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Vitalfarbstoffe

  • Walther A. Fuchs

Zusammenfassung

Zur Anfärbung der Lymphgefäße bei der Lymphographie hat sich der Farbstoff Patent-Blau-Violett (Gurr Ltd. London; Laboratoires Guerbet St.-Ouen, Paris; Bayer Leverkusen) wegen seiner großen Diffusionstendenz bei unseren Untersuchungen am besten bewährt. Patent-Blau-Violett ist das wasserlösliche Calcium- salz des Diäthyl-N-l-Amino-2-Sulfonat-4-Sulfonyl-5,3-Hydroxydiäthyl-N-Fuchso- nimin und hat ein Molekulargewicht von 1158. Zur Lymphographie wird es von uns in einer l%igen Lösung verwendet. Die sog. isotonische Konzentration von 11% ist zu hoch, da meistens eine Kristallisation des Farbstoffes eintritt. Zudem konnten wir bei Anwendung der ll%igen Farbstofflösungen Nekrosen des subkutanen Fettgewebes beobachten. Die Toxizität von Patent-Blau-Violett ist gering, 5 bis 500 mg pro Kilogramm Körpergewicht führen bei Mäusen zu keinen pathologischen Veränderungen (Kinmonth, 1952). Nach sub- oder intrakutaner Injektion kommt es nach ungefähr 30 sec zur Blaufärbung der subkutanen Lymphgefäße. Dabei wird der größte Teil der Zeit für das Eindringen des Farbstoffes in die Lymphgefäße und nicht für den Weitertransport benötigt. Im Lymphgefäß geht der Farbstoff eine dissozible Verbindung mit den Eiweißen der Lymphe ein. Patent-Blau-Violett wird nicht allein von den Lymphgefäßen aufgenommen, denn auch die kleinen Venen färben sich nach einiger Zeit blau und sind dann nicht mehr gut von den Lymphgefäßen zu unterscheiden. Der Farbstoff zirkuliert im Blutkreislauf und führt zu einer leichten Blaufärbung der Haut und der Schleimhäute, die bei den von uns angewandten Farbstoffkonzentrationen allerdings fast nicht sichtbar ist. Die Ausscheidung des Patent-Blau-Violett aus dem Körper erfolgt durch Leber und Nieren.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Göttingen · Heidelberg 1965

Authors and Affiliations

  • Walther A. Fuchs
    • 1
  1. 1.Röntgeninstitut der Universität und des InselspitalsBernSchweiz

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