Arzneimitteltherapie im Kindesalter

  • E. Rominger

Zusammenfassung

In der Kinderheilkunde herrscht von jeher das Bestreben, mit wenigen Arzneimitteln auszukommen, einmal, weil es oft nicht leicht ist, dem Kind Medikamente beizubringen, dann aber auch, weil die Dosierung schwieriger und verantwortungsvoller ist als beim Erwachsenen. Es gibt keine besonderen Maximaldosen für das Kindesalter und kann sie auch gar nicht geben, da die Dosengröße sich von einer Altersstufe zur anderen ändert. Die Dosis ist nun nicht einfach abhängig von Alter und Gewicht, sondern vielmehr von dem Entwicklungsgrad und der persönlichen Empfindlichkeit, und zum Unterschied vom Erwachsenen ist über die Wirkung eines Arzneimittels irgendeine Angabe vom jungen Kind gar nicht zu erhalten, und wir sind auf die eigenen ärztlichen Beobachtungen oder die der Umgebung, also meist der Mutter oder Pflegerin, angewiesen. Hinzu kommt nun noch die Schwierigkeit, daß das Kind im Gegensatz zum Erwachsenen manchen Arzneimitteln gegenüber außerordentlich empfindlich ist, während es andere in verhältnismäßig großen, ja geradezu Erwachsenendosen verträgt und sie sogar braucht, um wirksam behandelt zu werden. Einige Beispiele mögen das erläutern. Hochempfindlich sind vor allem junge Kinder gegenüber Opium (Morphin!) und Cocain (Narkose! Atemlähmung!), gegenüber Fiebermitteln, z. B. Pyramidon, Aspirin (Kollaps!), gegenüber Anregungsmitteln, z. B. Campher, Coffein (Übererregbarkeit, Krämpfe!), gegenüber Alkohol (Leberschädigung!), gegenüber Phenol (Merenschädigung!).

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© Springer-Verlag ohg. in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1950

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  • E. Rominger

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