Advertisement

Die irische Mission auf dem Kontinent

  • Eberhard F. Bruck
Chapter
  • 36 Downloads

Zusammenfassung

Etwa vom Ende des 6. Jahrhunderts an kamen irische Mönche, voran Columban der Jüngere, als Missionare nach dem Festland, zuerst nach der Bretagne, dann nach dem Frankenreich. Zahlreiche Klostergründungen bezeichneten ihren Weg.1 Seit dem 7. Jahrhundert wirkten die Iren auch jenseits des Rheins, im alemannischen Gebiet und in Bayern.2

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Heinrich Zimmer, Art. Keltische Kirche, Realenzyklopädie f. prot. Theologie und Kirche, X3, 1901, S. 204–243; L.Traube, Peronna Scottorum, S. M. A., 1900, S. 469, Hauch, Kirchengeschichte Deutschlands, I, 3. und 4. Aufl. Leipzig, 1904), S. 228 ff.; W. Levison, Die Iren und die fränkische Kirche, Hist. Zeitschr. 109, 1912, S. 1–22; Paul Wilhelm Finsterwalder, Wege und Ziele der irischen und angelsächsischen Mission im fränkischen Reich, Zeitschr. für Kirchengeschichte, 47, 1928, S. 202 ff.; Kenney, The Sources for the Early History of Ireland, I, S. 486–621; von Schubert, S. 214, 275, 603 f. und passim; P. Fournier und G. Le Bras, Hist. des collections canoniques en occident (Paris, 1931), I, S. 42 f.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. für Bayern u. a. Riezler, Die Vita Kiliani, Neues Archiv für ältere deutsche Geschichtskunde, 28, S. 232 ff.; Hieronymus Frank, Die Klosterbischöfe des Frankenreichs, Münster i. W., 1932, S. 148 ff.; Caspar, Geschichte des Papsttums, II, S. 691 ff. und unten, §35, Anm. 2.— Ober Permin, der im alemannischen Gebiet missionierte, siehe Franz Beyerle, Bischof Perminius und die Gründung der Abteien Murbach und Reichenau, Zeitschrift für schweizerische Geschichte, 27 (1947), S. 129 bis 173. Beyerle weist nach, daß Permin in den iro-schottischen Kreis gehört. — Über die irische Gründung von Freising siehe unten, § 35.Google Scholar
  3. 3.
    Zimmer, S. 91 f., Gougaud, S. 128 ff., von Schubert, S. 468, 726 f., Kenney, S. 530 f.Google Scholar
  4. 4.
    Siehe aber unten, § 36 bei Anm. 40.Google Scholar
  5. 5.
    Loening, Geschichte des deutschen Kirchenrechts, II, S. 444 f.; Finsterwalder, S. 210; von Schubert, S. 409, 609; Fournier-Le Bras, S. 82 f.; Gougaud, S. 215 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Ernst Robert Curtius, Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Bern, 1948, S. 12 f.Google Scholar
  7. 7.
    Siehe über die Verdrängung der irischen Mission u. a. Fournier-Le Bras, I, S. 3; Gougaud, S. 424 f.; Finsterwalder, S. 218 ff.; von Schubert, S. 286, 296 f.Google Scholar
  8. 8.
    Siehe unten, §§ 35 und 36.Google Scholar
  9. 1.
    So Finsterwalder, Zeitschrift für Kirchengeschichte, 47, S. 213, 217 f.Google Scholar
  10. 2.
    Siehe oben, § 26 bei Anm. 13.Google Scholar
  11. 3.
    Vgl. die verschiedenen Beiträge in der Wissenschaftlichen Festgabe zum 1200jährigen Jubiläum des Heiligen Korbinian, München, 1924, und dort insbesondere P. Romnald Bauerreiss, Irische Frühmissionare in Südbayern, S. 44 und passim. — Siehe auch Caspar, Geschichte des Papsttums, II, S. 691 f.; Hieronymus Frank, Die Klosterbischöfe des Frankenreichs, Beiträge zur Geschichte des alten Mönch-tums, Heft 17, Münster i. W., 1932, S. 148 ff., 153 ff.; Delias, S. 110 f.Google Scholar
  12. 4.
    Die Schenkungen für Kloster und Kirche in Freising erfolgten häufig ad ec-clesiam Sanctae Mariae et ad Sanctum Corbinianum. Siehe „Die Traditionen des Hochstifts Freising“, herausgegeben von Theodor Bitterauf, München, 1905, 1909, Nr. 137, 140, 141, 146, 150, 154, 155, 170, 254; auch ad ecclesiam.., ubi requiescit beatus Corbinianus, Nr. 131, 170.Google Scholar
  13. 5.
    Siehe B. Krusch, Vita Corbiniani auctore Arbeone (Monumenta Germanicae, Scriptores rerum Merovingiarum, S. 505). Zustimmend Bauerreiss, a. a. O., S. 57 bis 59; vgl. Caspar, II, S. 692.Google Scholar
  14. 6.
    Vgl. noch Balthasar Arnold, Zur Vita Corbiniani, Korbinian-Festschrift, S. 64, und Bauerreiss, S. 43.Google Scholar
  15. 7.
    Krusch, S. 505 und Bauerreiss, S. 58 f. — Bauerreiss sieht auch den Namen Corbinianus als keltisch an. Der Stamm corb findet sich öfters in irischen Namen. Ein irischer König und ein irisch-heidnischer Führer hießen „Corban“ (S. 57 ff., ebenda noch weitere Indizien für Korbinians irische Abstammung). — Neuerdings hat Franz Beyerle, Bischof Perminius und die Gründung der Abteien Murbach und Reichenau (Zeitschrift für Schweizerische Geschichte, 27, 1947, S. 129–173) ein lebendiges Bild des Wanderbischofs Permin gezeichnet, der — gleich andern Iren — mehrere Klöster im alemannischen Gebiet gegründet hat, z. B. die Abtei Reichenau (um 729). Er war von Bedeutung für die alemannische Geschichte (Beyerle, S. 129). Es ist bezeichnend, daß im alemannischen Gebiet das Drittel für die Seele gleichfalls gefunden werden kann (siehe die Literatur bei A. Schultze, Z. Sav. St., germ. Abt., 32, S. 97, Anm. 3, und Augustin, S. 63 f., obwohl Schultze die Iren nicht erwähnt; ferner bestreitet er, ohne Begründung, daß eine Verbindung mit früheren Methoden der Bemessung der Seelquote besteht). — An dieser Stelle kann die Lage im alemannischen Gebiet nicht näher untersucht werden, was zu ähnlichen Ergebnissen wie für Freising führen dürfte (vgl. unten diesen Paragraph, III).Google Scholar
  16. 8.
    S. oben, Anm. 3.Google Scholar
  17. 9.
    Ausnahmsweise verbinden sich auch andere Motive mit der Sorge für das Seelenheil. In der Urkunde bei Bitterauf, Nr. 450 bezweckt ein gewisser Tenil mit der Schenkung seiner portio die Herausgabe seiner Geliebten, einer Dienerin (famula) des Bischofs und seines mit ihr erzeugten Sohnes.Google Scholar
  18. 10.
    Zum Beispiel ein mansus (Bitterauf, Nr. 131, S. 140), ein Hof (Nr. 213, S. 201), 12 Morgen (Nr. 406, S. 350). Häufig wird der ererbte Grundbesitz, die bereditas, übertragen (z.B. Bitterauf, Nr. 14, 15, 17, 21, 22), zuweilen der vom Schenker selbst erworbene Besitz (so schenkt z. B. in Bitterauf, Nr. 20 eine Ehefrau „quod ego propria pecunia mea acquisivi“).Google Scholar
  19. 11.
    Zum Beispiel zwei Unfreie (mancipia) in Bitterauf, Nr. 497.Google Scholar
  20. 12.
    Diese Ansicht geht zurück auf Sigmund Adler, Eheliches Güterrecht und Ab-schichtungsrecht (Leipzig, 1893), S. 29 ff., 91 ff., 107, 111. Ihm haben sich — ohne nähere Begründung — angeschlossen: Brunner, Beiträge zur Geschichte des Wart-rechts, Festgabe für H. Dernburg, Berlin, 1909, S. 43 (= Abhandlungen, II, S. 219) und A. Schultze, Augustin und der Seelteil, S. 30, 129 ff., und in Atti del congresso internazionale di diritto romano, 1934, S. 212. Aber es fehlt der Beweis, daß die Kirche immer einer Kopfquote erhielt, die nach der Zahl der Söhne berechnet war. Prüft man Adlers Beweisführung nach, so zeigt sich, daß er sich nur auf verhältnismäßig wenige Fälle stützt, in denen unzweifelhaft über eine Kopfquote zugunsten der Kirche verfügt wird, und diese sind dem Urkundenbuch des Landes ob der Enns, I (Nr. 34, 35 und 65) entnommen. In diesen Fällen handelt es sich nicht um Zuwendungen aus dem Bereiche des Klosters Freising, wo der irische Einfluß besonders stark gewesen war (vgl. oben, S. 171, über die lokalen Bräuche in den einzelnen irischen Missionsbezirken). In anderen von Adler herangezogenen Fällen (Bitterauf, Nr. 227, 229, 304) wird nicht über eine Kopfquote verfügt, vielmehr über die gesamte bereditas des Schenkers. Zur näheren Beschreibung der verschenkten bereditas wird angegeben, daß diese sich zusammensetzt aus vom Schenker ererbten Anteilen verstorbener Familienmitglieder. Wie hoch diese Anteile waren, sagen die Urkunden aber nicht. — Über die von Adler ebenfalls herangezogene Urkunde bei Bitterauf, Nr. 350 (= Meichelbeck, Nr. 321) siehe unten, S. 223, Anm. 19. — Adler und Schultze berücksichtigen nicht die große Gruppe von Fällen, in denen die Kirche eine zahlenmäßig bestimmte feste Quote, ohne Rücksicht auf die Zahl der beteiligten „Köpfe“ erhält (siehe den Text).Google Scholar
  21. 13.
    Wir sehen hierbei von den Fällen ab, in denen die Urkunden bloß von der „portio“ schlechthin sprechen, ohne daß ihre Höhe erkennbar ist. So überträgt z. B. ein Vater in Bitterauf, Nr. 265 (v. J. 807–808, mit nachfolgender Bestätigung v.J. 808–811): „quicquid in suam partem ei evenit hereditatis, quando cum filiis suis partivit“. Aber wie geteilt worden ist — nach Köpfen, oder nach festen Bruchteilen — erfahren wir aus dieser Urkunde nicht. Vgl. Nr. 13 (v. J. 759) und Nr. 170 (v. J. 794). — Über die Lex Baiuwariorum, I, 1, die die Art der Bemessung der portio ebenfalls nicht erkennen läßt, siehe diesen Paragraph, IV, (S. 225 f.) auch ebenda über die Schenkungen von Kopfquoten in den Freisinger Urkunden. 14 R. Bauerreiss, a. a. O., S. 45, 49.Google Scholar
  22. 15.
    Adler (S. 33) erwähnt diese Schenkung, die im Widerspruch zu seiner Theorie der Teilung nach Kopfteilen steht, nur beiläufig, und drückt sein Erstaunen darüber aus, daß der Vater eines einzigen Sohnes nur ein Drittel erhält.Google Scholar
  23. 16.
    Zeumer, Mont. Germ., Leges, Sectio V, Formulae extravagantes, I, 22, S. 547; vgl. Brunner, Rechtsgeschichte der Urkunde, I, S. 248; Adler, S. 97.Google Scholar
  24. 17.
    Siehe oben, S. 222 über die Gründung dieser Kirche durch Iren.Google Scholar
  25. 18.
    Wurmharts Frau erhält nichts. Nur seine Mutter erhält einzelne Vermögensstücke, aber keine Quote. — In der Urkunde bei Bitterauf, Nr. 41 (v. J. 771, also zwei Jahre nach der Urkunde 29) wiederholt Wurmhart die Schenkung der tertia pars an die Kirche. Ein Kind ist ihm inzwischen noch nicht geboren worden.Google Scholar
  26. 19.
    Bei Bitterauf, Nr. 350 (v. J. 815) verfügt Waldpert ebenfalls über ein Drittel. Da er aber zwei Söhne hat, kann sowohl ein festes Drittel als auch eine Kopfquote vorliegen. Das Überwiegen der festen Drittelquote spricht für die erstere Alternative. — Ähnlich liegt der Fall bei Bitterauf, Nr. 289 = Meichelbeck, Nr. 260 (v. J. 809). Hier haben zwei Brüder, Freaso und Erchanpald, ihre portio der Kirche tradiert. Nach deren Tode nehmen die filii des zweiten Bruders Erchanpald die Gabe beider Brüder zurück; später erstatten sie aber „misericordia compulsi“ den dritten Teil. Adler, S. 32, meint: „Nehmen wir an, daß es zwei Söhne sind, so würde sich erklären, daß sie nur ein Drittel der Tradition ihres Vaters für zurecht bestehend anerkennen.“ Es steht aber nicht fest, wieviel Söhne vorhanden waren!Google Scholar
  27. 20.
    (1) Bitterauf, Nr. 103 (v. J. 780): Schenkung des Adalo, (2) Bitterauf, Nr. 105b (v.J. 782): Schenkung des Priester Salomon, (3) Bitterauf, Nr. 243 (v.J. 806): Schenkung des Frecholf. — Bei Bitterauf, Nr. 130 (v. J. 790–794) tradiert Sigiheri die Hälfte seines Vermögens der Kirche, die andere Hälfte seiner Tochter. In Bitterauf, Nr. 489 (v. J. 823) überträgt Tenil, der einen Sohn besitzt, die Hälfte seines Vermögens der Kirche, über die andere bestimmt er nichts, wahrt aber damit das Erbrecht des Sohnes. In den beiden letzten Fällen könnte man an Kopfteilung denken. Allerdings ist im Falle des Sigiheri (Nr. 130) zweifelhaft, ob die Tochter ein Erbrecht besaß.Google Scholar
  28. 21.
    Bitterauf, Nr. 12 (v. J. 758–763). Der Schenker David erwähnt keine Frau und Kinder, nur Brüder. — Bei Bitterauf, Nr. 155 (v.J. 792–793) hat der Schenker Sindeo nur eine Frau; außer den zwei Dritteln an die Kirche verfügt er über ein Drittel an die Frau als Morgengabe („pro justitia illius“).Google Scholar
  29. 22.
    Das Drittel begegnete im Senchas Mär (oben, § 27, I), in den Kommentaren zu Dīre (oben, § 27, III) und in der Collectio Hibernensis (oben, § 28, III). — Die Hälfte begegnete im Senchas Mär und in corus bescna (a. a. O.). — Drittel und Hälfte nebeneinander begegneten in Abs. 2 des Kommentars b zu Dīre, §§34, 35, und in der Collectio Hibernensis (a. a. O.). Zwei Drittel begegneten in Senchas Mār (a.a.O.).Google Scholar
  30. 23.
    Berechnung der Quote, nämlich der „Tertia pro Deo“ vom Immobiliarvermögen (bereditas) erfolgt in Coll. Hib., XXXIII, Kap. 13 (oben, § 28, Anm. 14). In Coll. Hib., XLI, 10 betrifft das Drittel die „substantia“, also Immobilien und Mobilien. — In den älteren Abschnitten der Brehon Laws (vgl. oben, § 27, I) wurde der Selbsterwerb der Berechnung der Quote zugrunde gelegt. Dies hängt mit dem Stadium der Entwicklung des Individualeigentums in Irland zusammen (oben, § 27, I, b). Das Wesen der Seelquote wird dadurch nicht betroffen. Das Bestreben des Vaters, eine Quote für sein Seelenheil zu geben, gehört zu den Motiven, die zur Auflösung des Familieneigentums und damit zur Entstehung des Individualeigentums führen.Google Scholar
  31. 24.
    S. oben, § 27.Google Scholar
  32. 25.
    Oben, § 28, II.Google Scholar
  33. 26.
    Oben, § 30 am Ende, § 31, V am Ende.Google Scholar
  34. 27.
    Bauerreiss, a. a. O., S. 47.Google Scholar
  35. 28.
    K. A. Eckhardt, Germanenrechte, II, S. VI f.; von Schwerin-Thieme, Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte, 1950, S. 55; Planitz, Germanische Rechts-geschichte, 3. Aufl., S. 105.Google Scholar
  36. 29.
    Brunner, Deutsche Rechtsgeschichte, I (l.Aufl.), S. 316 f., Adler, a.a.O., S. 27 f.Google Scholar
  37. 30.
    S. oben, § 18 und unten, §§ 37 und 38.Google Scholar
  38. 31.
    Zum Beispiel in Bitterauf, Nr. 189 (802–805), Nr. 140 (v.J. 791). Vgl. Bitterauf, Einleitung, I, S. XLVIII.Google Scholar
  39. 32.
    Zum Beispiel Bitterauf, Nr. 1 (v. J. 744), Nr. 2 (v. J. 748), Nr. 9 (v. J. 757).Google Scholar
  40. 33.
    Kap. 6 (Mon. Germ., Leges, III, 460): „De eo quod, ut si quis de nobili genere de hereditate sua voluisset dare ad sanctuarium Dei, in sua potestate esset, nemo prohibuisset“ vgl. Loening, Geschichte des deutschen Kirchenrechts, III, S. 666, Anm. 6.Google Scholar
  41. 34.
    Bonifatius, Epist. 44 (Mon. Germ. Epist. sel., I, 71): „... doctrinam vel venientium Brittonum vel falsorum sacerdotum hereticorum... renuentes ab pro-hibentes abiciatis.“ Siehe Bauerreiss, S. 43; von Schubert, S. 305, Anm. 1; Stenton, Anglo-Saxon England, S. 168 ff.Google Scholar
  42. 35.
    „Wie anders wäre das entschiedene Auftreten des Bonifacius gegen sie gerechtfertigt!“ sagt Bauerreiss, S. 43.Google Scholar
  43. 36.
    So Beyerle, Zeitschrift für schweizerische Geschichte, 27, S. 149, mit Bezug auf den iroschottischen Bischof Perminius in Alemannien (s. oben, Anm. 6).Google Scholar
  44. 37.
    Beyerle, S. 147.Google Scholar
  45. 38.
    Germain Morin, Un recueil Gallican, inédit etc. en usage à Freising au VIIe—IXe siècle (Revue Bénédictine, XXIX, 1912, S. 168 f.). Ein guter Teil der Mönche von Luxeuil waren Iren. Vgl. Bauerreiss, Korbinian-Festschrift, S. 44, 47, 56; Michael Huber, ebenda, S. 249.Google Scholar
  46. 39.
    Der irische Heilige Monus (Fest am 12. Juli) gilt als Schutzpatron gegen Geschlechtskrankheiten. Das Volk bezeichnet heute noch die Syphilis als St. Monus-Krankheit. — Der Tag des hl. Fridolin ist günstiger Aderlaßtag. — Auch St. Gallus ist Krankenpatron, und dem Galluswein wird besondere Heilkraft zugeschrieben (hierüber und über weitere Beispiele siehe Bauerreiss, S. 47 f.). — Die Bevorzugung der Iren als Krankheitspatrone ist ein Nachklang ihrer ausgebreiteten caritativen Tätigkeit. — Irischer Einfluß zeigt sich auch in den auf -zelle endigenden Ortsnamen in Südbayern, ebenso wie im alemannischen Gebiet. In ihnen steckt das irische Wort zille, womit die irischen Mönchszellen, d. h. ihre Klöster, bezeichnet wurden. Vgl. Gougaud, S. 91; Finsterwald er, Zeitschrift für Kirchengeschichte, 47 (1928), S. 215.Google Scholar
  47. 40.
    Das Regensburger Georgskloster, das spätere „Domstift“, wird auf St. Em-meran zurückgeführt. Siehe Sigisbert Mitterer, O. S. B., Das Freisinger Domkloster und seine Filialen, Korbinian-Festschrift, S. 31; R. Hindringer, Das Quellgebiet der bayerischen Kirchenorganisation (ebenda, S. 31); Michael Huber, Der Hl. Alto und seine Klosterstiftung Altomünster (ebenda, S. 21); ferner Finsterwalder, S. 222; von Schubert, S. 669. — Im 11. Jahrhundert wurden noch zwei „Schottenklöster“ in Regensburg gegründet (Delius, S. 121.)Google Scholar
  48. 41.
    Herausgegeben von Gemeiner, Reichsstadt Regensburgische Chronik, II (1803), S. 394. Vgl. Gál, Z. Sav. St., Germ. Abt., 29, S. 229 und Rietschel, ebenda, 32, S. 307, Anm. 2.Google Scholar
  49. 42.
    Werninghoff, Geschichte der Kirchenverfassung im Mittelalter, 1905, S. 280.Google Scholar
  50. 43.
    Brunner, Z. Sav. St., germ. Abt., 19, S. 122 (= Abhandlungen, II, S.295); A. Schnitze, Augustin, S. 65. — S. unten, § 39, Anm. 16 und 17.Google Scholar
  51. 1.
    Schnitze, Augustin, S. 97 ff., 204 f., 214, und Atti del Congresso Internazionale di Diritto Romano, 1934, S. 217 f. erblickt in der Drittelung des fränkischen Rechts wieder den Einfluß Augustins, Ursprünglich hätte bei den Franken das Drittel für die Witwe bestanden, dann sei das Drittel für die Seele des Mannes, d. h. für Christus hinzugetreten, und hierbei habe man Augustins Mahnung befolgt, Christus nicht schlechter zu stellen als einen Miterben. Diese Konstruktion ist abgelehnt worden u. a. von F. Beyerle, Z. Sav. St., germ. Abt., 50, 1930, S. 402; Koranyi, Grundlagen des mittelalterlichen Erbrechts, S. 199; Bruck, Studi Riccobono, III, Palermo, 1933, S. 403 f. — Rietschel, Z. Sav. St., germ. Abt., 32, 1911, S. 308, vermutete (für die Bretagne) Zusammenhang mit dem „keltischen Recht. (Dagegen Brunner, Z. Sav. St., germ. Abt., 19, S. 126 = Abhandlungen, II, S. 298 und Schnitze, S. 65, Anm. 254). Rietschel kam m. E. der Wahrheit am nächsten. Allerdings ist nicht allgemein „keltisches Recht“ eingeführt worden, vielmehr nur aus Irland stammendes Recht unter dem Einfluß der irischen Mission (siehe darüber den folgenden Text).Google Scholar
  52. 2.
    W. Levison, Historische Zeitschrift, 109 (1912), S. 1 f.; P.W. Finsterwalder, Zeitschrift für Kirchengeschichte, 47 (1928), S. 202 ff.; Fournier-Le Bras, Histoire des collections canoniques en occident, I, S. 64.Google Scholar
  53. 3.
    H. Zimmer, The Celtic Church in Britain and Ireland, London, 1902, S. 67 ff., 91, und Über alte Handelsbeziehungen West-Galliens mit Irland, Sitzungsberichte der Berliner Akademie der Wissenschaften, 1909, S. 384, 395 ff.; Gougaud, S. 116 ff.; von Schubert, S. 211.Google Scholar
  54. 4.
    Levison, S. 6; Finsterwalder, S. 212. — So war z.B. Audoin (Autharius), Bischof von Rouen (641–648), ein eifriger Anhänger Columbans gewesen, der sich 610 auf dem Gute seines Vaters Autchar aufgehalten hatte. Audoin war an der Gründung des Klosters Rebais bei Jouarre (Diözese Meaux) „ad modum Luxo-viensis“ beteiligt. Auf Rebais geht das Kloster Jumièges (bei Rouen) zurück, ebenso Noirmoutier (Levison, S. 7, Finsterwalder, S. 212, von Schubert, S. 604, Deiius, S. 108 f.). Nach dem Eindringen der Normannen stellten die normannischen Herzöge Jumièges zusammen mit Fécamp und St. Wandrille wieder her (Haskins, S. 9).Google Scholar
  55. 5.
    Fournier-Le Bras, I, S. 43, 71, 78, 82 f. — S. auch oben, S. 145 bei Anm. 10.Google Scholar
  56. 6.
    Haddan, Remains (Ausg. Forbes) 1889, S. 279, Finsterwalder, S. 211.Google Scholar
  57. 7.
    Epistola Synodi Cariasiacensis ad Hludovicum regem Germaniae directa, 10 (Mon. Germ. Hist., Leges, Sect., II, Kap. II, S. 434, zit. bei Gougaud, S. 179). — Hincmar stand in engen Beziehungen zu Iren, insbesondere zu Johannes Eriugena (Delius, S. 117 f.).Google Scholar
  58. 8.
    Kenney, S. 175; Gougaud, S. 117.Google Scholar
  59. 9.
    Fournier-Le Bras, I, S. 51–62; Levison, Historische Zeitschrift, 109, S. 10 f.Google Scholar
  60. 10.
    P. Fournier. Études critiques sur le Décret de Burchard de Worms (Nouvelle Revue Historique du droit français et étranger 34, 1910), S. 81 ff.; Fournier-Le Bras, I, S. 413. — Über Eindringen und Anpassung der Keltischen Bußbücher bei den Angelsachsen und auf dem Kontinent s. noch R. C. Mortimer, Western Canon Law, Berkeley, 1953, und dazu Schafer Williams, American Historical Review, LIX, 1954, S. 678.Google Scholar
  61. 11.
    Levison, S. 5. Schon Caesarius’ von Arles Schriften zeigen den Einfluß der irischen Liturgie (Gougaud, S. 233). — Über die Beziehungen der alten Liturgie in Freising und der irisch-gallikanischen Liturgie siehe oben, § 35, Anm. 37.Google Scholar
  62. 12.
    P. Fournier, De l’influence de la Collection Irlandaise sur la formation des collections canoniques, Nouv. Rev. Hist. de dr. fr. et étr., 23, S. 28 ff.; Fournier-Le Bras, I, S. 64.Google Scholar
  63. 13.
    Oben, § 28.Google Scholar
  64. 14.
    Waschersieben, Die irische Kanonensammlung, S. XXX f.; Gougaud, S. 281, 301 ; Kenney, S. 247; E. Anspach, Das Fortleben Isidors im VII.—IX. Jahrhundert (Miscellanea Isidoriana, Madrid, 1936), S. 327. — Eine Handschrift der Hibernensis enthält Glossen in altbretonisch er Sprache (Waschersieben, S. XX, XXXI), sie ist in der Bretagne entstanden oder gebraucht worden, ebenso wie andere keltische Manuskripte. In die Bretagne waren die irischen Missionare zuerst gekommen (Henry Bradshaw, The Early Collection of Canons Known as the Hibernensis: Two Unfinished Papers, Cambridge, 1893, S. 35; vgl. George H. Williams, The Norman Anonymus of 1100 A.D., Harvard Theol. Studies, XVIII, Cambridge, Mass., 1951, S. 51 f. Siehe dazu unten, § 40, Anm. 32). — Mit der Hibernensis verwandt ist eine andere irische Sammlung, der Liber ex lege Moysi, ebenfalls weit verbreitet im fränkischen Reich (P. Fournier, Le Liber ex lege Moysi et les tendances bibliques du droit canonique Irlandais, Revue Celtique, XXX, 1909, S. 221 bis 234). Ein Manuskript dieser Sammlung (Bibl. Nat. lat. 3182, saec. X/XI) stammt aus dem Kloster Fécamp in der Normandie. — Ferner ist die Schrift Pseudo-Cyprianus, De XII Abusivis Saeculi zu nennen, die bereits in der Hibernensis nachweisbar ist. (Vgl. S. Hellmann, Pseudo-Cyprianus, De XII Abusivis Saeculi, Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur, III, 4, 1910, S. 1 ff.) Diese Schrift war in Irland zwischen 630–700 entstanden; sie wird noch bei fränkischen Bischöfen des 9. Jahrhunderts zitiert.Google Scholar
  65. 15.
    Hieronymus Frank, Die Klosterbischöfe des Frankenreichs, Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums, Heft 17, Münster i. W., S. 6 ff. und passim; vgl. H. R. Bittermann, The influence of Irish monks on Merovingian organization, American Historical Review, 40 (New York, 1935), S. 232 ff.Google Scholar
  66. 16.
    Ottmar Dörr, Das Institut der Inclusen in Süddeutschland, Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums, Heft 18, Münster i. W., 1934. — S. oben, § 30, I bei Anm. 15.Google Scholar
  67. 17.
    Doerr, S. 24 ff.Google Scholar
  68. 18.
    U.Stutz, Das carolingische Zehntgebot, 2. Sav. St., germ. Abt., 29, 1908, 5. 180 ff.; Levison, Hist. 2., 109, S. 10; Fournier, Le Liber ex lege Moysi et les tendances bibliques du droit canonique irlandais (Revue Celtique, XXX, 1909, S. 226, Anm. 1, 228, Anm. 1, 232 f.).Google Scholar
  69. 19.
    Waschersieben, Bußordnungen, S. 143 f.; Gougaud, S. 281. Biblische Einflüsse waren für die irische Kirche charakteristisch. Vgl. oben, Anm. 14.Google Scholar
  70. 20.
    Stutz, a. a. O., Levison, a. a. O., Liebermann, Gesetze der Angelsachsen (Glossar) II, 2, S. 748 f., Anm. 3.Google Scholar
  71. 21.
    Brunner, Über ein verschollenes merovingisches Königsgesetz des 7. Jahrhunderts, 1901, S. 932 ff., 937, 942 ff., 948 (= Abhandlungen, I, S. 598 ff., 605, 618), und Deutsche Rechtsgeschichte, I2, S. 420 ff., 453, 457 f. 2ustimmend, zum Teil mit Modifikationen, u. a. Ernst Heymann, Papsttum und Kaisertum, Festschrift für Kehr, 1926, S. 132; Konrad Beyerle, Lex Baiuvariorum, Festgabe der juristischen Fakultät München zur Jahrhundertfeier der Universität München, 1926, S. XXIII f.; Ernst Mayer, Die oberdeutschen Volksrechte, 1929, S. 264 ff.; A. Schultze, Augustin, S. 19, 32 f.; vgl. noch Franz Beyerle, Die süddeutschen Leges und die merovingische Gesetzgebung, 2. Sav. St., germ. Abt., 49 (1930), S. 264 ff.; von Schwerin-Thieme, Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte, 1950, S. 55.Google Scholar
  72. 22.
    Vgl. Franz Beyerle, Der Tellotext für Dissentis, Jahresbericht der historischen antiquarischen Gesellschaft für Graubünden, 1948, S. 28.Google Scholar
  73. 23.
    von Schubert, S. 604.Google Scholar
  74. 24.
    Bauerreiss, S. 44.Google Scholar
  75. 25.
    Der irische Import der Drittelquote wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß der nach Abzug der Quote verbleibende Rest im fränkischen Reich anders verteilt wurde wie in Irland, daß z. B. die Quote für den „Caesar“ fehlt, wie sie in der Collectio Hibernensis festgesetzt war. (Vgl. oben, § 28, II, 3.) — Für die Frage, ob die Iren das Drittel importiert haben, ist es auch belanglos, daß im fränkischen und normannischen Recht eine rechtliche Gemeinschaft zwischen dem Vater und den Kindern bestand, an der er in Höhe seines Anteils berechtigt war, während eine solche Gemeinschaft im irischen Rechte fehlte. Brunner, 2. Sav. St., germ. Abt. 19, S. 126 (= Abhandlungen, II, S. 298) verneinte aus diesem Grunde Rietschels Annahme, daß das fränkische Drittel dem „keltischen Recht“ entlehnt war (vgl. diesen Paragraph, Anm. 1). Schwerlich haben sich die irischen Mönche bei ihren Mahnungen, eine Drittelquote für die Seele zu geben, darum gekümmert, daß diese Quote im nördlichen Frankreich auf eine Gemeinschaft stieß, die in ihrer Heimat fehlte.Google Scholar
  76. 26.
    Brunner, Festgabe für Dernberg, S. 60 f. (= Abhandlungen, II, S. 240); Julius Ficker, Untersuchungen zur Erbenfolge der germanischen Rechte (Untersuchungen zur Rechtsgeschichte, IV), Innsbruck, 1899, S. 400 f.; Viollet, Histoire du droit civil français, 3. Aufl., 1905, S. 930; Schultze, Augustin, S. 104; de Laplanche, S. 115 ff., 161 ff., 306 ff. Vgl. z. B. Très ancien coutumier de Normandie, Kap. 57, § 4: „Quis-quis homo potest dare de terra sua in eleemosynam usque ad tertiam partem suae hereditatis“ ; und Kap. 89: „Quilibet potest donare usque ad tertiam partem liberi tenementi sui in elemosinam vel pro servicio.“ Compilatio de usibus Andegaviae, §43: „Il est usage que Gentilhome puit aumoner de sa terre la tierce partie sans contenz.“ Très ancienne Coutume de Bretagne, Kap. 41 ; toute personne... pour donner le tierz de son heritage à autre personne que à ses hoirs. (Vgl. Brunner, a.a.O., S. 60 = 240, Anm.3.)Google Scholar
  77. 27.
    Josef Kohler, Berliner Festgabe für Dernburg (1900), S. 255 ff.; Schuhte, S. 104. Vgl. auch Brunner, Festgabe für Dernburg, S. 60, Anm. 1 (= Abhandlungen, S. 241, Anm. 1).Google Scholar
  78. 28.
    Brunner, Festgabe für Dernberg, S. 60 (= Abhandlungen, II, S. 241), Anm. 1.Google Scholar
  79. 29.
    Abgedruckt bei du Cange, Ausgabe Herschel-Favre, III, 630, Art. Funeralia. Vgl. Brunner, Z. Sav. St. 19, germ. Abt., S. 122 f. (= Abhandlungen, II, S.295); Paul Haensel, Die mittelalterlichen Erbschaftssteuern in England, Deutsche Zeitschrift für Kirchenrecht, 19, 1909, S. 395, Anm. 2.Google Scholar
  80. 30.
    Brunner, Beiträge zur Geschichte des Erbenwartrechts, Festgabe für Dernburg,Google Scholar
  81. S. 60 (= Abhandlungen, II, S. 240 f.). Zustimmend u. a. P. Viollet, Les coutumiers de Normandie, Histoire litéraire de la France, Paris, 1906, S. 41; Schnitze, Augustin, S. 106 f., und Atti del Congresso International di Diritto Romano, 1934, I, S. 214. — Die herrschende Meinung erblickt in der réserve Reste des germanischen Erbenwartrechts. Anderer Ansicht de Laplanche, La réserve coutumière dans l’ancien droit français, Paris, 1925, S. 7 ff., 62 ff., der die réserve als eine Neubildung betrachtet, ohne Zusammenhang mit Einrichtungen des germanischen Rechts. Das fränkische Recht habe bereits völlige Vergabungsfreiheit gekannt; die réserve sei eine Neubildung der nachkarolingischen Zeit. Siehe dagegen Schnitze, S. 6 ff.; H. Mitteis, Z. Sav. St., germ. Abt., 49 (1929), S. 654 ff., 660 f. — Unten, §§ 39 und 40, III, wird die Ansicht vertreten werden, daß die Quote der Coutumes nicht nur auf Gewohnheitsrecht zurückgeführt werden kann; vielmehr hat auch ein weiterer Faktor dabei mitgewirkt, der dem Zeitalter der coutumes angehört.Google Scholar
  82. 31.
    Brunner, Festgabe für Dernburg, S. 51 f., 55 (= Abhandlungen, II, S. 230, 234); Schultze, Augustin, S. 97 f. — Siehe diesen §, Anm. 1.Google Scholar
  83. 32.
    Vgl. oben, § 33, II a.Google Scholar
  84. 33.
    Brunner, a. a. O., S. 60 (= Abhandlungen, II, S. 241); Schnitze, S. 15, 29 und passim. Google Scholar
  85. 34.
    Drittelquoten für die Seele des Gebers begegneten in fränkischer Zeit in den Schenkungen von Freising (oben, § 34). — In zwei ostfränkischen Urkunden (Codex diplomaticus Fuldensis, herausgegeben von Dronke, Nr. 123 und 124 von 796) teilt ein Vater mit seinen zwei Söhnen verschiedene Grundstücke, die er von seinem Vater ererbt hat. Vater und Söhne erhalten je ein Drittel. Der Vater überträgt sein Drittel dem Kloster in Fulda. Der Schluß auf eine typische Quote in Höhe eines Drittels ist allerdings nicht zwingend, da gerade drei Beteiligte vorhanden sind (Schnitze, S. 107 f., vgl. oben, § 35, Anm. 18).Google Scholar
  86. 35.
    Schnitze, S. 106, Anm. 465.Google Scholar
  87. 36.
    Karls Testament ist in Einhards Vita Caroll Magni mitgeteilt (Mon. Germ. Hist., Scriptores, Schulausgabe, 6. Aufl., 1911, von Holder-Egger). Es ist eingehend untersucht von Alfred Schnitze, Das Testament Karls des Großen (in der Gedächtnisschrift für Georg von Bülow, Stuttgart, 1928), ferner Augustin und der Seelteil, S. 108 ff. Die Frage, ob irische Einflüsse bestehen, ist aber nicht behandelt.Google Scholar
  88. 37.
    Jeder Teil wurde in ein Repositorium gelegt, mit Aufschrift versehen und versiegelt. Schnitze (S. 109) folgert daraus, daß hierin ein sofortiger Vollzug der Schenkung liegt, daß es sich in diesem Teile von Karls Verfügung nicht um ein einseitiges Testament, sondern um eine donatio inter vivos handelt.Google Scholar
  89. 38.
    Diese Gegenstände sollten bis zu seinem Tode im täglichen Gebrauch des kaiserlichen Haushalts bleiben. Erst dann sollten die Gegenstände dieses letzten Drittels mit den in der Urkunde später erwähnten Sachen des Kaisers (Erz, Eisen, Metalle, Waffen und Hausgerät) zu einer einzigen Masse zusammen-gefaßt werden und in vier gleiche Teile zerlegt werden, nämlich je ein Viertel: 1. wieder für die 21 Metropolitankirchen, zur nachträglichen Vermehrung der bereits vollzogenen großen Seelgabe, 2. für die Kinder und Enkel des Kaisers, also für die gesetzlichen Erben, 3. für die Armen (consneto Christianis more), 4. für die Palastdienerschaft (simili modo nomine eleimosinae). — Das erste Viertel wird also, wie Schnitze, Augustin, S. 116, ausführt, der Masse zugeschlagen, die die Metropolitankirchen schon früher erhalten hatten, und der Rest wird wieder in drei Teile zerlegt: für Erben, Arme und Dienerschaft, an die letzten beiden wieder pro anima. Google Scholar
  90. 39.
    Michael Tangl vermutete, daß Einhard das Testament verfaßt und dann in der Vita Karoli übernommen hat (Kaiser Karls Leben von Einhard, übersetzt von Otto Abel, 4. Aufl., bearbeitet von M. Tangl, 1920, zit. bei Schnitze, S. 108, Anm. 475). Aber viele Gelehrte weilten an Karls Hofe, die als Berater in Frage kamen, darunter viele Iren. Einhard selbst berichtet, daß Karl eine solche Vorliebe für Iren hatte, daß sie am Hofe als Belastung empfunden wurden (Delius, S. 112; Levison, Historische Zeitschrift, 109, 1912, S. 20 f.). Auch Alkuin, der sieben Jahre vor Errichtung des Testaments gestorben war, unterhielt Beziehungen zu Iren.Google Scholar
  91. 40.
    Die divisio Ludwigs des Frommen ist mitgeteilt bei Nithards Historiarum libri, IV (Mon. Germ. Hist., Scriptores, Schulausgabe von Ernst Müller, 1907), I, 2: „Initio quidem imperii suscepti pecuniam ingenti numero a patre relictam trifariam dividere iussit et unam partem causa funeris expendit, duas vero inter se et sorores suas a patre iusto matrimonio susceptas devisit.“ — Wie Schultze, S. 110 ff., 114, hervorhebt, sind unter dieser „pecunia“ die Geldvorräte Karls zu verstehen, die dieser in seinem Testament von 811 nicht berücksichtigt hatte.Google Scholar
  92. 41.
    Noch im Jahre 1416 heißt es in dem Urteil des Pariser Parlaments: „sepultura seu funeralia“ (oben, Anm. 29). — In der normannischen Coutume von 1583, Art. 418, wird bestimmt, daß ein Testator, der Kinder hat, über seine Fahrhabe nur bis zu einem Drittel testieren könne, auf welches auch die Begräbniskosten anzurechnen seien. Gleiches gilt nach der Très ancienne Coutume de Bretagne (14. Jahrhundert), Ausgabe von Planiol, 1896, Kap. 207 (Brunner, Z. Sav. St., germ. Abt.), 19, S. 110 (= Abhandlungen, II, S. 382). — Belege aus älterer Zeit siehe bei Schultze, S. 114 f. — Von Interesse ist Collectio canonum Hibernensis, lib. 32, Kap. 22: „Testamentum infirmi est, ut suo ministro partem de mobili substantia et aliam heredibus aliamque ecclesiae tribuat in pretium sepulcri.“Google Scholar
  93. 42.
    Ludwig der Fromme stand, ebenso wie sein Vater, in Beziehungen zu Iren, wie sich z. B. darin zeigt, daß ein Ire, Dungal, ihm (und seinem Sohne Lothar) eine Schrift gewidmet hat. Welcher von den mehreren Iren mit dem Namen Dungal die Schrift verfaßt hat, steht nicht fest (Delias, S. 114), ist aber in unserem Zusammenhang belanglos.Google Scholar
  94. 43.
    In dem Beschluß, der bei Regino von Prüm (ca. 906) angegeben ist, heißt es: „... de duabus partibus (sc. peculii) faciant presbyteri, quod eis visum fuerit, tertiana secundum canonum jussa, quibus serviunt, relinquant ecclesiis“ (Reginonis Abbaus Prumensis libri duo de synodalibus causis et disciplinis ecclesiasticis, II, 39, Ausg. Waschersieben, [1840], 229 = App. I, 42, S. 409). Reginos Quelle ist Kap. 28 der Collectio Catalaunensis, Ausg. Seckel, Neues Archiv der Gesellschaft für ältere Deutsche Geschichte, 18, S. 400 (den Hinweis auf Seckels Publikation verdanke ich Herrn Professor Stephan Kuttner). — Der bei Regino mitgeteilte Beschluß ist durch Burchard von Worms abgeändert und die abgeänderte Fassung in Kap. 2, X. de succesionibus ab intestato III, 27 übernommen worden. Vgl. unten, § 38, II.Google Scholar
  95. 44.
    Siehe § 31, I, und in diesem § unter III.Google Scholar
  96. 45.
    Jacques Flach, Les origines de l’ancienne France, Paris, 1917, IV, S. 195, Anm. 2; Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands, II, S. 136 ff., de Laplanche, S. 26 ff., 55 ff., H. Mittels, Z. Sav. St., germ. Abt. 49, S. 655, 661; I.Declareuil, Histoire générale du droit français, Paris, 1925, S. 139, 327 f.; F.Olivier-Martin, Histoire du droit français, 1948, S. 183 f.Google Scholar
  97. 46.
    Siehe die zahlreichen Fälle bei de Laplanche, S. 27, Anm. 4, S. 29, Anm. 1, 31 ff. und bei Schnitze, S. 97 ff., 102, z. B. Formulae Merovingici et Karolini aevi, Mon. Germ., legum sectio, V, f. 37 (aus Anjou, vor 676) : „Lex Romana et antiqua consuetudo exposcit, ut unusquisque homo... de rebus suis propriis aliquid pro anime suae compendium dare decreverit, licenciam habeat.“ Umfangreiche Zuwendungen des gesamten oder großer Teile des Vermögens siehe etwa bei Pardessus, Diplomata, Nr. 256 (von 632), Nr. 388 (von 670); additamenta, II, Nr. 502 (von 716), Nr. 595 (von 748), Nr. 609 (von 739).Google Scholar
  98. 47.
    Oben, § 33, III.Google Scholar
  99. 48.
    Über die Stellung der Kirche zu Quote und Testierfreiheit siehe im Zusammenhange unten, § 38.Google Scholar
  100. 49.
    Andreas Heusler, Institutionen, II, S. 118 ff.; Henrici, Über Schenkungen an die Kirche, 1916, S. 15. — de Laplanche, S. 27 ff., 62 ff., 66 f., nimmt an, daß der Hausvater bei den Franken ursprünglich Verfügungsfreiheit besessen hätte, die erst später durch das Erfordernis der laudatio parentum eingeschränkt worden sei. (Ähnlich bereits Julius Ficker, Untersuchungen zur Erbenfolge der ostgermanischen Rechte, Innsbruck, I, 1891, S. 196 ff., V, 1, 1902, S. 164 ff.) Vgl. oben, § 22, Anm. 3.Google Scholar
  101. 50.
    Mitteis, 2. Sav. St., germ. Abt., 49 (1929), S. 656, 661; Henrici, S. 15. — Der Widerspruch zwischen Recht und Wirklichkeit ist nicht erkannt bei Mayer-Homberg, Die fränkischen Volksrechte im Mittelalter, I, (1912), S. 341 ff. Er schrieb in den geordneten Zeiten vor Weltkrieg I, denen das Problem des Konflikts zwischen Recht und Wirklichkeit noch nicht so geläufig war wie unseren Tagen.Google Scholar
  102. 51.
    Siehe oben, diesen § unter II, am Ende.Google Scholar
  103. 52.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Göttingen · Heidelberg 1956

Authors and Affiliations

  • Eberhard F. Bruck

There are no affiliations available

Personalised recommendations