Psychiatrie und Verkehrsmedizin

  • H.-J. Rauch

Zusammenfassung

Das Schwergewicht der praktischen psychiatrischen Tätigkeit in der Verkehrsmedizin liegt auf der Beurteilung der Fahrtauglichkeit (F). Dadurch, daß sie die Ergebnisse ihrer praktischen Untersuchungen auswertet, kann sie dazu beitragen, Grundlagen für die Beurteilung der Fahrtauglichkeit zu erarbeiten. Das kann nur auf dem Wege einer statistischen Erfolgskontrolle geschehen und durch die sorgfältige Analyse und katamnestische Untersuchung von Einzelfällen. Theoretische Erwägungen über die mögliche Auswirkung psychischer Störungen auf das Verkehrsverhalten helfen nicht weiter. Das tatsächliche Verhalten entspricht nicht in allen Fällen den Erwartungen, die man aufgrund der klinischen Erfahrungen an einzelnen Krankheitsformen gehabt hat. Dies zeigt sich am Beispiel der Schizophrenen, von denen man annehmen konnte, sie würden in ihrer Aufmerksamkeit abgelenkt durch Halluzinationen, innerlich beschäftigt mit ihren Wahnideen, ja zuweilen beherrscht von ihnen, die zeitweise den Bewußtseinsraum ausfüllen, unfähig, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, von plötzlich aufschießenden, unkontrollierten Impulsen getrieben, schlechte Fahrer seien. Die Holzbachsche Untersuchung zeigt ein anderes Bild. Man muß zugeben, es gibt nicht viele solcher grundlegenden Arbeiten. Das hat nach meiner Auffassung zweierlei Gründe.

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Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin · Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • H.-J. Rauch
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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