Die Verfassung der Kirche

  • Erwin Ruck
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 29)

Zusammenfassung

Das von der katholischen Kirche in Anspruch genommene göttliche Verfassungsrecht besteht nicht etwa von ihren ersten Zeiten an als ein fertiges Werk, die geschichtliche Betrachtung zeigt vielmehr eine mannigfaltige Verfassungsentwicklung, die erst in der neuesten Zeit (1870) und über grundlegende Gegensätze hinweg zu einem dogmatisierten Rechtsabschluß gelangt ist.

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Literatur

  1. 1.
    Für das rein Religiöse waren daneben von wechselnder Bedeutung die Propheten und Lehrer.Google Scholar
  2. 1.
    So zunächst besonders die Provinzialsynoden von Arles 314, Laodicea 340, Sardica 343; dann die ökumenischen Konzilien, unten § 10.Google Scholar
  3. 1.
    Can. 119: „Omnes fideles debent clericis, pro diversis eorum gradibus et muneribus reverentiam, seque sacrilegii delicto commaculant, si quando clericis realem iniuriam intulerint.“ Can. 948.Google Scholar
  4. 2.
    Daran wird durch die neuerdings von Papst und Klerus geförderte „Katholische Aktion“ nichts geändert. In ihr ist zwar die Rede von „Laienapostolat“ und von „Beteiligung der Laien an der Hierarchie“. Dabei handelt es sich aber um das Streben, die Laien als Einzelne und insbesondere als Laienvereine dafür zu gewinnen, daß sie mehr als bisher im privaten und öffentlichen Leben die Lehren und Anschauungen der Kirche nachdrücklich zur Geltung bringen, um so eine innere Erneuerung des Katholizismus und — darüber hinaus — des religiösen und sittlichen Lebens überhaupt zu erreichen.Google Scholar
  5. 3.
    Can. 108 § 1. Schon durch die Tonsur wird der Kleriker einer bestimmten Diözese einverleibt, can. 111: „ Quemlibet clericum oportet esse vel alicui dioecesi vel alicui religioni adscriptum, ita ut clerici vagi nullatenus admittantur. — Per receptionem primae tonsurae clericus adscribitur seu, ut aiunt, incardinatur dioecesi pro cuius servitio promotus fuit.“Google Scholar
  6. 1.
    Can. 968ff.: Für die Tauglichkeit wird verlangt (can. 974) erhaltene Firmung, sittlich einwandfreie Lebensführung, kanonisches Alter (für Subdiakon, Diakon, Presbyter, Bischof je das vollendete 21., 22., 24., 30. Lebensjahr), nötige Vorbildung, Zurücklegung der Weihestufen in der vorgeschriebenen Ordnung und Zeit und schließlich — bei den oberen Weihestufen — gesicherter Lebensunterhalt („titulus canonicus“) aus einer Pfründe („titulus beneficii“), aus Vermögen oder Renten („titulus patrimonii aut pensionis“), aus Leistungen des Bischofs („titulus servitii dioecesis“) oder der Propaganda („titulus missionis“) oder eines Ordens („titulus paupertatis“) oder einer Kongregation („titulus Mensae“). — Als Irregularitäten (auch impedimenta perpetua genannt) kommen in Betracht die irregularitates ex defectu: uneheliche Geburt, soweit nicht durch Legitimation oder feierliche Profeß getilgt (defectus natalium), Mängel an Körper, Geist oder Ehre (defectus corporis, animi, famae), wiederholte gültige Eheschließung (defectus sacramenti), Mangel der christlichen Milde (defectus lenitatis infolge Teilnahme an der Fällung oder Vollstreckung eines Todesurteils) — und die irregularitates ex delicto: Apostasie, Häresie, Schisma; Taufe durch Akatholiken (ausgenommen den Fall äußerster Not); Versuch einer kirchlichen Eheschließung oder Abschluß einer Zivilehe trotz bestehender Ehe oder höherer Weihe oder Ordensprofeß; Mord, Abtreibung, Körperverletzung, Selbstverstümmelung, Selbstmordversuch, ärztliche Betätigung mit tödlichem Erfolg; unzulässige Vornahme von Weihehandlungen. — Durch „impedimenta simplicia“ sind gehindert Söhne von Akatholiken (solange die Eltern an ihrem Irrtum festhalten), Verheiratete, Sklaven, Militärpflichtige, Inhaber einer Beamtung mit der Pflicht zur Rechenschaftslegung, Neugetaufte, schlecht Beleumundete, Exkommunizierte, Interdizierte und Suspendierte. — Die rechtliche Unterscheidung zwischen irregularitates und impedimenta simplicia besteht darin, daß die irregularitates nur durch Dispensation beseitigt werden können, während die impedimenta simplicia mit der Beseitigung der beanstandeten Tatsache ohne weiteres dahinfallen.Google Scholar
  7. 1.
    Can. 211 § 2; 132 § 2; 141 § 2; 136 § 3.Google Scholar
  8. 2.
    Can. 214, 211.Google Scholar
  9. 3.
    Vgl. etwa Vatikanisches Konzil Sess. IV, Constitutio dogmatica de Ecclesia Christi: „Docemus itaque et declaramus, iuxta evangelii testimonia primatum iurisdictionis in universam Dei ecclesiam immediate et directe beato Petro apostolo promissum atque collatum a Christo domino fuisse. — Si quis igitur dixerit, beatum Petrum apostolum non esse a Christo domino constitutum apostolorum omnium principem et totius ecclesiae militantis visibile caput; vel eundem honoris tantum, non autem vere propriaeque iurisdictionis primatum ob eodem domino nostro Jesu Christo directe et immediate accepisse; anathema sit. — Nulli sane dubium, immo saeculis omnibus notum est, quod sanctus beatissimusque Petrus, apostolorum princeps et caput fideique columna et ecclesiae catholicae fundamentum, a domino nostro Jesu Christo, salvatore humani generis ac redemptore, claves regni accepit; qui ad hoc usque tempus et semper in suis successoribus, episcopis sanctae Romanae sedis ab ipso fundatae eiusque consecratae sanguine, vivit et praesidet et iudicium exercet. Unde quicunque in hac cathedra Petro succedit, is secundum Christi ipsius institutionem primatum Petri in universam ecclesiam obtinet. — Si quis ergo dixerit, non esse ex ipsius Christi domini institutione, seu iure divino, ut beatus Petrus in primatu super universam ecclesiam habeat perpetuos successores; aut Romanum pontificem non esse beati Petri in eodem primatu successorem; anathema sit.“ — Auch die Professio Catholicae Fidei lautet: „Romano Pontifici beati Petri Apostolorum principis successori ac Jesu Christi Vicario veram obedientiam spondeo ac iuro.“Google Scholar
  10. 1.
    Wohl aber erstreckt sich die päpstliche Weihegewalt über die ganze Welt, und dazu tritt noch eine inhaltliche Steigerung durch die päpstliche Befugnis zur Erteilung der Bischofsweihe (consecratio). — Für die Erlasse, in denen der Papst seine Macht betätigt, stehen verschiedene Formen zur Verfügung. Es sind — nach der Feierlichkeit der Form und der Wichtigkeit des Gegenstandes abgestuft — die Bulle (Bulla), das Breve (Breve) und das apostolische Schreiben (Littera apostolica). Eine besondere Art von Bullen stellen dar die Circumscriptionsbullen, auf denen — abgesehen von Bayern und Preußen — die Gestaltung der deutschen Bistümer ruht: es sind Bullen, deren Inhalt mit dem Staat vereinbart ist und die im wesentlichen die Umschreibung, Organisation und Finanz erung der Bistümer zum Gegenstande haben. Außerdem werden unterschieden die Enzykliken (Encyclicae sc. litterae, päpstliche Runderlasse an Bischöfe) und das Motuproprio (Erlaß aus eigenem Antrieb oder eigener Stellungnahme des Papstes).Google Scholar
  11. 1.
    Encyclica „Respicientes“ vom 1. November 1870: „Declaramus, nostram mentem, propositum et voluntatem esse omnia humus sanctae sedis dominia eiusdemque iura integra, intacta, inviolata retinere adque ad successores nostros transmittere; quamcunque eorum usurpationem tam modo quam antea factam, iniustam, violentam, nullam, irritamque esse omniaque per duellium et invasorum acta sive quae hactenus gesta sunt, sive quae forsitan in posterum gerentur ad praedictam usurpationem quoquo modo confirmandam, a nobis etiam nunc pro tune damnari, rescindi, cassari et abrogari. Declaramus praeterea et protestamur coram Deo et universo orbe catholico nos in eius modi captivitate versari, ut supremam nostram pastoralem auctoritatem tuto, expedite ac libere minime exercere possimus.“Google Scholar
  12. 2.
    Acta Ap. Sedis 21 (1929) S. 209ff. — Über die völkerrechtliche Stellung des Papstes s. das Völkerrecht.Google Scholar
  13. 3.
    Neuerdings außerdem ein Motuproprio Pius’ XI. vom 1. März 1922.Google Scholar
  14. 1.
    Can. 232 § 1: „Cardinales libere a Romano Pontifice ex toto terrarum orbe eliguntur, viri saltem in ordine presbyteratus constituti, doctrina, pietate ac rerum agendarum prudentia egregie praestantes.“ § 2: „A cardinalatus dignitate arcentur: 1. Illegitimi...; 2. Qui prolem etiam ex legitimo matrimonio susceptam, vel nepotem ex ea habent; 3. Qui primo aut secundo gradu consanguinitatis alicui Cardinali viventi coniuncti sunt.“ — Die Ernennung erfolgt bei den Kardinalpriestern und diakonen unter Anweisung einer Titelkirche oder Diakonie in Rom (can. 231 § 2). Die Kardinalbischöfe sind die Bischöfe der um Rom gelegenen „suburbikarischen“ Bistümer und haben in diesen ihre Titelkirchen. Bei Ausnahmefällen, in denen der Name des Ernannten erst später bekannt werden soll, kann die Ernennung ohne Namensangabe erfolgen („reservatio in pectore“); vom Zeitpunkt dieser Ernennung an gilt der später mit Namen Genannte rechtlich als Kardinal. — Im Unterschied von auswärtigen Kardinälen werden die in Rom wohnenden als „Kurienkardinäle“ bezeichnet.Google Scholar
  15. 2.
    Je nachdem, ob Papst und Kardinäle unter sich sind oder weitere kirchliche Würdenträger und auch Laien zugelassen werden, unterscheidet man geheime, halböffentliche und öffentliche Konsistorien. — Mit dem Konsistorium nicht zu verwechseln ist das Kardinalskollegium, will sagen die Gesamtheit der Kardinäle in ihrer rechtlichen Zusammenfassung zu einer mit Selbstverwaltung und eigenem Vermögen ausgestatteten juristischen Person unter dem Vorsitze des Kardinaldekans (can. 237).Google Scholar
  16. 1.
    Dazu tritt je nach dem Geschäftsbereich der Kongregationen eine mehr oder weniger große Zahl von Prälaten, Konsultoren (Fachgelehrten) und Unterbeamten.Google Scholar
  17. 1.
    Can. 265: „Romano Pontifici ius est, a civili potestate independens, in quamlibet mundi partem Legatos cum vel sine ecclesiastica iurisdictione mittendi.“ In Deutschland besteht eine Nuntiatur in Berlin für das Deutsche Reich und in München für Bayern.Google Scholar
  18. 2.
    Sie werden auch als „Residentialbischöfe“ bezeichnet im Unterschied von den bloßen Titularbischöfen (unten S. 37).Google Scholar
  19. 3.
    In der Freiburger (Oberrheinischen) Kirchenprovinz besteht ein Wahlrecht des Domkapitels. Es hat die von ihm in Aussicht genommenen Kandidaten vor der Wahl der Staatsregierung mitzuteilen, und diese hat das Recht, die ihr aus irgend welchen Gründen nicht genehmen Kandidaten („personae minus gratae“) abzulehnen, so daß die Abgelehnten die Wählbarkeit für die betr. Wahl verlieren. Praktisch erledigt sich das Verfahren so, daß das Domkapitel der Regierung eine Kandidatenliste überreicht und daß die Regierung diese Liste nach Streichung der etwa nicht genehmen Kandidaten dem Domkapitel zurückgibt. Dieses Streichungsrecht ist aber insofern beschränkt, als die Regierung mindestens drei Namen auf der Liste des Domkapitels stehen lassen soll („irischer Wahlmodus“). Diese formalrechtliche Beschränkung ist aber in der Praxis kaum von Bedeutung, da gemäß dem Sinn der zugrunde liegenden kirchlichen Erlasse kein der Regierung nicht genehmer Kandidat Bischof werden soll, und da dementsprechend das Domkapitel verpflichtet ist, überhaupt nur solche Kandidaten auf die Liste zu schreiben, die es nach bestem Wissen als der Regierung genehm betrachten darf (Bulle „Ad Dominici gregis custodiam“ und Breve „Re sacra“ von 1827; Schreiben des Kardinalstaatssekretärs Rampolla „Ad notitiam Sanctae Sedis“ von 1900 zu Handen der deutschen Domkapitel). — In Bayern, wo bis 1913 der Landesherr das Ernennungsrecht zu den Bischofsstühlen hatte, ist im Einklang mit dem Codex das päpstliche Ernennungsrecht anerkannt durch das Konkordat vom 29. März 1924. Sein Art. 14 sagt: „In der Ernennung der Erzbischöfe und Bischöfe hat der Hl. Stuhl volle Freiheit. Bei Erledigung eines erzbischöflichen oder bischöflichen Sitzes wird das beteiligte Kapitel dem Hl. Stuhle unmittelbar eine Liste von Kandidaten unterbreiten, die für das bischöfliche Amt würdig und für die Leitung der erledigten Diözese geeignet sind; unter diesen wie auch unter den von den bayrischen Bischöfen und Kapiteln je in ihren entsprechenden Triennalisten Bezeichneten behält sich der Hl. Stuhl freie Auswahl vor.“ Eine beschränkte Rücksichtnahme auf die Staatsregierung sieht der erwähnte Artikel insofern vor, als er anschließend bestimmt: „Vor der Publikation der Bulle wird dieser (sc. der Hl. Stuhl) in offiziöser Weise mit der Bayerischen Regierung in Verbindung treten, um sich zu versichern, daß gegen den Kandidaten Erinnerungen politischer Natur nicht obwalten.“ Nunmehr ist auch für die Berufung der Bischöfe und Erzbischöfe in Preußen durch das preußische Konkordat von 1929 neues Recht geschaffen: das zuständige Domkapitel und die preußischen Bischöfe reichen dem Papst je eine unverbindliche Kandidatenliste ein. Der Papst benennt „unter Würdigung dieser Listen“ nach seinem Ermessen dem Domkapitel drei Kandidaten, aus denen dieses in geheimer Abstimmung den Bischof zu wählen hat. Nach der Wahl hat sich das Domkapitel durch Anfrage bei der Preußischen Staatsregierung zu versichern, daß Bedenken politischer Art gegen den Gewählten nicht bestehen. Macht die Regierung ein solches Bedenken geltend, so muß eine Neuwahl erfolgen. Und der Papst wird den vom Domkapitel Gewählten nur dann zum Bischof bestellen, wenn gegen ihn kein solches Bedenken der Regierung vorliegt. In der Freiburger Kirchenprovinz hat die Kurie bei der nach der Revolution erfolgten Besetzung des Rottenburger Bischofsstuhles das päpstliche Ernennungsrecht zur Geltung gebracht.Google Scholar
  20. 1.
    Der päpstliche Delegat nimmt im Lande der Wahl eine genaue Prüfung der Person des Gewählten und des Wahlaktes vor (Informativprozeß), in Rom erfolgt dann die Überprüfung (Definitivprozeß), die „praeconisatio“ und die „confirmatio“.Google Scholar
  21. 2.
    Tauglich ist nur, wer ehelich geboren, wenigstens 30 Jahre alt, mindestens 5 Jahre als Priester geweiht, zum Doktor oder Lizentiaten der Theologie oder des kanonischen Rechtes promoviert „vel saltem carundem disciplinarum vere peritus“ ist, und der sich auszeichnet „Bonis moribus, pietate, animarum zelo, prudentia, ceterisque dotibus praeditus, quae ipsum aptum efficiant ad gubernandam dioecesim de qua agitur“ (can. 331).Google Scholar
  22. 3.
    Can. 953, 954 (Vornahme der consecratio in der Regel durch einen vom Papst beauftragten und von zwei Bischöfen assistierten Bischof). Als formaler Schlußakt folgt schließlich die Übernahme des Amtes („Inthronisatio“).Google Scholar
  23. 4.
    Can. 340–342. — Als weitere Pflichten der Bischöfe sind insbesondere zu nennen die Residenzpflicht (can. 338), die Visitationspflicht (can. 343), die Pflicht zum Messelesen an Sonn- und Feiertagen (can. 339), die Sorge für die Wahrung der kirchlichen Gesetze und Disziplin (can. 336), die Predigtpflicht (can. 1327 § 2).Google Scholar
  24. 1.
    Can. 335: „Ius ipsis et officium est gubernandi dioecesim tum in spiritualibus tum in temporalibus cum potestate legislativa, iudiciaria, coactiva ad normam sacrorurn canonum exercenda.“ — Überdies können den Bischöfen päpstliche Rechte zur Ausübung übertragen werden, so vielfach insbesondere die für 5 Jahre verliehenen Dispensationsvollmachten („ Quinquennalfakultäten“).Google Scholar
  25. 2.
    Vortrittsrecht in ihrer Diözese (nur nicht gegenüber dem zuständigen Erzbischof, Kardinälen und Legaten), Titel (Bischöfliche Gnaden, reverendissimus), Kleidung, erhöhter strafrechtlicher Schutz, Gerichtsstand in Rom (Papst und Kurialgerichte).Google Scholar
  26. 3.
    Can. 273ff. — Als besonderes äußeres Zeichen seiner Würde erhält der Erzbischof vom Papst das „Pallium“, eine eigenartig hergestellte weißwollene Schulterbinde. Erst durch die Verleihung des Palliums bekommt der Erzbischof die Regierungs- und volle Weihegewalt.Google Scholar
  27. 1.
    Can. 363ff.Google Scholar
  28. 2.
    Can. 392: „Capitulorum turn cathedralium turn collegialium institutio seu erectio, innovatio ac suppressio Sedi Apostolicae reservatur.“Google Scholar
  29. 1.
    Can. 391: „Capitulum canonicorum sive cathedrale sive collegiale seu collegiatum est dericorum collegium ideo institutum ut sollemniorem cultum Deo in ecclesia exhibeat et, si agatur de Capitulo cathedrali, ut Episcopum, ad normam sacrorum canonum, tanquam eiusdem senatus et consilium, adiuvet, ac, sede vacante, eius vices suppleat in dioecesis regimine.“ — Dazu tritt noch die Führung eigener Geschäfte, da die Mitglieder der Domkapitel (canonici, capitulares, Domherren) zu einer juristischen Person mit Selbstverwaltung und Selbstgesetzgebung zusammengefaßt sind unter Leitung der Inhaber der „dignitates“ („Dignitäre“; Dekan für die geistlichen, Propst für die äußerlichen Kapitelsgeschäfte). — Vgl. S. 38 Anm. 4 betr. Kollegialkapitel.Google Scholar
  30. 2.
    S. U. §§ 9, 10, 15. Beachte auch den Diözesanberwachungsrat gegen den Modernismus (§ 15 III).Google Scholar
  31. 3.
    Etwa auch auf Grund von Wahl durch die Dekanatsgeistlichkeit.Google Scholar
  32. 4.
    Can. 451ff. Can. 451: „Parochus est sacerdos vel persona moralis cui paroecia collata est in titulum cum cura animarum sub Ordinarii loci auctoritate exercenda.“ — Die an der Pfarrkirche, die nicht Domkirche ist, wirkenden Kleriker können ähnlich dem Domkapitel bei der Domkirche (s. o. § 8) zu einem Kollegial- oder Kollegiatkapitel (capitulum canonicorum collegiaie seu collegiatum) zusammengefaßt werden (can. 391ff.).Google Scholar
  33. 5.
    Eine dem Pfarrer ähnliche Stellung mit beschränkter Zuständigkeit haben für Nebenkirchen die „rectores ecclesiae“ (cod. 479ff.).Google Scholar
  34. 1.
    Grundsätzlich abgesehen von Taufe, Trauung, Krankenkommunion („viaticum“), Beerdigung (Can. 462).Google Scholar
  35. 2.
    Can. 469: „Parochus diligenter advigilet ne quid contra fidem ac mores in sua paroecia, praesertim in scholis publicis et privatis, tradatur, et opera caritatis, fidei ac pietatis foveat aut instituat.“Google Scholar
  36. 3.
    Can. 455: „Ius nominandi et instituendi parochos competit Ordinario loci, exceptis paroeciis Sanctae Sedi praeservatis, reprobata contraria consuetudine, sed salvo privilegio electionis aut praesentationis, si cui legitime competat.“Google Scholar
  37. 4.
    „Patronum faciunt dos, aedificatio, fundus.“Google Scholar
  38. 1.
    „Patrono debetur honos, onus utilitasque-Praesentet, praesit, defendat, alatur egenus.“Google Scholar
  39. 2.
    Im preußischen Konkordat sind als Hauptvoraussetzungen bestimmt (Art. 9): Reichsangehörigkeit, Reifezeugnis für das Studium an einer deutschen Universität, philosophischtheologisches Studium von mindestens 3 Jahren an einer deutschen Universität oder an einem bischöflichen Diöcesanseminar oder an einer päpstlichen Universität in Rom (Collegium Germanicum).Google Scholar
  40. 3.
    Can. 459 § 1 und 2: „Loci Ordinarius, graviter onerata eius conscientia, obligatione tenetur vacantem paroeciam illi conferendi, quem magis idoneum ad eam regendam habuerit, sine ulla personarum acceptione. — In hoc iudicio ratio haberi debet non solum doctrinae, sed etiam earum omnium qualitatum, quae ad paroeciam vacantem rite regendam requiruntur.“Google Scholar
  41. 4.
    Die bisher abgehaltenen ökumenischen Konzilien sind: Die Konzilien von Nicaea I 325, Konstantinopel I 381, Ephesus 431, Chalcedon 451, Konstantinopel II 553, Konstantinopel III 680, Nicaea II 787, Konstantinopel IV 869, die vier Lateranischen Konzilien von 1123, 1139, 1179, 1215, die Konzilien von Lyon I 1245, Lyon II 1274, Vienne 1311, Konstanz 1414–1418, Basel-Ferrara-Florenz 1431ff., das fünfte Lateranische Konzil 1512–1517, das Konzil von Trient 1545–1563, das Vatikanische Konzil 1869–1870.Google Scholar
  42. 1.
    „Unicus est in Synodo legislator Episcopus, ceteris votum tantum consultivum habentibus; unus ipse subscribit synodalibus constitutionibus“ (can. 362).Google Scholar
  43. 1.
    Ev. Matth. XXVIII, 19. Ev. Mark. XVI, 15, 16. Can. 1.322Google Scholar
  44. 2.
    Immerhin haben Vikare und Präfekten zu ihrer Beratung in schwierigen Fragen ein Kollegium von drei erfahrenen Missionaren zu bestellen und wenigstens jährlich die Missionare ihres Amtsbereichs zur Besprechung und Beratung zu versammeln.Google Scholar
  45. 3.
    In Deutschland besteht für die Mission das Apostolische Vikariat der Norddeutschen Missionen, die Apostolische Präfektur Schleswig-Holstein, die Apostolische Delegatur für Preußen links der Elbe.Google Scholar
  46. 1.
    Can. 487: „Status religiosus seu stabilis in communi vivendi modus, quo fideles, praeter communia praecepta, evangelica quoque consilia servanda per vota obedientiae, castitatis et paupertatis suscipiunt, ab omnibus in honore habendus est.“Google Scholar
  47. 2.
    Als besonders wichtig sind hervorzuheben die Orden der Jesuiten, Franziskaner, Kapuziner, Benediktiner und Dominikaner. — Die Kongregationen sind viel zahlreicher als die Orden; sie sind loser organisiert als diese, verlangen nur einfache, zeitliche oder ewige Gelübde, passen sich ohne Festlegung auf eine klösterliche Niederlassung den Bedürfnissen des Lebens möglichst an und sind — besonders aLs weibliche Verbände — auf den verschiedensten Gebieten (Erziehung, Schulwesen, Krankenpflege u. a.) tätig. — Weitere Unterscheidungen innerhalb der Religionsgenossenschaften s. in can. 488.Google Scholar
  48. 3.
    Näher stehen den religiones die „societates“, deren „sodales“ zwar zusammenleben, aber keine Gelübde ablegen. Auf diese societates kommt das Recht der religiones zum Teil zur Anwendung (can. 673–681).Google Scholar
  49. 4.
    Immerhin nicht ohne Verständigung des Papstes (can. 492).Google Scholar
  50. 5.
    Zuständige Behörde in der römischen Kurie ist die „Congregatio negotiis religiosorum sodalium praeposita“.Google Scholar
  51. 6.
    Can. 499. — Außerdem muß jede männliche, vom Papst genehmigte Genossenschaft („religio iuris pontificii“) für die Führung ihrer Geschäfte beim Hl. Stuhl einen Generalprokurator („procurator generalis“) bestellen (can. 517). Die Mitglieder der Orden haben noch den besonderen Namen „Regulares“.Google Scholar
  52. 1.
    Can. 538: „In religionem admitti potest quilibet catholicus qui nullo legitimo detineatur impedimento rectaque intentione moveatur, et ad religionis onera ferenda sit idoneus“; can. 555ff. (Voraussetzungen für Aufnahme ins Noviziat). — Bei den weiblichen Religiones mit dauernden Gelübden und bei den Laienbrüdern der männlichen Religiones ist als Vorstufe des Noviziats ein mindestens sechs Monate währendes „Postulat“ zurückzulegen (can. 539ff.).Google Scholar
  53. 2.
    Die früher von manchen deutschen Staaten, so besonders von Preußen (vgl. Gesetz vom 31. Mai 1875), Sachsen, Württemberg und vom Reiche selbst (vgl. das 1904 zum Teil, 1917 völlig aufgehobene Jesuitengesetz vom 4. Juli 1872) verfügte Beschränkung der Zulassung von Orden ist hinweggefallen, da kraft verfassungsmäßig gewährleisteter Vereinsfreiheit auch religiöse Vereine und Gesellschaften frei gebildet werden können (Reichsverfassung Art. 124: „Alle Deutschen haben das Recht, zu Zwecken, die den Strafgesetzen nicht zuwiderlaufen, Vereine oder Gesellschaften zu bilden. Dies Recht kann nicht durch Vorbeugungsmaßregeln beschränkt werden. Für religiöse Vereine und Gesellschaften gelten dieselben Bestimmungen. — Der Erwerb der Rechtsfähigkeit steht jedem Verein gemäß den Vorschriften des bürgerlichen Rechts frei. Es darf einem Vereine nicht aus dem Grunde versagt werden, daß er einen politischen, sozialpolitischen oder religiösen Zweck verfolgt.“). BGB. § 61 Abs. 2 und § 43 Abs. 3 sind aufgehoben.Google Scholar
  54. 3.
    Can. 593: „Omnes et singuli religiosi, Superiores aeque ac subditi, debent, non solum quae nuncuparunt vota fideliter integreque servare, sed etiam secundum regulas et constitutiones propriae religionis vitam componere atque ita ad perfectionem sui status contendere“; can. 594.Google Scholar

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  • Erwin Ruck

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