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Die Protozoen-Infektion in allgemeiner klinischer Betrachtung

  • F. O. Höring

Zusammenfassung

Der erste Stamm des Tierreichs sind die Protozoen, „meist mikroskopisch kleine Tiere vom morphologischen Wert einer Zelle, bestehend aus einem Zellkörper (Protoplasma, Plasma), in dem ein oder mehrere Zellkerne eingeschlossen sind (Nucleus)“ (A. Wetzel, 1954). Sie haben — ähnlich dem pflanzlichen Stamm der Bakterien — einen ungeheuren Artenreichtum, von dem nur ein kleiner Teil zeitweise oder dauernd auf symbiontische oder parasitische Lebensweise eingestellt ist. Als Wirte dienen dabei Lebewesen verschiedenster Art, von solchen Einzellern angefangen, die durch andere, ihnen oft nahestehende Protozoenarten parasitiert werden (z. B. Suctorien), über niedrige und höhere Pflanzen (z. B. Leptomonas Arten als Parasiten in Pflanzen) bis zu den tierischen Metazoen, besonders Würmern, Insekten, bei den Vertebraten sowohl Kalt- als auch Warmblüter. Bei diesem Zusammenleben werden herkömmlich Symbiose, Kommensalismus und Parasitismus unterschieden, obwohl hierbei scharfe Abgrenzungen unmöglich und diese Begriffe Werturteile sind. Das Zusammenleben kann ektobiontisch (ektoparasitisch) sein, besonders bei im Wasser lebenden Wirten, oder es liegt eine Endobiose (Höring, 1957) vor, bei der man den meist kommensalistischen Aufenthalt von Protozoen in Körperhöhlen des Wirts (vor allem Darmkanal, auch Mundhöhle, Vagina) vom pathogenen Parasitismus mit Gewebsbefall, teils extracellulär in der Gewebsflüssigkeit, teils intracellulär unterscheiden kann.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1972

Authors and Affiliations

  • F. O. Höring

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