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Möglichkeiten einer selektiven Gefäßkoagulation am Augenhintergrund — Konsequenzen aus tierexperimentellen Modelluntersuchungen

  • K. P. Boergen
  • R. Birngruber
  • F. Hillenkamp
Conference paper
Part of the Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft book series (OPHTHALMOLOG, volume 76)

Zusammenfassung

Die Intensiv-Lichtkoagulation von retinalen Neovaskularisationen mit dem Argonlaser wird klinisch heute meist in der Weise durchgeführt, daß mit einem relativ großen Fokus das unter dem Gefäß liegende Pigmentepithel aufgeheizt und dadurch sekundär ein thermischer Gefäßeffekt induziert wird. Vom Standpunkt der Energiedeponierung ist dieses Verfahren denkbar ungünstig. Es wurden deshalb tierexperimentelle Untersuchungen durchgeführt mit dem Ziel, die Möglichkeiten einer direkten, selektiven Gefäßkoagulation sowohl im Hinblick auf die am Gefäß zu erzielenden Effekte, als auch auf die optimalen Koagulationsparameter durchgeführt. Verwendet wurden die kleinen Mesenterialgefäße junger Ratten, die unter dem Großfeldmikroskop mit Argonlasereinspiegelung koaguliert wurden. Es konnte gezeigt werden, daß sich mit für das Auge tragbaren Energien durch Einzelexpositionen Effekte erzielen lassen, die zu kurzfristigem Verschluß von einigen Minuten führten. Die licht- und elektronenmikroskopischen Untersuchungen ergaben, daß diese Verschlüsse auf exzessive endovasale Thrombozyten-Agglutination an veränderten Erythrozyten zurückzuführen waren. Länger dauernde Verschlüsse über die gesamte Beobachtungszeit von mehreren Stunden wurden durch geeignete Summationen der Einzeleffekte erzielt. Eine zusätzliche Stabilisierung des Verschlusses wurde in diesen Fällen durch Fibrinbildung erreicht. Zusätzliche quantitative Experimente mit systematischer Variation der Expositionsparameter Energie und Expositionszeit ergaben, daß durch Verkürzung der Expositionszeiten auf 20 msec und darunter das Blutungsrisiko bei der Koagulation eliminiert werden kann. Bei diesen Zeiten steigt aber das Risiko von chorioidalen Blutungen. Da akzidentelle Expo sitionen der Netzhaut bei Anwendung der Methode am Auge nicht sicher auszuschließen sind, muß dieser Umstand bei der Wahl der Expositionsparameter berücksichtigt werden. Eine ausführliche Veröffentlichung der Ergebnisse ist an anderer Stelle geplant.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • K. P. Boergen
    • 1
    • 2
    • 3
  • R. Birngruber
    • 1
    • 2
    • 3
  • F. Hillenkamp
    • 1
    • 2
    • 3
  1. 1.MünchenDeutschland
  2. 2.NeuherbergDeutschland
  3. 3.Frankfurt/MainDeutschland

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