Advertisement

Die ausländischen Gemeinden im Vergleich zu den deutschen

  • Harry Goetz
Chapter
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiet der Physiologie der Pflanzen und der Tiere book series (volume 1)

Zusammenfassung

Wenn in den folgenden Paragraphen eine Unterscheidung der Verfassungen ausländischer Gemeinden nach der Ähnlichkeit oder der Abweichung von den Gemeindeverfassungssystemen Deutschlands vorgenommen wird, so bedarf dies einer kurzen Vorbemerkung. In den demokratischen Ländern der Welt mit ihren recht unterschiedlichen Verfassungsformen finden sich mitunter starke Gegensätze zwischen der Verfassung des Staates und der seiner Städte und Gemeinden. So kann z. B. die Verteilung von willensbildenden und von willensausführenden Funktionen in der Landesverfassung eine ganz andere sein als in der Gemeindeverfassung; auch kann ein machtvoller behördlicher Verwaltungsapparat, gegebenenfalls sogar ein einzelner gewählter oder ernannter leitender Beamter, mitunter wirksam in die Rechte der kommunalen Bürgervertretung eingreifen. Die Teilung nach Ähnlichkeit und Abweichung läßt sich daher am sichtbarsten nach dem Merkmal der Dezentralisation vornehmen, also nach der Frage, ob das kommunale Verfassungssystem eines Landes zur Dezentralisation im Sinne der deutschen Selbstverwaltung neigt, oder ob vielmehr eine Zentralisation vorliegt, bei der die Bürgervertretungen im wesentlichen nur beratende Befugnisse haben oder in ihren Entscheidungen durch Veto- oder andere Rechte von dritter Seite gehemmt werden können. — Die Verfassung der Gemeinden der Sowjetunion hat hierbei eine Sonderstellung; sie gleicht keinem System in den Gemeinden westlicher Demokratien.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Vgl. Harry Goetz: Die englische Gemeinde und wie sie verwaltet wird. Berlin 1941.Google Scholar
  2. 1.
    Inwieweit das englische Parlament in diesem Sinne als „Verwaltungsbehörde“, „oberste Verwaltungsinstanz“ usw. angesehen werden kann, ist bestritten. Diese Auffassung gründet sich in der Hauptsache auf die eigentümliche Einrichtung der Private-Bill-Gesetzgebung, die als eine Funktion der Staatsaufsicht gegenüber der Lokalverwaltung angesehen wird. Zu dieser Frage vgl. Adolf Schule: Staat und Selbstverwaltung in England, Berlin 1933, S. 10ff, 31ff.Google Scholar
  3. 2.
    Vgl. hierzu den Versuch einer begrifflichen Klarstellung in Goetz: „Kommunale Selbstverwaltung, Selfgovernment, Lokalverwaltung“ im Jahrbuch für Kommunalwissenschaft, 2. Halbbd. 1935, S. 146ff.Google Scholar
  4. 1.
    Allgemeine Literatur zu Absatz I, England: Harry Goetz: „Die englische Gemeinde“, Berlin 1941; derselbe, „Kommunale Selbstverwaltung, Selfgovernment, Lokalverwaltung“ in Jahrbuch für Kommunalwissenschaft 1935 II; G. Montagu Harris: “Comparative Local Government”, London 1948.Google Scholar
  5. 1.
    Allgemeine Literatur zu Absatz II, Schweiz: Karl Bürki: Kleine Bürgerkunde, Bern 1941; Montagu Harris: Local Government in many lands, London 1933; derselbe, Comparative Local Government, London 1948.Google Scholar
  6. 2.
    Vgl. Handbuch der Stadt Wien, 69. Jahrgang, Wien 1954.Google Scholar
  7. 3.
    Nach dem Bezirkseinteilungsgesetz vom 2. Juli 1954; die oben angegebene Flächengröße bezieht sich noch auf die ehemaligen 26 Bezirke.Google Scholar
  8. 1.
    Vgl. für viele: Austin F. Macdonald: American City Government and Administration, New York 1942.Google Scholar
  9. 1.
    Vgl. Harry Goetz: Die Verwaltungsorganisation der Stadt New York, Berlin 1931.Google Scholar
  10. 1.
    Vgl. André de Laubadère: Manuel de Droit Administratif, Paris 1955.Google Scholar
  11. 1.
    Vgl. The Statesman’s Year-Book, 90. Jahrgang, New York 1954.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1956

Authors and Affiliations

  • Harry Goetz
    • 1
  1. 1.Kommunalwissenschaftlichen Instituts BerlinDeutschland

Personalised recommendations