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Eindringen der Seelquote in Brauch und Recht des Orients

  • Eberhard F. Bruck
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Zusammenfassung

Die Idee der Väter, daß Christus ein Anteil am Nachlasse gebühre, erwies sich als eine lebendige Kraft, die Geschichte machte. In der Gestalt, die Basilius und Chrysostomus ihr gegeben hatten, drang sie in die Rechte des Orients und des Abendlandes ein, während die Form der Quote, wie sie Hieronymus und Augustin empfohlen hatten, nur im Abendlande nachwirkte, aber auch dort weniger nachhaltig als die griechische Form.1

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Literatur

  1. 1.
    Anders die herrschende Meinung. S. oben S. VI f.Google Scholar
  2. 2.
    S. unten § 19.Google Scholar
  3. 3.
    Über Bedeutung und Geltungsbereich der kaiserlichen Konstitutionen im allgemeinen s. Edoardo Volterra, Diritto Romano e diritti orientali, Bologna, 1937, S. 306.Google Scholar
  4. 4.
    Novelle 131, c. 9 vom Jahre 545 (= Basilika 5, 3, 10) bestimmt für den Fall eine Erbschaft oder ein Legat für Jesus Christus hinterlassen worden ist — hier aber ohne die Quoten zu erwähnen —, daß ebenfalls die Kirche des Wohnsitzes des Verstorbenen das Hinterlassene erhalten soll. — Leos und Anthemius’ Constitution, erlassen 470 in Konstantinopel (C. 1, 2, 14, 1) traf Bestimmungen über Gaben des Patrimonium oder einer certa pars patrimonii an die Kirche, ohne Christus selbst zu erwähnen.Google Scholar
  5. 5.
    Ein Beispiel bietet das Testament des Mönches Paham (Koptische Rechtsurkunden des VIII. Jahrhunderts n. Chr. aus Djême [Theben], Leipzig, 1912, Nr. 67, lin. 51). Dort verfügt der Testator über das Vermögen seiner verstorbenen Frau, indem er ein Drittel für die Seele der Verstorbenen und je ein Drittel für die beiden Kinder hinterläßt. — In einer Reihe von Testamenten werden nicht Quoten vom gesamten Vermögen für die Seele hinterlassen, vielmehr Quoten von Grundstücken, die aber in vielen Fällen wohl den wichtigsten Bestandteil des Vermögens gebildet haben werden (siehe die Aufzählung bei Bruck, Studi Riccobono, III, S. 385 ff., Anm. 44–46). Die Verbreitung der Quote im Osten des Reichs zeigt besonders das Syrische Kirchenrecht (s. unten § 19).Google Scholar
  6. 6.
    Mit Ernst Levy, West Roman Vulgar Law, Philadelphia, 1951, S. 6, verstehen wir unter Vulgarrecht „all those rules or concepts which differ from the classical system but cannot be traced to some positive enactment“.Google Scholar
  7. 6a.
    (Vgl. F. Wieacker, Vulgarismus und Klassizismus im Recht der Spätantike, 1955, S. 10 f.) — Ferner Levy, S. 4: „The norm created by a lex generalis may be an indication of some preexisting vulgar law, which has now received the stamp of official recognition.“ Mit der Seelquote befaßt Levy sich nicht. — Übrigens war bereits um 100 n. Chr. eine verwandte Einrichtung, die heidnische Stiftung für den Totenkult im Vulgarrecht entstanden und von den klassischen Juristen übernommen worden. Vgl. Bruck, Scritti Ferrini, III, S. 18 ff. und Über Römisches Recht im Rahmen der Kulturgeschichte, S. 46 ff.Google Scholar
  8. 7.
    S. unten § 19. — Über den Einfluß christlich-orientalischer Ideen auf das römische Recht im allgemeinen vgl. Ed. Volterra, Introduction à rapports avec l’orient (Extrait des Archives du droit oriental, IV, 1949, S. 150 ff.).Google Scholar
  9. 8.
    Über diese Tendenz Justinians siehe Levy, a.a.O., S. 12ff.; Fritz Schulz, Roman Legal Science, Oxford, 1946, S. 283 ff.Google Scholar
  10. 9.
    Im Anschluß daran wird für die Schenkungen an die Kirche Beurkundung vorgeschrieben, „damit nicht der Schenker in Ansehung der erwähnten frommen Zwecke durch seine Hinterlist nicht bloß als ein Wankelmütiger, sondern auch als Gottloser erscheine, und nicht bloß die Strafe des Gesetzes, sondern auch die des Himmels zu erwarten habe“. — Die Gabe zu Lebzeiten entspricht den Mahnungen von Basilius und Chrysostomus, die sie vor den testamentarischen Zuwendungen bevorzugen (vgl. oben S. 28 f.).Google Scholar
  11. 10.
    Über Justinians vielbehandelte theologische Tätigkeit siehe Wenger, Canon in den römischen Rechtsquellen und in den Papyri, Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften, Wien, Bd. 220, 1942, S. 92 ff., Erich-Hans Kaden, Justinien législateur (Grandes figures et grandes oeuvres juridiques, Mémoires publiés par la Faculté de Droit de Genève, No. 6) S. 58–65 und L’Église et l’État sous Justinien (ebenda, No. 9), 1952, S. 113 £F., 120 ff.Google Scholar
  12. 11.
    Biondo Blondi, Giustiniano primo, principe e legislature cattolico, Milan, 1936, S. 37 ff., L. Wenger, a. a. O., S. 158 ff. (beide allerdings ohne Erwähnung der Seelquote). — In Anschluß an die oben (S. 120 f.) zitierten Sätze aus C. J. 1, 2, 25 (26) bestimmt Justinian, daß für Legate „für Christus“ dasselbe wie für Erbeinsetzungen Christi gelten solle, „damit sie die Verpflegung der Armen fördern sollen“ (ἐφ̓ω͐͂τεεἰςπτωχῶνἀποτϱοφὴν αὐτὰ πϱοχωϱεῖν). Google Scholar
  13. 12.
    Johannes von Ephesus, Commentarius 14, vgl. Ch. Diehl, Justinian et la civilisation Byzantine au VIe siècle, Paris, 1901, S. 528.Google Scholar
  14. 12a.
    P. W. Duff, Personality in Roman Private Law, Cambridge, 1938, S. 178.Google Scholar
  15. 13.
    Diehl, S. 503, 530. — In Konstantinopel, in Syrien und in Kappadozien läßt die Fülle der Ruinen von Klöstern und Kirchen deutlich auf die zahlreichen Zuwendungen für kirchliche Zwecke, schließen (Diehl, S. 500–518).Google Scholar
  16. 14.
    Vgl. oben, § 8.Google Scholar
  17. 18.
    Procopius, Anecdota, XIII, 28–30. Manche Angabe der historia arcana ist bekanntlich angezweifelt, aber, was er über Justinians Askese berichtet, paßt durchaus zum Charakter des Kaisers. Überdies wiederholt Procopius diesen Bericht auch in De aedificiis, XIII, 28.Google Scholar
  18. 17.
    Johannes von Ephesus, Commentarius 69 ff., 102, 103, 167–171, 174–176, 178, 179. Vgl. Diehl, S. 499, Anm. 2.Google Scholar
  19. 18.
    Commentarius 119, 120, 176–178. Vgl. Diehl, S. 501.Google Scholar
  20. 19.
    Über die mit dem Anwachsen der toten Hand verbundenen Gefahren für das wirtschaftliche Leben in Byzanz s. Diehl, S. 526, Anm. 1.Google Scholar
  21. 20.
    Vgl. etwa Novelle 133, Prooemium, ferner Appendix constitutionum disper-sarum, Nr. 2 (Ausgabe der Novellen von Schoell, S. 796).Google Scholar
  22. 21.
    August Knecht, System des Justinianischen Kirchenvermögensrechts, 1905 Kirchenrechtliche Abhandlungen, herausgegeben von U. Stuts, Heft: 22, S. 55 ff.; Diehl, a.a.O., S. 525 ff., 530 ff.; Biondi, Giustiniano Primo, S. 79 und passimGoogle Scholar
  23. 21a.
    Granic, Byzantinische Zeitschrift, 30 (1929), S. 669 ff.Google Scholar
  24. 21b.
    Steinwenter, Byzantinische Mönchstestamente, Aegyptus, XII, 1932, S. 55 ff.; von Schubert, Geschichte der christlichen Kirche im Frühmittelalter, S. 102 f.Google Scholar
  25. 21c.
    Alexander Beck, Atti del congresso internazionale di diritto Romano, Pavia, 1935, II, S. 100Google Scholar
  26. 21d.
    E. Volterra, Diritto romano e diritto orientali, 1937, S. 268; Kaden, Justinien législateur, S. 58 ff.Google Scholar
  27. 22.
    e I λα ϱ ο ̀ ν γα ̀ ϱ δο ̓ την α ̓ γαπα ͂ ο ͑ ϑ εο ́ ς (2. Epist. an die Korinther, 9, 7). Vgl. auch oben § 10, Anm. 9.Google Scholar
  28. 23.
    E. F. Bruck, Die Gesinnung des Schenkers bei Johannes Chrysostomus (Mne-mosyna Pappoulias, Athen, 1934), S. 65 ff.Google Scholar
  29. 23a.
    Ethics vs. Law: St. Paul, the Fathers of the Church and the ‘Cheerful Giver’ in Roman Law (in der Zeitschrift „Traditio“, New York, II, 1944, S. 106, 108 ff., 115 ff.)Google Scholar
  30. 23b.
    Ethics vs. Law: Über römisches Recht im Rahmen der Kulturgeschichte, 1954, S. 101 ff.Google Scholar
  31. 24.
    Über Justinians theologische Berater siehe Erich Caspar, Geschichte des Papsttums, II, Tübingen, 1933, S. 242, 262 ff., 267 f., Altaner, Patrologie, S. 330, 332, von Schubert, Geschichte der christlichen Kirche des Frühmittelalters, S. 121Google Scholar
  32. 24a.
    Alexander Beck, Atti del Congresso Internazionale di diritto Romano, 1935, II, S. 105Google Scholar
  33. 24b.
    Biondo Biondi, Il diritto romano christiano I, 1952, S. 95. — Justinian zitiert Chrysostomus mehrfach in seinem Liber adver sus Originem (Januar 543). Vgl. Chr. Baur, St. Jean Chrysostome et ses oeuvres dans l’histoire littéraire, 1907, Louvain, S. 14.Google Scholar
  34. 24a.
    Die Interpolation des Motivs der Liberalitas beruht vielleicht auf einem nachklassischen Schulkommentar, was aber rechtsgeschichtlich keinen Unterschied ausmachen würde (H. J. Wolff, Archiv für die zivilistische Praxis, CLIV, 1955, S. 48)Google Scholar
  35. 24b.
    (Wieacker, Tijdschrift voor Rechtsgeschiedenis, XXIII, 1955, S. 263). S. auch Kunkel, 2. Sav. St., rom. Abt. 72, 1955, S. 479 und d’Ors, IVRA, VI, 1955, S. 193. — Steinwenter, Art. Corpus iuris, Reallexikon für Antike und Christentum, 1956, Sp. 461, sieht die direkte Beziehung zwischen Chrysostomus’ Lehre vom fröhlichen Geber und der Interpolation von D. 39, 5, 1 pr. (Bruck, Über römisches Recht, S. 127) als erwiesen an.Google Scholar
  36. 25.
    Bruck, Studi Riccobono, III, S. 399–404.Google Scholar
  37. 26.
    Vgl. oben S. 120 ff.Google Scholar
  38. 27.
    In dieser Hinsicht hat man jedoch eine Andeutung in Justinians Gesetzgebung finden wollen. Unter den zahlreichen Gesetzen, in denen Justinian das Klosterleben regelte, befinden sich auch Bestimmungen über die Verfügungen des in ein Kloster eintretenden Mönches zugunsten seiner Kinder. Justinians Stellung hat hier mehrfach gewechselt. Eines dieser Gesetze, Nov. 123 (von 546), Kap. 30 und 38, gibt dem convenus u. a. die Möglichkeit, sein Vermögen unter seine Kinder zu verteilen, aber „dann muß er sich selbst zu den Kindern mitzählen, unam partem sihi, zurückbehalten“, was dann dem Kloster gehört. Alfred Schnitze (Augustin und der Seelteil, S. 192 ff. und Atti del Congresso Internazionale di diritto romano, I, Pavia, 1934, S. 208) will in dieser Bestimmung den Einfluß Augustins erblicken, der die Quote als Sohnesquote empfohlen hatte (vgl. oben § 12). Es ist aber wenig wahrscheinlich, daß Augustin Justinian bei dieser isolierten, übrigens bald wieder aufgehobenen Bestimmung beeinflußt haben sollte. Kulturell und politisch führten die lateinische und die griechische Reichshälfte ein Sonderdasein, wie u. a. die sprachliche Trennung deutlich erkennen läßt (G. Ostrogorsky, Geschichte des byzantinischen Staates, S. 32Google Scholar
  39. 27a.
    S. Krüger, Handbuch der Kirchengeschichte, I, 2 (1923), S. 132Google Scholar
  40. 27b.
    H. Zilliacus, Zum Kampf der Weltsprachen im Oströmischen Reich, Helsingfors, 1935 [unzugänglich]).Google Scholar
  41. 27c.
    Der Osten und besonders Justinian standen unter dem Einfluß der griechischen Väter, nicht der Lateiner (Harnack, Mission und Ausbreitung des Christentums, II, 3. Aufl., 1924, S. 348, Anm. 1, von Schubert, a. a. O., S. 227, 246; A. Beck, a. a. O., S. 100, Anm. 2, S. 102, 104, 108; Bruck, Traditio, II, S. 117). Eher könnte vielleicht an eine Beeinflussung durch Gregor von Nyssa gedacht werden, der ähnliche Gedanken vertreten hat (vgl. oben, §§ 4, II, und 14).Google Scholar
  42. 1.
    Oben § 18.Google Scholar
  43. 2.
    Nallino, Sul libro Siro-Romano e sul presunto diritto siriaco, Studi Bonfante, S. 245; Putsch, Z. Sav. St. 47, S. 452.Google Scholar
  44. 3.
    Bruck, Studi Riccobono, III, S. 404–411.Google Scholar
  45. 4.
    Nallino, Studi Bonfante, I, S. 230. Zustimmend Kunkel, Römisches Recht, 2. Aufl., 1935, S. 59, Anm. 11, Fritz Schulz, Roman Legal Science, S. 324Google Scholar
  46. 4a.
    Ed. Volterra, Diritto romano e diritti orientali, Bologna, 1937, S. 75Google Scholar
  47. 4b.
    Ed. Volterra, Rendiconti dell’Accademia dei Lincei, VIII, 1953, S. 22 ff., Ernst Levy, West Roman Vulgar Law, S. 181, Anm. 378.Google Scholar
  48. 5.
    Vgl. unten bei Anm. 19.Google Scholar
  49. 6.
    Nallino, op. cit. I, S. 246.Google Scholar
  50. 7.
    Nach Sachaus Übersetzung, Syrisch-Römisches Rechtsbuch, S. 177. — Vgl. Nallinos lateinische Übersetzung in Rendiconti Lincei, VI, Bd. I, S. 785, 809.Google Scholar
  51. 8.
    Vgl. Bruns, Kommentar, S. 183, Nallino, Rendiconti Lincei, VI, 1, S. 810, Bruck, Studi Riccobono, III, S. 405 f. — Auffällig ist ferner, daß dieser § 1 des arabischen Textes — im Gegensatz zu allen anderen — mit den Worten beginnt: „Konstantin, der König, hat gesagt.“ Vielleicht hat der Verfasser der kirchenfreundlichen Interpolation auch noch den Kaiser Konstantin hinzugefügt, um die Achtung vor der Bestimmung zu erhöhen (vgl. unten, § 26 bei Anm. 6).Google Scholar
  52. 9.
    Nallino, Rendiconti Lincei, VI, 1, S. 784, übersezt: „…si autem scribit (scil. testamentum) heredes faciens filios suos secundum voluntatem suam, unam ex quatuor partibus possessionis suae eleemosynis et tres quae supersunt tradens filiis suis licet.“Google Scholar
  53. 10.
    von Schubert, a. a. O., S. 228.Google Scholar
  54. 11.
    „Comment les biens d’un fidèle doivent être distribués après sa mort, s’il n’a pas fait du testament“: „Si le défunt qui n’a point fait de testament n’a ni femme ni enfants, ses biens seront partagés en trois parts: c’est-à-Dīre (une) pour les frères et les parents de la femme, une pour les frères et les parents de l’homme“ (homme et femme wohl „Vater“ und „Mutter“, Partsch, Z. Sav. St. 30, S. 395, Anm. 1) et une troisième part pour la maison de Dieu, à la connaissance de l’évêque et de quelques clercs et fidèles vertueux“ (Übersetzung bei J. B. Chabot, Synodicon oriental ou recueil des Synodes Nestoriens in „Notices et extraits des manuscrits de la Bi-bliotèque Nationale“, XXXVII, Paris, 1902, S. 441. Dazu Partsch, S. 395, Anm. 1 und S. 364Google Scholar
  55. 11a.
    Triantaphyllopoulos, Byzantinisch-Neugriechische Jahrbücher, VIII, 1930, S. 142 f., Bruck, a. a. O., III, S. 407).Google Scholar
  56. 12.
    Nach Nallino, Studi Bonfante, I, S. 252, zu dieser Zeit in der Diözese von Rew-Ardashir (dem Sitze des Erzbischofs der Persis) entstanden, also 130–145 Jahre, nachdem diese Provinz an die Muselmanen gefallen war. Die Stelle lautet (nach Sachau, Syrische Rechtsbücher, III, S. 103): „Wenn kein Blutsverwandter mehr vorhanden ist, bekommt die Witwe ihren Teil, und der andere Teil wird für fromme Gaben und für Gedenkfeiern (commemorationes) des Verstorbenen überlassen. Dieser Teil wird vertrauenswürdigen Männern in der Kirche (zur Verwaltung) übergeben, damit er dem Verstorbenen anstatt der Söhne und Brüder zum Namen und Gedächtnis nach seinem Tode gereiche.“ In derselben Diözese Rew-Ardashir hat der Nestorianische Metropolit Simeon bereits im Jahre 645 — also kurz nach der arabischen Eroberung — Canones erlassen, die unter dem Titel „Verschiedene Kapitel häufiger Fälle kirchlicher Rechtsprechung“ ins Syrische (Aramäische) übersetzt worden sind (Nallino, a. a. O., S. 252, Anm. 16). Sie setzen noch keine Quote fest, vielmehr sind die Zuwendungen an die Kirche dem Belieben des Erblassers überlassen (Sachau, Syrische Rechtsbücher, III, S. 236, § 3). Siehe hierzu Bruck, a. a. O., III, S. 407 f.Google Scholar
  57. 13.
    S. 47, Satz 3 (Sachau, II, S. 91): „Hat sie (nämlich die Frau, die ihren Gatten, ihre Mutter und ihre Brüder hinterläßt)… kein Testament gemacht, so soll ihr Nachlaß in vier Teile geteilt werden: einen für Gott zur Verteilung an die Armen, zur Sühne der Erblasserin, einen für ihre Mutter, einen für ihre Brüder und einen für ihren Gatten.“Google Scholar
  58. 14.
    Sachaus Übersetzung, II, S. 37, § 4, Abs. 4: „Wenn ein Mann kinderlos stirbt und zwei um seine Erbschaft prozessieren, ein Sohn des Bruders (des Vaters) des Verstorbenen und der Sohn des Bruders seiner Mutter, so sollst Du also ihren Streit entscheiden: Alle Habe, die dem Verstorbenen von seiten seiner Eltern zugekommen ist, soll dem Sohne seines Vatersbruders zufallen, dagegen der Besitz der Mutter des Verstorbenen soll der Sohn ihres Bruders erben. Und schließlich soll derjenige Besitz, den der Verstorbene durch eigenen Fleiß erworben hat (also der sog. ,Selbsterwerb‘, vgl. hierzu Bruck, a. a. O., III, S. 408, Anm. 136), zu seinem ewigen Angedenken Gott gespendet werden.“— Auffällig ist, daß die Vorschrift über die Verwendung des Selbsterwerbes des Erblassers für fromme Zwecke nicht angewendet werden soll, wenn die Erben „widerspenstig und mit der Stiftung zum Angedenken nicht einverstanden sind“. Siehe hierzu Nallino, Studi Bonfante, I, S. 252, Bruck, a. a. O., S, 408 und unten, S. 130, Anm. 21.Google Scholar
  59. 15.
    Vgl. oben S. 24 und Bruck, a. a. O., S. 404 f.Google Scholar
  60. 16.
    Das zeigt sich auch in den zahlreichen Manuskripten syrischer Übersetzungen seiner Homilien, besonders zu Matthäus, in denen sich die meisten Stellen über die Seelquote finden. (Vgl. Bardenhewer, Geschichte der altkirchlichen Literatur, III, S. 311.) In Antiochia wurde Chrysostomus, der zur Zeit seines Todes abgesetzt war und deshalb im Orient als Laie galt, zuerst rehabilitiert (Chr. Baur, Johannes Chrysostomus und seine Zeit, II, 1930, S. 373). Die Einwohner von Antiochia verliehen ihm den Titel: τοῦ μεγάλουδιδασϰάλουτῆςοἰϰουμένης (Theodor, Hist. Eccl. 5, 34; Bardenhewer, III, S. 331, Anm. 3).Google Scholar
  61. 17.
    Vgl. oben S. 125.Google Scholar
  62. 18.
    Vgl. oben Anm. 12.Google Scholar
  63. 19.
    von Schubert, a. a. O., S. 228.Google Scholar
  64. 20.
    J.S. Bury, A History of the Late Roman Empire, II, London, 1889, S. 267.Google Scholar
  65. 21.
    Vgl. die Bestimmung in den „Richterlichen Urteilen des Patriarchen Chenâ-nîschô“, wonach der Seelteil sogar nicht eingezogen wird, wenn die Erben „widerspenstig“ sind (oben Anm. 14). — Zu den Schwierigkeiten der arabischen Herrschaft traten noch die Gegensätze zwischen den verschiedenen Kirchen und Sekten, sowie zwischen den griechischen und syrischen Christen. So wurden z. B. in Rew-Ardaschir (oben Anm. 12) zwei Kirchen gebaut, die eine für die griechischen und die andere für die syrischen Christen (Lietzmann, Geschichte der Alten Kirche, II, 1936, S. 277).Google Scholar
  66. 22.
    Nallino, Studi Bonfante, I, S. 255. Die Gleichschaltung des christlichen mit dem mohammedanischen Recht sollte (nach Nallino) wieder verhindern, daß Christen mit Rücksicht auf das ihnen günstigere mohammedanische Erbrecht hin ins mohammedanische Lager übergingen. — Unter dem Metropoliten Elias von Nisibi (geb. 975, gest. 1049) wurde die Beschränkung der Testiermöglichkeit auf ein Drittel des Nachlasses aufgehoben und der kirchlichen Gerichtsbarkeit von Fall zu Fall die Entscheidung über ungerechtfertigte Benachteiligung der Erben und etwaige Annulierung des Testaments überlassen (Nallino, S. 246) — also eine Art „pars rationabilis“, wie wir sie ähnlich später im französischen Recht antreffen (vgl. unten § 39, IV, Anm. 68).Google Scholar
  67. 1.
    G. S. Maridakis, T ο ́ α ̓ στι ϰ ο ̀ ν δι ́ϰ αιον ε ̓ ν ται ͂ ς N εα ϱ αι ͂ ς τω ͂ ν B υζαντινω ͂ ν αυ ̓ το ϰ ϱ ων, Athen, 1922, S. 278 ff.; Bruck, Studi Riccobono, III, S. 377 f., 416 ff., 420 ff.Google Scholar
  68. 2.
    Lus Graeco-Romanum, III, Coll. 1 Nov. 26, c. 1. Dazu Zhishmann, Das Eherecht der Orientalischen Kirche (1864), S. 264 und 757 ff.; Maridakis, a.a.O., S. 276, S. 97 ff.; Bruck, a. a. O., III, S. 278 f.Google Scholar
  69. 3.
    Belege bei Drews, Art. „Taufe“ , III, 5 in Herzog-Hauck, Realenzyklopädie, XIX, S. 447, Funk, in Kraus, Realenzyklopädie, II, S. 596, Art. „Pate“; A. J. Binterim, Die vorzüglichsten Denkwürdigkeiten der Christkatholischen Kirche, I, S. 1187 ff.Google Scholar
  70. 4.
    Dazu tritt noch die Novelle Leos und Konstantins (zwischen 776–780), Coll. 1 Nov. 26, c. 1,2 (lus Graeco-Rom., Ill, S. 51 ff.), wo die Verteilung eines Erbteils (allerdings nicht eines Drittels) an die Armen erwähnt wird. Vgl. Zachariae von Lingentbal, Geschichte des griechisch-römischen Rechts, 3. Aufl., S. 140, Anm. 2.Google Scholar
  71. 5.
    Coll. II. Nov. 40 (lus Graeco-Romanum, III, S. 131). Vgl. Zachariae von Lingenthal, S. 139 ff.; Maridakis, S. 273 ff., Bruck, S. 377 f.Google Scholar
  72. 7.
    In der älteren Byzantinischen Gesetzgebung begegnet nur ein gesetzliches Son-dererbrecht der Kirche und Klöster gegenüber Klerikern bzw. Mönchen, das aber nicht in einer Quote besteht. Vgl. Granic, Byzantinische Zeitschrift 30 (1929), S. 669 ff., 673Google Scholar
  73. 7a.
    Steinwenter, Aegyptus, XII, 1932, S. 55 ff., Bruck, Studi Riccobono, III, S. 381 ff. — Erst Novelle 5 Leos des Weisen führt das Seeldrittel auch in das Sondererbrecht der Klöster ein. Diese Novelle, die das Testierrecht der Mönche regelte (vgl. hierzu Steinwenter, a. a. O., S. 57 f.), milderte ältere Bestimmungen, wonach der Mönch beim Eintritt ins Kloster seine Vermögensrechte zugunsten des Klosters vollständig verliert. Jetzt wird ihm gestattet, über das Vermögen, das er nach dem Eintritt ins Kloster erwirbt, durch Testament oder Schenkung zu verfügen. Dabei wird unterschieden: hat der Mönch bei seinem Eintritt ins Kloster diesem eine Zuwendung gemacht, dann darf er über das später erworbene Vermögen unbeschränkt verfügen. Hat er das aber nicht getan, so hat er ein Verfügungsrecht über zwei Drittel. Das restliche Drittelalso wieder die Seelquoteerbt „ah intestato“ das Kloster. Steinwenter, a. a. O., weist nach, daß auch diese Novelle Leos des Weisen geltendes Recht gewesen ist.Google Scholar
  74. 8.
    Vgl. unten, S. 256, Anm. 3.Google Scholar
  75. 9.
    Vgl. A. Ferradou, Des biens des monastères à Byzance, Thèse, Bordeaux (1896), S. 31Google Scholar
  76. 9a.
    A. Vogt, in einer Diskussionsbemerkung auf dem III. Internationalen Byzan-tinistenkongreß in Athen (1930)Google Scholar
  77. 9b.
    Steinwenter, Byzantinische Mönchstestamente, Aegyptus, XII (1932), S. 58.Google Scholar
  78. 9c.
    Über die Motive von Leos Gesetzgebung siehe Monnier, Les nouvelles de Léon le Sage (1923), S. 45 ff.Google Scholar
  79. 9d.
    C. A. Spulher, Le concept byzantin de la loi juridique, Bukarest, 1938, besprochen von Koschaker, Z. Sav. St. 59, 1939, S. 649, hat geltend gemacht (im Hinblick auf den Terminus „die Belehrung durch die Gesetze“ [η͑ τῶν νόμωνδιδασϰαλία] in den Prooemien zu den Novellen Leos), daß seine Gesetze nicht befehlen, sondern den Untertanen und die Richter nur belehren wollten.Google Scholar
  80. 10.
    Ostrogorsky, Geschichte des Byzantinischen Staates, S. 172. — S. auch unten, Anm. 19.Google Scholar
  81. 11.
    Coli. III, Nov. XII (lus Graeco-Romanum, III, S. 278).Google Scholar
  82. 13.
    Bruck, Studi Riccobono, III, S. 390.Google Scholar
  83. 14.
    Die Novelle ist wiedergegeben bei Harmenopoulos, Hexabibios, VI, 6, §§ 4 bis 6. Siehe zum phonikon: Germaine Rouillard, Remarques sur les institutions financières sous les Paléologues (Actes du IIIe Congrès international d’Etudes Byzantines, 1932, S. 184), Bruck, a.a.O., S. 422 f., G. Rouillard und A. Soloviev, Mnemosyna Pappoulias, Athen, 1934, S. 221–232.Google Scholar
  84. 14a.
    Vgl. Peter Charanis, The Phonikon and other Byzantine Taxes, Speculum, XX, 1945, S. 331 ff.Google Scholar
  85. 15.
    Hier tritt die Idee des Wehrgelds auf. Im Byzantinischen Recht treten häufig primitive Züge hervor, trotz aller Verfeinerung. Vielleicht liegt hier slavischer Einfluß vor (Rouillard und Soloviev, Mnemosyna Pappoulias, Athen, 1934, S. 221 ff.).Google Scholar
  86. 16.
    XIV, 6 (lus Graeco-Romanum, I, S. 37), XLVIII, 1 (S. 219), XLXIII, 11 (S. 221), LIV, 10 (S. 257).Google Scholar
  87. 18.
    Heimbach, I, 18, 22 und V, 8, 78. Vgl. Zachariae von Lingenthal, S. 141 ff. und besonders Maridakis, S. 277 ff., der die byzantinisch-griechische Entwicklung bis in die Gegenwart fortführt. — Über die Novelle des Patriarchen Athanasius betreffend die Trimoiria (von 1305), die von Kaiser Andronicus Palaeologus im Jahre 1306 bestätigt wurde (lus Graeco-Romanum, Coli. V, Nov. 26, teilweise übersetzt bei Zachariae von Lingenthal, S. 141 ff.), siehe A. D. Triantaphyllopoulos, Actes du IIIe Congrès International d’Etudes Byzantines, 1932, S. 188 ff.Google Scholar
  88. 18a.
    A. D. Triantaphyllopoulos, Byzantinisch-neugriechische Jahrbücher, Athen, VIII, 1930, S. 136 ff., und Bruck, a. a. O., S. 380, Anm. 17 und S. 405, Anm. 123.Google Scholar
  89. 1.
    Siehe unten, III.Google Scholar
  90. 2.
    Von den beiden Rechtsbüchern ist das jüngere herausgegeben, übersetzt und erläutert von Josef Karst, Armenisches Rechtsbuch: Sempadscher Kodex aus dem 13. Jahrhundert oder Mittelarmenisches Rechtsbuch, Straßburg, 1905, 2 Bände. — In Band II, der den Kommentar enthält, sind auch zahlreiche Stellen aus dem älteren Rechtsbuch, dem Datastanagirkh, in Übersetzung wiedergegeben, darunter die für den Seelteil in Betracht kommenden Bestimmungen. Diese Übersetzungen des hervorragenden Kenners der armenischen Sprache sind im folgenden Abschnitt zugrunde gelegt.Google Scholar
  91. 2a.
    Siehe ferner Karsts Grundriß der Geschichte des Armenischen Rechts in der Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft 19 (1906), S. 313–411 und 20 (1907), S. 14–112.Google Scholar
  92. 3.
    Karst, Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft 19 (1906), S. 335, 339. — In Datastanagirkh, c. 10, führt der Verfasser als Quellen u. a. das Alte und das Neue Testament sowie die Bücher der canones an. „Wir schöpfen von sämtlichen Völkern der Christenheit, als von leiblichen Brüdern.“ Lokale und provinzielle Gewohnheitsrechte galten subsidiär (Datastanagirkb, I, 109, II, 57).Google Scholar
  93. 4.
    Übersetzung Karsts, Armenisches Rechtsbuch (vgl. oben, Anm. 1), II, S. 183.Google Scholar
  94. 5.
    Karsts Übersetzung, a. a. O., S. 183.Google Scholar
  95. 6.
    Vgl. oben, § 19.Google Scholar
  96. 7.
    Ausgabe von Sempads Kodex bei Karst (siehe oben, Anm. 2).Google Scholar
  97. 8.
    Karst, Sempadscher Kodex, I, Einleitung, S. G., XVII, XIX, sowie Grundriß, Zeitschr. für vergl. RW., 19, S. 346 f.Google Scholar
  98. 9.
    Karst, Zeitsdir. für vergl. RW., 19, S. 382.Google Scholar
  99. 10.
    I, Kap. 85.Google Scholar
  100. 11.
    Sempad, § 114. Grundsätzlich tritt auch hier bei kinderloser Ehe Gütertrennung ein, wobei jeder Ehegatte den Seelteil aus seinem eigenen Nachlaß zu bestellen hat. Bei fruchtbarer Ehe tritt wieder Gütergemeinschaft ein, das gemeinschaftliche Gut trägt den Seelteil. Die wortreiche und verschwommene — anscheinend interpolierte — Bestimmung enthält aber verschiedene Ausnahmen. Im Anschluß daran wird wieder wie in Datastanagirkh, I, Kap. 85 bestimmt, daß die Richter „die Gewohnheitsrechte des jeweiligen Landesteils berücksichtigen und demgemäß entscheiden sollen“. Die Höhe der Seelquote richtete sich wohl ebenfalls nach lokalem Brauch oder Gewohnheitsrecht.Google Scholar
  101. 12.
    Übersetzung Karsts, Sempadscher Kodex, II, S. 62.Google Scholar
  102. 13.
    Sempad, § 113 (Karsts Übersetzung, I, S. 166 f.).Google Scholar
  103. 14.
    Siehe z. B. für das Langobardische Redit: Alfred Schnitze, Die Langobardische Treuhand (Gierkes Untersuchungen zur Deutschen Staats- und Rechtsgeschichte, Heft 49, Breslau, 1895), S. 35 ff.Google Scholar
  104. 14a.
    H. D. Hazeltine, „General preface“ zu Dorothy Whitelock, Anglo-Saxon Wills (Cambridge Studies in English-Legal History, ed. by Hazeltine, Cambridge, England, 1930) u. a.Google Scholar
  105. 15.
    Vgl. Bruck, Zur Entwicklungsgeschichte der Testamentsvollstreckung im Römischen Recht (Grünhuts Zeitschrift für das Privat- und Öffentliche Recht der Gegenwart, 40, 1914), S. 533 ff.Google Scholar
  106. 16.
    Bruck, Schenkung auf den Todesfall im Griechischen Recht, Breslau, 1909, S. 4–94, 122–148. — „Testament“ heißt im Armenischen „diatick“ (Karsts Kommentar, I, S. 166, ferner im Grundriß der Geschichte des armenischen Rechts, Zeitschrift für vergl. RW., 20, S. 52, Anm. 24). Das griechische Wort διαϑήϰη ist hier übernommen. Ursprünglich bedeutet diatick im Armenischen „Vertragsurkunde“, „Bestätigungsakt“, Karst (loc. cit.), ebenso wie ursprünglich das entsprechende griechische Wort „diathekeGoogle Scholar
  107. 16a.
    vgl. Bruck, Zur Geschichte der Verfügungen von Todeswegen im griechischen Recht, Breslau, 1909, S. 16–20.Google Scholar
  108. 17.
    Karsts Übersetzung, I, S. 166.Google Scholar
  109. 18.
    Vgl. Felix Nève, L’Arménie chrétienne et sa littérature, Louvain, 1886, S. 16 f.Google Scholar
  110. 18a.
    Altaner, Patrologie, 1938, S. 221Google Scholar
  111. 18b.
    Leon Arpee, A History of Armenian Christianity, New York, 1946 (passim). Google Scholar
  112. 19.
    Altaner, S. 127.Google Scholar
  113. 20.
    Nève, S. 17 f.Google Scholar
  114. 21.
    von Nerses Lambronensis, Erzbischof von Tarsus, Karst, Zeitschr. für vergl. RW., 19, S. 336 f.Google Scholar
  115. 22.
    Über kirchliche Gerichtsbarkeit in Armenien siehe Karst, Zeitschr. für vergl. RW., 19, S. 322 f. In dem Memorial des Erzbischof s Nerses Lambronensis von Tarsus (1193) heißt es, daß die ismaelitischen Richter die Prozesse der Armenier nicht entschieden. „Die streitenden Parteien pflegten sich deshalb an die Kirche zu wenden, um Recht von den Priestern und den Priesterfürsten zu erheischen“ (nach „Katalog der Altarmenischen Übersetzungen“, Venedig, 1889, mitgeteilt von Karst, a. a. O., S. 337).Google Scholar
  116. 23.
    Oben, § 19, Anm. 12.Google Scholar
  117. 24.
    Oben, § 19, Anm. 13.Google Scholar
  118. 25.
    Oben, § 19, Anm. 23.Google Scholar
  119. 26.
    Code Géorgien du Roi Vakhtang, VI, publié… en version française et annoté par Joseph Karst (Corpus-Iuris Ibero-Caucasici, I. Section), Strassbourg, 1934.Google Scholar
  120. 27.
    So stand z. B. Mychithar Gosh, der Autor des Datastanagirkh (oben, § 21, I) dem Georgischen Königshofe nahe (Karst, a. a. O., S. 13). — Der DatastanagirkhGoogle Scholar
  121. wurde schon lange vor Vakhtang in Georgien bei den oberen Klassen und in kirchlichen Kreisen geschätzt (Felix Holldack, Zwei Grundsteine zu einer grusinischen Staats- und Rechtsgeschichte, Leipzig, 1907, S. 98 ff., Karst, a. a. O., S. 13).Google Scholar
  122. 28.
    Vgl. im armenischen Datastanagirkh, I, Kap. 85 (oben bei Anm. 3). Diese Bestimmung entspricht der georgischen Version des Datastanagirkh Nr. 334 (Karst, Zeitschr. für vergl. RW., 19, S. 356). Die abweichende Numerierung erklärt sich dadurch, daß im Codex Vakhtangs die armenische Version des Datastanagirkh und die armenische Übersetzung des syrisch-römischen Rechtsbuchs unter fortlaufender Numerierung zusammengefaßt sind (Karst, Corpus iuris Ibero-Caucasici, I, S. 10, Anm. 2).Google Scholar
  123. 29.
    Code Vakhtang, § 175, Nr. 2 (S. 215): „Sien dehors de cela (d. h. der Gegenstände für den gottesdienstlichen Gebrauch) il reste encore quelque chose: une somme en argent monnayé, des étoffes précieuses (brocard d’or ou argent), des objets en argent, des provisions de blé et de vin ou de bétail, de tout cela une tierse part doit échoir au souverain, un autre tiers à la Cathédrale, un troisième tiers doit en appartenir au frères de l’évêque, à la charge pour ceux-ci de pourvoir au funérailles de l’évêque. — Eine andere Version des Code Vakhtang (R.) teilt den Nachlaß des Bischofs in zwei Teile, von denen die eine Hälfte der Kirche, die andere den Brüdern des Bischofs anfällt (Text abgedruckt bei Karst, S. 215 zu § 175, Nr. 2, Anm. 1). Hier beträgt die Quote für die Kirche also die Hälfte. Google Scholar
  124. 30.
    §231, II. Version.Google Scholar
  125. 31.
    Siehe unten, § 36.Google Scholar
  126. 32.
    Siehe unten, § 28 und § 33, II.Google Scholar
  127. 33.
    Auszüge bei von Haxthausen, Transkaukasia, II, Leipzig, 1856, S. 193–300 (unzugänglich).Google Scholar
  128. 34.
    Auch nach Norden ist der Seelteil von Byzanz aus vorgedrungen. Spuren der Quote finden sich in den Rechten des Balkans, in Rußland, in Polen und in Litauen (vgl. Zachariae von Lingenthal, Geschichte des griechisch-römischen Rechts, 3. Aufl., S. 141, Anm. 405; Karol Koranyi, Podstawy, Sredniowiecznego Prawa Spadkowego, [Die Grundlagen des mittelalterlichen Erbrechts], Lwow, 1930, S. 193 bis 200Google Scholar
  129. 34a.
    Siehe dazu die auch weiteres Material enthaltende Besprechung von Heinrich Felix Schmid, Z. Sav. St., Germ. Abt., Bd. 51, 1931, S. 770–786; ferner Koranyi, Zur Geschichte des Seelteils im slavischen Recht, Przewvodik Historyczno-Prawny, IV, S. 86–88).Google Scholar
  130. 34b.
    Über einige hierher gehörende Fragen — u. a. den Einfluß des byzantinischen Rechts auf das russische Erbrecht und die Behandlung der Erbschaftsangelegenheiten als res spiritualibus annexae — handelt Franz Bossowski, Das Vermächtnis im russischen und ostpolnischen Zivilrecht, Zeitschrift für Ostrecht, Berlin, VI, 1932, S. 689–700 und Romanistische und einheimische Elemente im System des ostpolnischen Zivilrechts (Spezialbericht für den internationalen Kongreß für vergleichende Rechtswissenschaft, Haag, 1932, abgedruckt in „Przegladu Prawa i Adm. im. E. Tilla“, Rocznik 57, 1932). — Im slavischen Gebiet stieß die Quote auf starken Widerstand, der mit dem festgefügten Familieneigentum zusammenhing. Diese Opposition war noch stärker als in der germanischen Welt (s. unten Vorbemerkung zu Kap. VI). Ein Seeldrittel begegnet z. B. im littauischen Recht (im I. littauischen Statut von 1529). Vgl. H. F. Schmid, a. a. O., S. 782. — Eine umfassende Darstellung der Geschichte der Quote in den osteuropäischen Rechten muß einem mit den slavischen Sprachen vertrauten Gelehrten überlassen bleiben.Google Scholar
  131. 1.
    S. oben, S. VI f. und unten.Google Scholar
  132. 2.
    Siehe etwa Heusler, Institutionen, S. 644 f.; Schröder-von Künssberg, Deutsche Rechtsgeschichte, 7. Aufl., S. 308, 366 f. und besonders Alfred Schultze, Augustin und der Seelteil des germanischen Erbrechts, S. 6 ff., 27 ff., 50 ff., ferner: Der Einfluß der kirchlichen Ideen und des römischen Rechts auf die germanische Hausgemeinschaft (Atti del Congresso Internationale di Diritto Romano, I, Pavia, 1934, S. 199 bis 223); Franz Beyerle, Z. Sav. St., Germ. Abt., 50, 1930, S. 398 ff.Google Scholar
  133. 3.
    Pollock und M ait land, II, S. 336; Brunner, Der Totenteil in germanischen Rechten, 2. Sav. St., Germ. Abt. 19 (1898), S. 126 ff. (= Abhandlungen, Weimar, 1931, II, S. 279 ff.); zustimmend u. a. Rietschel, Art. „Heergewaete“ in Hoops, Reallexikon der germanischen Altersurkunde, II, S. 467, Klatt, Das Heer-gewaete (1908), S. 198 ff., 223 ff., Hübner, Grundzüge des deutschen Privatrechts, 2. Aufl., S. 617; A. Schnitze, Augustin, S. 78 ff. — Ursprünglich folgte der heriot dem Eigentümer ins Grab, ebenso wie die von ihm selbst erworbenen Gegenstände. Ein halbes Jahrtausend früher fand sich dasselbe Phänomen im altgriechischen Recht, das so viele Parallelen zum germanischen Recht aufweist. Auch dort waren die Waffen und das Selbsterworbene (αυ͐τοϰϰητα) dem Manne ins Grab gefolgt (Bruck, Totenteil und Seelgerät im griechischen Recht, S. 75–118).Google Scholar
  134. 3a.
    Übereinstimmend Walter Schönfeld, Das Rechtsbewußtsein der Langobarden, Festschrift Alfred Schultze, 1934, S. 368.Google Scholar
  135. 4.
    Schultze, S. 28 ff.; Jean de Laplanche, La réserve coutumière dans l’ancien droit francais, Paris, 1925, S. 115 ff. — Im Gegensatz zu heergewaete und Selbsterwerb ist eine Quote des Vermögens niemals ins Grab mitgegeben worden. Brunners These, daß der Seelteil sich aus einer dem Toten mitgegebenen Quote, dem „dead man’s part“ entwickelt hätte, trifft nicht zu.Google Scholar
  136. 4a.
    Vgl. S. Rietschel, Der Totenteil in germanischen Rechten, 2. Sav. St., 32 (1911), S. 297 ff. und Schultze, S. 66 ff. Ebensowenig ist dies im griechischen Recht geschehen. Vgl. Bruck, Totenteil und Seelgerät, S. 75 ff., 157 ff., 328 f.Google Scholar
  137. 5.
    Die Auflösung der Hausgemeinschaft folgt auch eigenen Gesetzen (vgl. F. Beyerle, a. a. O., S. 407).Google Scholar
  138. 6.
    Bruck, Totenteil und Seelgerät, S. 181–189, 328 ff.Google Scholar
  139. 7.
    Kunkel Römisches Privatrecht, 3. Aufl., 1949, S. 120–123; M. Kaser, Eigentum und Besitz im älteren römischen Recht, Weimar, 1943, S. 4 ff., 164 ff. und die dort angeführte Literatur.Google Scholar
  140. 8.
    Vgl. oben, § 8, III.Google Scholar
  141. 9.
    Vgl. oben, § 19.Google Scholar
  142. 10.
    Über die seit der Mitte des 6. Jahrhunderts eintretende Auflösung der Reichskirche, über das Zurücktreten des einheitlichen kanonischen Rechts und „die Aera der barbarischen Kollektionen“ siehe u. a. P. Fournier und G. Le Bras, Histoire des collections canoniques en occident, I (1931), S. 43 f., 71Google Scholar
  143. 10a.
    E. Troeltsch, Die Soziallehren der christlichen Kirche (1912), S. 195 f.Google Scholar
  144. 10b.
    W. Levison, Die Iren und die fränkische Kirche, Historische Zeitschrift, 109 (1912), S. 1 ff.Google Scholar
  145. 11.
    Vgl. unten, §§ 37 und 38.Google Scholar
  146. 12.
    Über „monokausale“ („eingründige“) Erklärungen in der Geschichte im allgemeinen s. Karl Siegfried Bader, Ursache und Schuld in der geschichtlichen Wirklichkeit, Karlsruhe, 1946, S. 35 ff.Google Scholar
  147. 12a.
    Ferner Hans Thieme, Ideengeschichte und Rechtsgeschichte, Göttinger Festschrift für Julius von Gierke, Berlin, 1950, S. 274.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Göttingen · Heidelberg 1956

Authors and Affiliations

  • Eberhard F. Bruck

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