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Benzol und seine Homologen. Vorkommen der aromatischen Verbindungen

  • Carl R. Noller

Zusammenfassung

Die meisten der bisher behandelten Verbindungen zählen zu den aliphatischen Verbindungen, denn ihre Zusammensetzung entspricht, soweit sie den Kohlenwasserstoffanteil des Moleküls betrifft, der der Fette (griech. aleiphatos Fett). Es wurde schon früh erkannt, daß es viele andere Verbindungen gibt, deren Kohlenwasserstoffanteil ein höheres Verhältnis von Kohlenstoff zu Wasserstoff bei deutlich verschiedenen Eigenschaften auf weist. Diese Substanzen zeigten oft angenehmen Geruch oder wurden aus aromatischen Substanzen gewonnen, wie zum Beispiel die Hauptbestandteile der flüchtigen Öle von Gewürznelken, Zimt, Sassafraslorbeer, Anis, bitteren Mandeln, Wintergrün und Vanille. Der Kohlenwasserstoff Benzol verdankt seinen Namen der Tatsache, daß er bei der Decarboxylierung von Benzoesäure entsteht, die ihrerseits aus der aromatischen Substanz Benzoeharz isoliert worden war; ein anderer Kohlenwasserstoff erhielt den Namen Toluol, weil er durch Erhitzen des wohlriechenden Tolubalsams gewonnen wurde. Loschmidt1 stellte 1861 als erster fest, daß die meisten aromatischen Verbindungen als Derivate des Benzols C6H6 angesehen werden können, so wie die aliphatischen Verbindungen als Derivate des Methans CH4 aufgefaßt werden. Seitdem wird die Bezeichnung aromatische Verbindungen auf diejenigen Verbindungen angewandt, die die charakteristischen chemischen Eigenschaften des Benzols aufweisen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • Carl R. Noller

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