Hypoxie pp 153-158 | Cite as

Cerebrale Hypoxie während Operation und Anaesthesie

  • H. Kreuscher
Part of the Anaesthesiology and Resuscitation / Anaesthesiologie und Wiederbelebung / Anesthésiologie et Réanimation book series (A+I, volume 30)

Zusammenfassung

Mit der Verabreichung einer Narkose würden wir unseren Patienten in einen Zustand höchster Lebensgefahr versetzen, wenn wir die lebenserhaltenden Funktionen der Atmung und des Kreislaufes nicht sorgfältig überwachen und gegebenenfalls durch bewährte Kunstgriffe unterstützen würden. Die Kontrolle der Ventilation, des Blutdruckes und der Pulsfrequenz gelingt ohne besondere Schwierigkeiten. Die hier mit einfachen Hilfsmitteln meßbaren Parameter geben allerdings nur einen empirisch untermauerten Anhalt über Änderungen in der Blut- und Sauerstoffversorgung sowie der Funktionen der lebenswichtigen Organe. Besonders interessieren in dieser Hinsicht der Herzmuskel, die sog. parenchymatösen Organe und das Gehirn. Eine der vordergründigsten Wirkungen der verabreichten Narkosemittel ist die Ausschaltung des Bewußtseins. Es wird also eine Änderung des cerebralen Funktionszustandes herbeigeführt. Wie auch bei den anderen Organen verhält sich hierbei der Stoffwechsel des Gehirns proportional seinem Funktionszustand. Aus den arterio-hirnvenösen Differenzen des Sauerstoff- und Kohlensäuregehalts, des Glucose- und Lactatgehalts und aus dem cerebralen Blutzeitvolumen kann man unter experimentellen Bedingungen Auskunft über den jeweiligen Stoffwechselzustand des Organs erhalten. Da das Elektroencephalogramm uns ebenfalls ein Bild des Funktionszustandes, zumindest der Hirnrinde, vermittelt, ist eine Korrelation zwischen EEG-Frequenz und cerebraler Sauerstoffaufnahme erkennbar [2–4, 7, 9, 13].

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • H. Kreuscher
    • 1
  1. 1.Institut für AnaesthesiologieJohannes Gutenberg-Universität MainzDeutschland

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