Krankheiten der Leber und Gallenwege

  • G. v. Bergmann
  • H. Schwiegk

Zusammenfassung

Die Leber ist das große chemische Zentrallaboratorium des menschlichen Körpers. Es gibt kaum einen Stoffwechselvorgang im Organismus, an dem die Leber nicht in irgendeiner, wenn auch noch so entfernten Weise beteiligt wäre. Daher hat sich die Erforschung der Leberfunktionen in ihrem Ablauf unter normalen und pathologischen Verhältnissen in den letzten Jahrzehnten immer mehr der Methoden der physiologischen Chemie bedienen müssen. In engem Zusammenhang damit steht der außerordentliche Reichtum der Leber an Fermenten. Aufbau der Monosaccharide zu Glykogen (Glykogenie) und umgekehrt, Glykogenbildung aus Nichtkohlehydraten wie Aminosäuren, Glycerin usw. (Glykoneogenie), Abbau der Fette bis zu den Ketonkörpern, Umwandlung der Fette in Phosphatide, Aufbau der Aminosäuren zu spezifischen Plasmaeiweißkörpern (Fibrinogen, Prothrombin, bestimmte Albumine und Globuline), Abbau der Aminosäuren, Harnstoffbildung, Synthese der Gallensäuren sind nur einige der wichtigsten Stoffwechselfunktionen der Leber. Sie ist das wichtigste Organ für die Zerstörung und Entgiftung körperfremder und körpereigener Stoffe (Darmfäulnisprodukte, Skatol, Indol, Phenol, Kresol, Benzoesäure, Alkaloide, Metalle, aber auch der Hormone, wie Follikelhormon usw.). Mit der Ausscheidung der Galle führt die Leber dem Darm für Verdauung und Resorption wichtige Stoffe zu (Gallensäuren) und eliminiert nicht mehr verwertbare Stoffwechselprodukte (Bilirubin).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1949

Authors and Affiliations

  • G. v. Bergmann
  • H. Schwiegk

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