Advertisement

Fasern aus Eiweiß

  • Arthur Zart
Part of the Technische Fortschrittsberichte book series (2863, volume 51)

Zusammenfassung

Durch die chemische Natur von Seide und Wolle angeregt, hatte man sich früh die Aufgabe gestellt, Kunstfasern aus Eiweißstoffen, z. B. aus Kasein (83), herzustellen. Erst 1935 gelang die technische Lösung (84). Als grundlegend für dieselbe erwies sich die Art den Kaseingewinnung. Das Labkasein ist nicht so geeignet wie das mit Schwefelsäure gefällte. Man verwendet z. B. auf 100 1 frische, sorgfältig entfettete Magermilch 1,55 13,6 n-Schwefelsäure (85) und erhält 2,8 kg Kasein. Es muß albuminfrei sein. Es wird sorgfältig gewaschen und bei niederer Temperatur getrocknet. 100 kg werden mit 231 Natronlauge, die 7,3 kg NaOH enthält, bei 24° angerührt und mit kalt gesättigter Natriumsulfatlösung auf 18% verdünnt. Die Lösung wird, wie üblich, filtriert, entlüftet und gelagert. In dieser Reifezeit steigt die Viskosität im Anfang und würde weiterhin abfallen. Vor dem Abfall, der einen Molekülabbau anzeigt, muß versponnen werden. Dazu dient ein Bad aus einer Lösung von Natriumsulfat und Schwefelsäure. Die Düsen bestehen vorteilhaft aus Glas, an dem die Lösung im Gegensatz zu Metalldüsen nicht haftet3). Das von der Spinnmaschine kommende Spinnkabel wird in einer Rollenwäsche mit Härtebädern behandelt und zwar zuerst mit einem solchen aus Kochsalzlösung und dann mit Aluminiumsulfatlösung in zwei Temperaturstufen, die letzte von 60°. In der letzten wird das Kabel verstreckt.

Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff, Darmstadt 1950

Authors and Affiliations

  • Arthur Zart
    • 1
  1. 1.WuppertalDeutschland

Personalised recommendations