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Kolloidchemie pp 418-440 | Cite as

Dispersionsvariable Systeme

  • Joachim Stauff

Zusammenfassung

Bei der Behandlung der physikalischen Eigenschaften kolloider Systeme in den vorangegangenen Kapiteln wurde vorausgesetzt, daß sie dispersionsinvariabel sind. Hiermit war ihre zeitliche Unveränderlichkeit in bezug auf ihre Teilchengröße gemeint, wobei die Ursache dieser Stabilität nicht zur Diskussion stand. Im folgenden wird nun die Entstehung und Veränderlichkeit kolloider Systeme im Vordergrund stehen, insbesondere die Vergrößerung und Verkleinerung der kolloiden Teilchen. Systeme, bei denen solche Veränderungen möglich sind, sind als dispersionsvariabel bezeichnet worden (vgl. § 10). Die Einführung eines solchen Begriffes hat aber nur dann einen Sinn, wenn die in Frage stehenden Einheiten nicht aus konstitutionell definierten Individuen bestimmter Qualität bestehen.

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Hinweise

  1. 1.
    Von R. C. Tolman [J. Amer. chem. Soc. 35, 307 (1913)] wurde nachgewiesen, daß der Dispersitätsgrad des Systems ausgedrückt durch die spezifische Grenzfläche bei konstanter Substanzmenge und konstanter Partikelzahl keine unabhängige Variable des Systems ist. Aus diesem Grunde sind wir einen anderen Weg gegangen, da diese Argumentation nur eine Seite des Problems behandelt. Vgl. auch J. J. Hermans in H. R. Kruyt (Hrsgb.): Colloid Science. Bd. I. Amsterdam 1952. S. 11 ff.CrossRefGoogle Scholar
  2. 1.
    Lennard-Jones, J. E. u. J. Corner: Trans. Faraday Soc. 36, 1156 (1940).CrossRefGoogle Scholar
  3. 2.
    Bei Partikeln mit nur wenigen Bausteinen (j < 10) hat der Begriff der Grenzfläche und der Grenzflächenspannung seinen Sinn verloren, da praktisch alle Moleküle des Teilchens in der Grenzfläche liegen; das gilt aber auch schon für größere Partikeln, da die Ableitung der thermodynamischen Beziehung der Grenzflächenspannung nur unter der Voraussetzung gültig ist, daß die Grenzschicht klein gegen den Krümmungsradius ist. In diesem Gebiet könnten grundsätzlich Rechnungen nur mit den allerdings sehr komplizierten Methoden der „Cluster“-Integrale von Mayer und Mayer [J. chem. Physics 5, 67, 74 (1937)] durchgeführt werden, wegen der jedoch an die Lehrbücher der statistischen Thermodynamik verwiesen werden muß. (Vgl. besonders Mayer und Mayer.) Lösungen für Qoj konnten aber nach dieser Methode nur für relativ kleine j (bis etwa 5) vorgenommen werden.CrossRefGoogle Scholar
  4. 2.
    Krishnan, R. S.: Proc. Ind. Acad. Sci. 1 A, 717, 782 (1935); 9 A, 303 (1939).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag OHG / Berlin · Göttingen · Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • Joachim Stauff
    • 1
  1. 1.Universität Frankfurt A.M.Deutschland

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