergehend an den gekreuzten Bindearm an, weicht dann aber laterodorsalwärts ab (Abb. 42 a), um vorwiegend oder ausschließlich im Nucl. ventralis, Pars posterolateralis zu enden (Abb. 35a, b). Ob einige Elemente an die Gegend des Centrum medianum abgegeben werden, konnten wir wegen Mitdegeneration anderer Systeme (Wallenbergbündel, Bindearme) nicht feststellen. Nach LeGros Clark enthält dieses Gebiet ebenso wie der Nucl. arcuatus nur durchziehende Fasern.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • Sandro Bürgi
    • 1
  • Verena M. Bucher
    • 2
  1. 1.Universität BernSchweiz
  2. 2.Physiologisches InstitutUniversität ZürichSchweiz

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