Das Inselorgan und seine Krankheiten

  • Arthur Jores

Zusammenfassung

Das Inselorgan nimmt in seinem anatomischen Bau eine Sonderstellung ein. Die übrigen endokrinen Drüsen sind zusammenhängende, kompakte Organe. Das Inselorgan besteht aus einzelnen verstreuten, im Pankreas liegenden Zellhaufen. Nach Feyrter ist dies der Übergang zu den diffusen epithelialen endokrinen Organen, die nur noch aus verstreut liegenden einzelnen Zellen bestehen. Die nach ihrem Entdecker als Langerhanssche Inseln bezeichneten Gewebs- abschnitte finden sich beim Menschen überwiegend im Schwanzteil des Pankreas. Die Gesamtmasse der Inseln soll etwa 1/30–1/100 des ganzen Pankreas ausmachen, und pro Milligramm Gewebe hat man für den Schwanzteil etwa 10–20 Inseln berechnet. Die Inseln wechseln nach Lage und Größe. Die Zellen, aus denen sie bestehen, sind große helle Zellen ohne Zymogengranula, die eine strangförmige Anordnung zeigen. Man unterscheidet α- und β-Zellen. Die ersteren enthalten acidophile, die letzteren basophile Granula. Ferner hat gezeigt, daß sich bei Versilberung nur die α-Zellen darstellen und hat damit eine spezifische Differenzierungsmöglichkeit zwischen den beiden Zellarten entdeckt. Das Verhältnis der α:β-Zellen beträgt nach diesem Autor etwa 1:5 und ist beim Embryo und beim Kind noch weiter zu Gunsten der β-Zellen verschoben. Die Inseln sind sehr reichlich mit weiten Capillaren durchzogen und enthalten vom Vagus stammende Nervenfasern. Der Blutabfluβ erfolgt durch die Pankreasvene direkt in die Pfortader.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1949

Authors and Affiliations

  • Arthur Jores
    • 1
  1. 1.II.Med.Universitéts-KlinikHamburg-EppendoreDeutschland

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